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Plattenbelag für zentrale Plätze

Neugestaltung von Markt- und Rathausplatz in Achern: Granit oder Beton?

Das Pflaster rund ums Acherner Rathaus muss wohl weichen: Jetzt geht es darum, welches Material für den künftigen Plattenbelag verwendet werden soll. Das ist auch eine Kostenfrage.

Nicht leicht machen es sich die Bürgervertreter bei der Auswahl der Materialien für den künftigen Plattenbelag auf den Plätzen im Stadtzentrum. Foto: Michael Moos

Die Planungen für die mit fünf Millionen Euro kalkulierte Neugestaltung von Markt- und Rathausplatz nehmen immer konkretere Formen an. In seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause hat der Bau- und Umweltausschuss des Gemeinderats am Montagabend über weitere Details beraten.

Noch offen ist unterdessen die Auswahl des Materials für den Plattenbelag: Die Entscheidung soll demnächst in einer Sitzung des Gemeinderats fallen. Aus dem Rennen scheint der von dem Planungsbüro „Setup“ bevorzugte fränkische „Dolomit“-Stein, so dass es „nur“ noch um die Wahl zwischen Granit-Naturstein oder einer Plattenvariante aus Beton geht.

Die Platten sollen nach dem Konzept des Leonberger Planungsbüros „Setup“ so verlegt werden, dass sich ein „lebhaftes“ und „abwechslungsreiches“ Bild der Plätze ergibt. Das schaffe mehr Möglichkeiten bei der Ausbildung von unterschiedlichen Oberflächenneigungen und biete einen zusätzlichen Spielraum bei der Auswahl der Plattenformate.

Wie das aussehen könnte, zeigten „Setup“-Landschaftsarchitekt Benjamin Goll und Carlo Frohnapfel vom städtischen Bauamt den Bürgervertretern bei einer Präsentation der zur Wahl stehenden Plattenbeläge vor dem Rathaus.

Mit Granit wird es etwa eine halbe Million Euro teurer

Dabei wurde erstmals auch die Kosten-Dimension offenkundig: Entscheidet sich der Gemeinderat für die Granit-Variante, schlägt das bei einer Gesamtfläche von rund 5.000 Quadratmetern im Vergleich zu den Betonplatten mit einer halben Million Euro Mehrkosten zu Buche.

Keine Lösung scheint es, einfach das vorhandene Natursteinpflaster wieder einzubauen: CDU-Fraktionschef Karl Früh erteilte diesen Wünschen mit seinem Fachwissen als hauptberuflicher Bauunternehmer eine klare Absage: Allein für die Lohnkosten bei einer Neu-Verlegung des kleinteiligen Pflasterbelags müsse man mit rund 350.000 Euro rechnen. Früh: „Es geht darum, die Plätze zukunftssicher und nachhaltig zu gestalten.“

Während es noch Beratungsbedarf über die unter anderem von der Volksbank geforderte Ausweisung zusätzlicher Kurzzeit-Parkplätze gibt, fanden bei der Planung diverse Wünsche aus der Mitte des Gemeinderats Berücksichtigung. So soll der vor allem von den Freien Wählern geforderte Bewirtungstresen in der Nähe des Haupteingangs der Volksbank angesiedelt werden. Gleichzeitig würde es die Stadtverwaltung begrüßen, wenn auf der Ostseite des Platzes in einem vorhandenen Gebäude ein Gastronomiebetrieb angesiedelt werden könnte. Dort befindet sich heute unter anderem die Volksbank.

Geändert werden soll auch die Rampe, die unter anderem Rollstuhlfahrern den barrierefreien Zugang zum Rathaus ermöglicht. Sie wird im Interesse einer erleichterten Nutzbarkeit so an der Ostseite des Rathauses angelegt, dass die Steigung bei 4,3 statt bisher sechs Prozent liegt. Möglich wird das durch eine Verlängerung bis zum Abgang in die Tiefgarage.

Neue Lösung für den Übergang zum Adlerplatz

Eine neue Variante wird es auch bei den vorgesehenen „Wasserspielen“ geben: Die für die Beschattung des Düsenfeldes vorgesehenen drei Sonnenschirme wurden durch ein Sonnensegel ersetzt. Das soll eine größere zusammenhängende beschattete Fläche ergeben; ferner kann das niveaugleiche Düsenfeld so auch besser bei den Märkten oder als besondere „Bühne“ bei Veranstaltungen genutzt werden.

Für die Opfer des Luftangriffes im Januar 1945 wird gegenüber dem neugestalteten Übergang der Hauptstraße, eine Fläche für eine Gedenktafel vorgeschlagen.

Eine neue Lösung wurde im Zusammenwirken mit den Fachämtern des Regierungspräsidiums, des Ortenaukreises und der Polizei für den Übergang zum Adlerplatz erarbeitet. Statt des ursprünglich vorgesehenen Pflasterbelags soll die Hauptstraße an dieser Stelle asphaltiert und mit einer farbigen harzgebundenen Naturstein-Hartgestein-Splittdecke beschichtet werden. Diese Beschichtung sei aufgrund der hohen Abrieb-Widerstandskraft technisch hoch belastbar und werde beispielsweise auch im Autobahnbelagsbau eingesetzt, so Frohnapfel.

Die Fahrbahnbreite werde beidseits der Mittelinsel auf 3,50 Meter aufgeweitet, damit der Schneepflug hier auch mit geradem Schild eingesetzt werden kann. Ergänzt werde der Übergang durch ein spezielles Leitsystem für mobilitätseingeschränkte und sehbehinderte Menschen.

Festgelegt habe man sich auf die Anzahl und die Standorte der Versorgungseinrichtungen für Märkte und Veranstaltungen. Unter anderem sind 19 Versorgungsstationen vorgesehen, darunter vier unterirdische Versorgungseinrichtungen mit Strom-, Trinkwasser- und Abwasseranschlüssen sowie acht Versorgungspoller mit Strom- beziehungsweise Starkstromanschlüssen.

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