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Rückstände werden aufgearbeitet

Neun Jahre nach der Reform holt das Grundbuchamt Achern langsam auf

Das Grundbuchamt in Achern war das zweite, das vor neuen Jahren bei der landesweiten Reform an die Reihe kam. Es ist für zwei Landgerichtsbezirke zuständig, die mehr als 50 Mitarbeiter haben alle Hände voll zu tun. Das liegt auch an der regen Bautätigkeit.

Dass die Grundbuchämter auch Jahre nach der Reform noch einen Rückstand aufarbeiten müssen, liegt auch am Boom im Wohnungsbau. Auf dem Acherner Glashütten-Areal entstehen 400 neue Wohnungen. Foto: Roland Spether

Es war ein ziemlicher Coup: Vor neun Jahren verkündete die Landesregierung, dass in Achern das zentrale Grundbuchamt für die beiden Landgerichtsbezirke Offenburg und Baden-Baden eingerichtet wird. Fast eine Dekade nach diesem für die Zentralfunktion der Großen Kreisstadt enorm wichtigen Schritt bemüht sich die Behörde noch immer, mit der Zahl der Anfragen Schritt zu halten.

Während des Corona-Lockdowns konnte man aufholen. Bis zur Vollzugsmeldung wird es aber noch eine ganze Weile dauern, denn die rege Bautätigkeit hält die 36 Sachbearbeiter und 21 weiteren Mitarbeiter in Atem.

Rege Bautätigkeit wirkt sich aus

Fast 11.500 Anträge waren Ende vorvergangenen Jahres offen, inzwischen sind es nur noch rund 6.000. Für Peter Rolofs, Direktor des Acherner Amtsgerichts und damit zuständig für das Grundbuchamt, ein großer Erfolg – denn die meisten Anliegen seien inzwischen in Bearbeitung, und ein gewisser Grad an unerledigten Aufgaben sei unvermeidlich.

„Der Abbau ist beispielhaft erfreulich, weil zugleich die Zahl der Eingänge gestiegen ist“, unterstreicht der Jurist. So waren im ersten Quartal 2018 etwas mehr als 9.600 Anträge neu eingereicht worden, im Vergleichszeitraum des Jahres 2021 waren es dann schon mehr als 11.500.

Damit bildet sich auch die Bautätigkeit in der Region ab – allein in Achern entstehen derzeit um die 1.000 neue Wohnungen. Dies sei spürbar, gerade bei Eigentumswohnungen, wo dann gleich mehrfach auf das Grundbuch zurückgegriffen werden muss. Angesichts der Gesamtgröße des Bezirks aber habe allein die Entwicklung in Achern nur einen nachrangigen Einfluss.

Die Zentralisierung der Grundbuchämter verlief nicht reibungslos.
Peter Rolofs, Direktor Amtsgericht Achern

Zwischen 2012 und 2017 wurde die Führung der Grundbücher von mehr als 1.000 teilweise kommunalen, teilweise staatlichen Einrichtungen auf die 13 ausgewählten Amtsgerichtsbezirke übertragen; gleichzeitig führten die Behörden flächendeckend das elektronische Grundbuch ein. Ein Kraftakt, der da zu bewältigen war.

2020 hat sich die Lage ein wenig entspannt

„Die Zentralisierung der Grundbuchämter verlief nicht reibungslos“, räumt Rolofs ein, es sei „zu längeren Bearbeitungszeiten gekommen“. Als man 2018 Land sah, der nächste Rückschlag: Es fielen mehrere Mitarbeiter aus, vor allem nicht so eilige Anträge wurden zunächst beiseite geschoben. Im Internet hagelte es kritische Bewertungen.

Erst Anfang 2020 habe sich die Lage deutlich verbessert, so Rolofs in einer schriftlichen Antwort auf eine Anfrage dieser Zeitung: „Die große Mehrheit der Anträge wird inzwischen zeitnah bearbeitet“, jetzt lege man ein besonderes Augenmerk auf die sogenannten Altverfahren. Man könne aber nicht ausschließen, dass es weiter in Einzelfällen zu verlängerten Bearbeitungszeiten kommt: „Wir arbeiten daran, die Situation zu verbessern.“

Vorsprache wieder ohne Termine

Kritik hatte es zuletzt daran gegeben, dass man nur nach Terminvereinbarung im Grundbuchamt vorstellig werden konnte – eine Maßnahme des Corona-Infektionsschutzes, die zum 1. September deutlich gelockert werden soll. Dann ist es weiter möglich, zu festgelegten Zeiten ohne spezielle Terminvereinbarung im Grundbuchamt im ehemaligen Rathaus II in Achern (Rathausplatz 4) vorzusprechen.

Die Öffnungszeiten werden montags, mittwochs und freitags jeweils von 9 bis 12 Uhr sowie an Dienstagen und Donnerstagen von 14.15.30 Uhr sein. Über die Maßnahmen zum Infektionsschutz informierte die Behörde auf ihrer Homepage.

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