Skip to main content

30 Millionen-Euro-Projekt

Nordtangente zwischen Achern und Sasbach ist so gut wie sicher

Die Nordtangente zwischen Sasbach und Achern ist so gut wie sicher. Der Ausschuss für Umwelt und Technik des Kreistags stimmte für das 30 Millionen-Euro-Projekt.

Nordtangente und Brachfeld neue Perspektive
Die Nordtangente zwischen Sasbach und Achern. Zu sehen ist das Gymnasium Achern und das Brachtfeld, auf dem das neue Krankenhaus gebaut wird. Foto: Roland Spether

Bei der Stadt Achern spricht man von einem Jahrhundertprojekt. Es soll bis 2028 realisiert werden: der Neubau der Kreisstraße K5309 entlang der Gemarkungsgrenze zu Sasbach.

Diese Nordtangente soll auch die neue Klinik an das übergeordnete Verkehrsnetz anschließen. Die Gesamtkosten für den Ortenaukreis belaufen sich auf rund 30 Millionen Euro. Achern und Sasbach übernehmen 16 Prozent.

Dass man gerade in den beiden Kommunen große Erwartungen in den Neubau setzt, haben die jüngsten Debatten bewiesen. Immerhin geht man in Achern davon aus, dass die Nordtangente täglich mindestens 13.000 Fahrzeuge aufnehmen und die Innenstadt um 6.000 Fahrzeuge entlasten wird.

Das Projekt wurde dem Ausschuss für Umwelt und Technik (UTA) erstmals 2020 vorgestellt. Zunächst wurde eine Verbindung von der Kreisstraße K5309 (Infrastrukturstraße) bis an die L86 in Richtung Sasbachwalden favorisiert. Ein Konsens kann nicht zu Stande. Darauf einigte man sich auf die verkürzte Variante von der K5309 bis zur K5308 (Sasbacher Straße).

Experten sprechen von optimaler Verbindung

Mit dem Lückenschluss wird die durchgängige Verbindung bis zur Autobahn hergestellt, eine nach Expertenmeinung optimale Verbindung wird geschaffen.

Damit wird die Innenstadt entlastet. Nicht nur das: Zwischen Achern und Sasbach sollen diverse Gewerbe- und Baugebiete ausgebaut werden, zudem wird der Neubau des Ortenau-Klinikums kommen, der ganze Zusatzverkehr soll über die Nordtangente abgefedert werden.

Im Rahmen des Baus der neuen K5309 ist eine Kreuzung der B3 sowie der Rheintalbahn mit fünf Gleisen erforderlich. Ob als Über- oder Unterführung soll im Bebauungsplanverfahren geklärt werden.

Achern und Sasbach übernehmen 16 Prozent

Zwischen den drei Partnern – Ortenaukreis, Achern und Sasbach – wurde folgende Vereinbarung getroffen: Bei Gesamtkosten von aktuell 30 Millionen Euro beteiligen sich die Stadt Achern und die Gemeinde Sasbach mit zusammen 16 Prozent.

Im Falle der Brückenlösung ergäbe sich eine kommunale Beteiligung von 4,8 Millionen Euro, die sich die beiden Kommunen aufteilen (Achern 60, Sasbach 40 Prozent). Letztlich müssen die beiden Kommunen nach intensiven Verhandlungen aber weniger bezahlen: Für den Klinikneubau wird aus Lärmschutz- und Kostengründen ein ebenerdiger Hubschrauberlandeplatz angestrebt - für den Ortenaukreis eine Einsparung von rund 2,2 Millionen Euro.

Durch die erforderliche Anflugschneise für den Rettungshubschrauber werden aber städtische Grundstücke außerhalb des Klinikareals in ihrer Bebaubarkeit beeinträchtigt, was zu einer Wertminderung führt, so die Kreisverwaltung. Dies mache rund eine Million Euro aus, was auf die Kostenbeteiligung der Stadt am Straßenbauprojekt angerechnet wird.

Achern hat letztlich nur knapp 1,9 Millionen Euro an den Ortenaukreis zu zahlen, rund zehn Prozent. Eine Troglösung würde deutlich teurer.

Drei Enthaltungen der Grünen-Fraktion

Die Gemeinde Sasbach wiederum verwendet für einen geplanten Lärmschutzwall für ein Wohngebiet vom Ortenaukreis anzuliefernden, unbelasteten Erdaushub. Der Gemeinde werden dafür zwölf Euro je Kubikmeter angerechnet: Bei einem Volumen von voraussichtlich 60.000 Kubikmetern sind dies 720.000 Euro. Insgesamt blieben an Sasbach dann noch 1,2 Millionen Euro hängen.

Landrat Frank Scherer (parteilos) freute sich in einem vorgeschalteten Pressegespräch über den „fairen Kompromiss“: Sasbachs Bürgermeister Gregor Bühler (CDU) sprach gar von einem „sehr guten Kompromiss“, nach Jahrzehnten immer wieder verworfener Pläne.

Er ist das Ergebnis eines Prozesses, der von der CDU angeregt worden war und, auch im Zusammenhang mit der neuen Straße zwischen Lahr und Ringsheim, in eine Matrix mündete, die fortan Grundlage bildet für die Berechnung des kommunalen Anteils bei Straßenbauprojekten.

Die Nordtangente soll bis 2028 fertig sein

Die Nordtangente soll bis 2028 fertig sein. Von einer „Win-win-Situation“ sprach Acherns OB Klaus Muttach (CDU). Lob gab es auch von Karl Früh (CDU). Mit der Nordtangente könnten jetzt auch Rettungsfristen verbessert und die Rad-Infrastruktur verbessert werden.

Der Ausschuss stimmte am Dienstag der Kostenverteilung fast einstimmig zu, die Grünen steuerten drei Enthaltungen bei. Deren Sprecherin Dorothee Granderath gratulierte Muttach: Die Kuh sei ja jetzt vom Eis.

Karlheinz Debacher (SPD) wollte sich auf die „Zahlenspielereien nicht einlassen“. Lukas Oßwald (LiLO) stimmte dagegen. In Achern steht man bereits in den Startlöchern für das Bebauungsplanverfahren, in Sasbach berät der Gemeinderat am 18. Juli. Der Kreistag hat am Tag darauf, 19. Juli, das letzte Wort.

nach oben Zurück zum Seitenanfang