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„Jahrhundertprojekt“

Nordtangente zwischen Achern und Sasbach soll bis 2028 Realität werden

Jetzt soll alles ganz schnell gehen: Bereits 2028 rechnet man in Achern mit der Fertigstellung der Nordtangente. Die soll die Innenstadt vom Durchgangsverkehr entlasten.

Hier soll die Nordtangente entlangführen – links Sasbacher Gemarkung, rechts das Gymnasium Achern. Foto: Roland Spether

Große Erwartungen knüpft man in Achern und Sasbach an die Nordtangente. Die neue Verbindung zwischen der Infrastrukturstraße und der Sasbacher Straße wird entlang der Gemarkungsgrenze beider Kommunen verlaufen und den Neubau des Klinikums in Achern mit der „neuen“ Bundesstraße 3 und der Unzhurster Straße Straße und damit mit dem übergeordneten Verkehrsnetz verbinden. Vor allem in Achern erwartet man zudem eine deutliche Entlastung für den Verkehr in der Innenstadt.

Erste Weichen stellt die Zustimmung der Gemeinderäte von Achern und Sasbach zu einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung beider Kommunen mit dem Ortenaukreis: Dabei geht es um die Herstellung der planungsrechtlichen Voraussetzungen für das Vorhaben. Mit Blick auf die Nordtangente war bei den Beratungen am Montag mehrfach von einem „Jahrhundertprojekt“ die Rede.

Denn es geht keineswegs allein um die „ortsdurchfahrtsfreie“ Anbindung des künftigen Klinikums, das zwischen der ehemaligen Eishalle und dem Gymnasium an der Berliner Straße entstehen soll. Nach aktuellen Berechnungen wird die Nordtangente täglich mindestens 13.000 Fahrzeuge aufnehmen und so zu einer erheblichen Entlastung der Innenstadt von Achern beitragen: Oberbürgermeister Klaus Muttach (CDU) erwartet für die Innenstadt ein Minus von 6.000 Fahrzeugen pro Tag.

Vorteile der Nordtangente

Doch das ist noch lange nicht alles: Positive Effekte hat die Nordtangente nach den Worten von Bürgermeister Dietmar Stiefel durch die Schaffung einer direkten Anbindung des Industriegebietes Sasbach-West, für das künftige Sasbacher Wohnbaugebiet „Waldfeld III“ und das bestehende Sportgelände.

Obendrein schafft die Nordtangente die Option einer zusätzlichen Anbindung der Heimschule Lender und des angedachten Baugebietes Kältebächel auf der Gemarkung Sasbach. Berücksichtigung finden soll bei den Planungen unter anderem auch der Bau neuer Radwege, ebenso der künftige Radschnellweg von Offenburg über Achern und Appenweier in Richtung Norden. Achern hofft zudem auf einen neuen Bahnhalt beim Klinik-Neubau.

„Die große Unbekannte ist die Querung von Bundessstraße 3 und Bahnlinie“, beschrieb Elke Köhler vom planenden Ingenieurbüro RS (Achern) den Knackpunkt der Planungen. Zur Wahl stehen ein Brückenbauwerk und eine Unterführung. Obwohl man sich im Acherner Gemeinderat einig ist, dass eine Unterführung die bessere Lösung darstellt, warnten die Vertreterin des Ingenieurbüros und die Stadtverwaltung vor einer verfrühten Festlegung.

Unabhängig davon hat die Stadt bereits erste Verhandlungen über den Ankauf der für den Bau der neuen Straße benötigten Flächen geführt: „Betroffen sind 37 Grundstücke“, berichtete Oberbürgermeister Klaus Muttach.

Von einer „Win-Win-Situation“ für Achern und Sasbach sprach CDU-Fraktionschef Karl Früh. Schade sei nur, dass man die Nordtangente vor Jahren verfrüht zu den Akten gelegt habe. „Große Hoffnungen für eine Verkehrsentlastung der Innenstadt“ verband Hand-Jürgen Morgenstern im Namen der Freien Wähler mit dem Bau der Nordtangente. Ähnlich äußerte sich Markus Singrün (SPD): Der Bau der Nordtangente sei „überfällig“ und sei auch im Interesse der Gemeinden Sasbach, Lauf und Sasbachwalden.

Gemeinderatsmitglieder melden Bedenken an

Bedenken meldete ABL-Fraktionsvorsitzender Manfred Nock mit Blick auf den zu erwartenden Flächenverbrauch für Straßenbau, Klinikum und zu die im Zusammenhang mit dem Straßenbau erwartende gewerbliche Entwicklung an. Dennoch sei die Realisierung der Nordtangente „zwingend“. Nock: „Wir stimmen zu mit schlechtem Gewissen.“

Ähnlich argumentierte Martin Siffling von den Grünen. Angesichts des Flächenverbrauchs verlangte er die Festschreibung von zwei bereits gefassten Beschlüssen des Acherner Gemeinderats in das Vertragswerk mit Sasbach und dem Ortenaukreis: Dabei geht es um den Rückbau eines nicht mehr benötigten Teilstücks der Infrastrukturstraße und den Verzicht auf den erst kürzlich sanierten Auffahrtsast von der Unzhurster Straße zur B3-neu.

Letzteres fand freilich keine Mehrheit im Gemeinderat: Insbesondere Manfred Nock warnte vor den möglichen negativen Folgen des Verzichts auf diesen Anschluss: Zu erwarten seien zusätzliche Verkehrsbelastungen in der Berliner Straße und der Kaiser-Wilhelm-Straße, an denen bekanntlich mehrere Schulen liegen.

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