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Besuche komplett untersagt

Ortenau Klinikum bereitet sich mit Krisenmodus auf Corona-Patienten vor

Das Ortenau Klinikum bereitet sich offenbar auf Corona-Patienten in großer Zahl vor. Alle verschiebbaren Eingriffe werden auf unbestimmte Zeit verschoben, um ausreichend Kapazitäten für Corona-Patienten zu haben. Außerdem greift von Montag an ein striktes Besuchsverbot.

Klinikum im Krisenbetrieb: Der Ortenaukreis, größter kommunaler Krankenhausträger im Südwesten, ordnet drastische Maßnahmen an um das Coronavirus einzudämmen. Foto: Bamberger

Das Ortenau Klinikum bereitet sich offenbar auf Corona-Patienten in großer Zahl vor. Der größte kommunale Klinikverbund im Südwesten verschiebt alle planbaren Eingriffe auf unbestimmte Zeit, um ausreichend Kapazitäten für Corona-Patienten zu haben.

Dies ist Teil eines ganzen Maßnahmenpakets, mit dem das Klinikum auf die Corona-Krise reagiert. Dazu gehört auch ein komplettes Besuchsverbot an allen Klinikstandorten sowie im Pflegeheim, das in der Nacht zum Montag um Mitternacht in Kraft gesetzt wird.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Überblick

An diesem Montag sollen die Änderungen im Betriebsablauf und die damit verbundenen Einschränkungen noch einmal in einem Pressegespräch ausführlich vorgestellt werde.

Im Mittelpunkt steht dabei die Sorge um die weitere Arbeitsfähigkeit des Gesundheitssystems. Dessen Zusammenbruch durch zu schnell steigende Fallzahlen oder die Erkrankung des medizinischen Personals soll verhindert werden.

In Kehl gibt es acht Beatmungsplätze

Das Klinikum hat bekanntlich seit einer Woche eine Isolierstation am Kehler Krankenhaus eingerichtet, mit weiteren ist zu rechnen. In Kehl gab es zuletzt acht Beatmungsplätze für Corona-Patienten. Mit Details hält man sich aber zurück, um keine Stigmatisierung einzelner Standorte zu bewirken. Zudem will man verhindern, dass Patienten ohne Absprache dort vorstellig werden.

An diesem Montag will der Kreis zudem bekanntgeben, wie sich die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus weiterentwickelt hat – angesichts der Nähe zum Elsass ist mit weiter steigenden Fallzahlen zu rechnen.

Weitreichende Maßnahmen sollen auch Mitarbeiter schützen

Vor dem Hintergrund der jüngsten Entwicklungen trifft das Ortenau Klinikum in Abstimmung mit Landrat Frank Scherer weitreichende Vorbereitungen, um die Versorgung der Bevölkerung unter den sich abzeichnenden Herausforderungen anzupassen.

„Wir stellen uns jetzt frühzeitig so auf, dass wir gut vorbereitet sind und die stationäre Gesundheitsversorgung auch für die kommenden Wochen und Monate sicherstellen. Dafür sind ein besonderes Handeln und weitreichende Maßnahmen notwendig“, so Geschäftsführer Christian Keller.

Die wichtigsten Zielsetzungen seien dabei die Versorgungssicherheit sowie der Schutz der Patienten und der Mitarbeiter. Von heute an werde das Ortenau Klinikum, entsprechend dem  Appell des Bundesgesundheitsministers, an allen seinen Standorten grundsätzlich alle planbaren Aufnahmen, Operationen und Eingriffe, soweit medizinisch vertretbar, auf unbestimmte Zeit verschieben.

Alle Informationen gibt es auf bnn.de/coronavirus

Konzentration auf dringende Fälle

Das Ortenau Klinikum werde sich damit auf die Patienten konzentrieren, die jetzt eine Versorgung dringend benötigen. Darüber hinaus werde man die dadurch frei werdenden Kapazitäten an Betten und Personal dazu nutzen, um mehr Intensivplätze zu schaffen. Damit will man möglichst viele Behandlungsmöglichkeiten für Patientinnen und Patienten mit schweren Atemwegserkrankungen durch Covid-19 bereitstellen.

Das Klinikum hat einen zentralen Krisenstab, örtliche Krisenstäbe in den Kliniken sowie mehrere Arbeitsstäbe eingerichtet, die die medizinischen und personellen Ressourcen des Klinikverbundes bündeln sollen.

Im medizinischen Bereich werden dabei insbesondere die Notfallversorgung, die Versorgung mit Intensivmedizin und die Versorgung mit dringenden operativen Eingriffen berücksichtigt, heißt es weiter.

Striktes Besuchsverbot an allen Standorten

Darüber hinaus hat das Ortenau Klinikum mit sofortiger Wirkung eine Urlaubssperre ausgesprochen. Das Ortenau Klinikum weist darauf hin, dass der Klinikverbund zum Schutz seiner Patienten und Mitarbeiter seit Mitternacht für alle Klinikstandorte sowie das Pflege- und Betreuungsheim Ortenau ein absolutes Besuchsverbot verhängt hat.

Wie wir über die Auswirkungen des Coronavirus berichten Auf bnn.de berichten wir zurzeit verstärkt über die wichtigsten Entwicklungen rund um Corona in der Region rund um Karlsruhe, Bretten, Pforzheim, Rastatt und Bühl. Jeden Tag schränken Kliniken die Besuchszeiten ein, Schulen schließen, Firmen schicken Mitarbeiter nach Hause. Es ist selbst für unsere Redaktion zeitweise schwierig, den Überblick zu behalten. Deshalb filtern wir für unsere Leser aus der Flut an Informationen, welche der vielen Corona-Meldungen wichtig sind – unter anderem in dieser Übersicht .

Alle Informationen prüfen wir, um keine Falschinformationen zu verbreiten. Viele Menschen, auch in unserer Redaktion, machen sich ohnehin Sorgen. Wir möchten sie informieren und nicht verunsichern.

Zwei unserer Kollegen befassen sich ausschließlich mit dem Thema Corona – als unsere internen Experten. Viele weitere BNN-Redakteure recherchieren täglich zu den Auswirkungen von Covid-19 in den Städten und Gemeinden der Region. Unsere Autoren sprechen mit Entscheidern in den Landratsämtern, Krankenhäusern und in Firmen. Gleichzeitig telefonieren sie (Betroffene treffen wir derzeit nicht persönlich) mit Menschen, die Cafés schließen, Veranstaltungen absagen oder zu Hause bleiben müssen.

So möchten wir dazu beitragen, dass Menschen in der Region sich auf dem aktuellsten Stand halten können, um die richtigen Entscheidungen für ihren Alltag und ihre Gesundheit zu treffen.

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