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Kleinkriminalität floriert

Polizeipräsidium Offenburg warnt vor Trickdieben auf Weihnachtsmärkten

Bestimmte Verhaltensweisen können auf dem Weihnachtsmarkt die Aufmerksamkeit von Dieben erregen. Welche sind das? Die Polizei klärt auf.

Übergriff: Die Sicherheit in der Innenstadt ist besser, als es das subjektive Gefühl manches Bürgers nahelegt. Auch der unterirdische Bahnbetrieb hat die City nicht unsicherer gemacht.
Und weg ist die Handtasche: Diebe machen sich auch auf Weihnachtsmärkten die Unaufmerksamkeit ihrer Opfer zunutze. Foto: Oliver Killig /dpa

Paul Riehle, Erster Polizeihauptkommissar beim Polizeipräsidium Offenburg (Referat Prävention), spricht über die hohe Diebstahlquote auf Weihnachtsmärkten – und gibt Tipps, wie man sich vor Übergriffen schützen kann.

Publikum vor Bühnen ist ein beliebtes Ziel

Sind Diebstähle auf Weihnachtsmärkten ein Problem?
Paul Riehle
Ja, und wir begegnen diesem Problem Jahr für Jahr wieder von Neuem. Und zwar auf allen Weihnachtsmärkten, obwohl wir diese in unregelmäßigen Abständen bestreifen. Menschenansammlungen ziehen ja auch ganz allgemein Trickdiebe an. Diese mischen sich unter die Menge und halten nach geeigneten Opfern Ausschau. Für die Kleinkriminellen ist es wichtig, leicht und unbemerkt an ihre Beute zu gelangen, vor allem an Geldbörsen, aber auch an Schmuck und andere Wertgegenstände.
Wie gehen Sie üblicherweise vor?
Paul Riehle
Sie schauen einerseits, wo man bei einladender Gelegenheit gut an Geldbörsen oder Wertgegenstände herankommen kann, und andererseits, wo Menschen abgelenkt sind. Zum Beispiel aufgrund von Darbietungen auf einer Bühne. Vielfach gehen sie aber auch arbeitsteilig vor, um Ablenkung bewusst herbeizuführen: indem einer das potenzielle Opfer zum Beispiel „aus Versehen“ vorn mit Glühwein bekleckert, während der oder die andere von hinten etwa den Rucksack aufschneidet oder in dessen Jackentaschen greift.
Paul Riehle ist Erster Polizeihauptkommissar beim Polizeipräsidium Offenburg.
Paul Riehle ist Erster Polizeihauptkommissar beim Polizeipräsidium Offenburg. Foto: Paul Riehle/Polizeipräsidium Offenburg
Was raten Sie Marktbesuchern, um sich zu schützen?
Paul Riehle
Ein hilfreicher Tipp ist sicherlich, Rucksäcke nicht auf dem Rücken zu tragen oder zumindest keine Wertsachen darin zu transportieren. Handtaschen sollten über die Schulter nach vorn oder zur Seite hängen, wenn möglich mit der Öffnung zum Körper. Wir raten, die Tasche zusätzlich mit dem Arm zu schützen, indem man ihn über die Tasche legt. Wichtig ist zudem, nicht zu viel Bargeld mitzunehmen: Wenn Täter sehen, dass jemand beim Bezahlen große Scheine dabeihat, verlockt das natürlich zum Diebstahl. In der Zahlsituation achtet man ohnehin besser darauf, den Inhalt der Geldbörse zu verbergen. Bei Kreditkarten gilt, niemals die PIN in der Nähe aufzubewahren.
Wie sollte man reagieren, wenn man trotz aller Vorsicht bestohlen wurde?
Paul Riehle
Bei Kreditkartendiebstahl sofort die Sperrnotrufnummer 116 116 anrufen, die rund um die Uhr erreichbar ist, und IBAN sowie Kartennummer mitteilen. Wenn die eigene Bank geöffnet ist, macht es Sinn, parallel dazu auch diese zu informieren. Und: Die Kontobewegungen in den Folgetagen sorgfältig im Auge behalten, um unzulässige Abhebungen schnell melden zu können. Außerdem sollte man den Vorfall unbedingt bei der Polizei zur Anzeige bringen
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