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Neues Buch mit Mummelsee und Achern als Kulisse

Schwarzwald-Krimi Autor Bernd Leix: „Wen ich umbringe, ist dem Zufall überlassen“

Ordentlich zur Sache geht es im neuen Buch von Bernd Leix. Ein Bösewicht tötet einen Lehrer und verteilt die Körperteile entlang der Schwarzwaldhochstraße. Warum so blutig, Herr Leix?

Blutiges Geschehen rund um den Mummelsee: Krimiautor Bernd Leix hat sein neues Werk vorgelegt - und lässt einen Bösewicht einen ökologisch engagierten Lehrer zerstückeln. Foto: Niklas Spether

Frau Schwarz und Herr Wald ermitteln gemeinsam: Ein abgetrenntes Bein im Hochmoor auf der Hornisgrinde, ein einsamer Kopf im Schoß der Mummelseenixe – im neuen Roman von Bernd Leix geht es ordentlich zur Sache. „hornisGRAU“, erschienen im Bühler SchwarzwaldMarie-Verlag, spielt rund um Achern und Seebach, und der Freudenstädter Krimischreiber glänzt mit exzellenten Detailkenntnissen.

Krimiautor Bernd Leix Foto: Axel Reich

Es ist das 14. Buch des Autors, der eigentlich Förster ist, und es ist auch der 14. Regiokrimi von Bernd Leix. Ein Genre, das in den letzten Jahren für Furore gesorgt hat, sei es auf der Leinwand oder auf gedrucktem Papier. Leix hat bereits 2004 seinen ersten Regionalroman geschrieben, seinerzeit um den Karlsruher Kommissar Oskar Lindt. Den gibt es immer noch, der zwölfte Band ist das nächste Projekt, sagt Bernd Leix im Gespräch mit ABB-Redakteur Frank Löhnig.

Herr Leix, mal zu Ihren Protagonisten: Frau Schwarz und Herr Wald, echt jetzt?
Bernd Leix

Ja warum denn nicht. Man muss auch mal ein bisschen übertreiben, damit die Dinge im Gedächtnis haften bleiben. Das ist eben ein Wortspiel, den Leuten macht es Spaß. Bei Lesungen werde ich oft darauf angesprochen, es sorgt regelmäßig für Erheiterung.

Wenn Sie so ein Buch schreiben, sehen Sie sich vorher die Schauplätze nochmals an? Sie glänzen ja wirklich mit beachtlichen Ortskenntnissen.
Leix

Das fällt mir leicht, ich schreibe eben über meine Heimat, und durch meine lange Zeit als Förster kenne ich mich natürlich im Umkreis gut aus. Es ist authentisch, über die Dinge zu schreiben, die mir vertraut sind.

In Ihrem jüngsten Band „hornisGRAU“ verteilen Sie die Leiche eines ökologisch engagierten Lehrers über die gesamte Region und über fast 300 Seiten. Eine späte Abrechnung mit einem Ihnen bekannten Pädagogen?
Leix

Aber nein, ich bin seit Jahrzehnten im Naturschutz engagiert, und ich habe überhaupt nichts gegen Lehrer – ich hatte früher solche und solche. Wen ich umbringe, das ist immer dem Zufall überlassen. Ich verwende keine realen Personen als Vorlage, aber ich merke mir bestimmte Facetten von Menschen, die mir in meinem Leben begegnen, und die baue ich dann ein. Also, wer mir über den Weg läuft, dem kann durchaus passieren, dass er sich mit einer Kleinigkeit seines Daseins in meinen Büchern wiederfindet.

Regiokrimis sind in, jeder Autor, der etwas auf sich hält, verlegt das Geschehen an seinen Sehnsuchtsort. Was fesselt die Leute so an diesem Genre?
Leix

Ursprünglich wollte ich gar nicht direkt regionale Romane schreiben, doch jedes Geschehen braucht einen Schauplatz. Aber ich erlebe bei meinen Lesungen immer wieder, dass es besonders gut ankommt, wenn die Leute die Örtlichkeiten wiedererkennen. Es gibt halt den Moortümpel auf der Hornisgrinde wirklich, und auch die Nixe im Mummelsee. Die hat übrigens bereits im Vorgängerroman eine Rolle gespielt: „mummelROT“.

Wie kamen Sie zum Schreiben?
Leix

Eigentlich wollte ich anfangs nur sehen, ob ich das durchhalte, ob ich die nötige Geduld habe. Ich habe sie. Für mein erstes Buch mit Kommissar Lindt war klar, dass es in Karlsruhe spielen muss, da ist einfach in Sachen Verbrechen viel mehr los als hier bei uns im Schwarzwald. Und ich kenne die Stadt und deren von Kriminalität durchzogene Wälder, weil ich dort einige Jahre Förster war.

Wie gehen Sie ein solches Buch an?
Leix

Es gibt kein festes Konzept, ich lasse mich überraschen, was so passiert. Mittlerweile gehe ich bei meinen Romanen recht routiniert vor, setze mich in den Keller, wo mein Laptop steht, zünde mir eine Pfeife an und lasse die Dinge auf mich zukommen. Eine spannende Handlung erfinden zu können, ist für mich selbst das größte Abenteuer.

War es schwer, anfangs einen Verlag zu finden?
Leix

Ja, durchaus. Es ist zumindest schwer, einen Verlag zu finden, der nicht als allererstes die Hand aufhält. Ich habe 15 Verlage angeschrieben und Leseproben verschickt, es gab kurze Absagen mit den wunderbarsten Formulierungen. An einem Samstagmorgen rief mich dann der Verleger des Gmeiner-Verlags aus Meßkirch an. Er hatte zwei Bedingungen: Weiterschreiben und Lesungen machen. Erst habe ich gezögert, denn eigentlich sollte das erste Buch unter Pseudonym erscheinen. Man kennt den Förster am Ort und was, wenn das ein Flop geworden wäre … Inzwischen lese ich wirklich gerne vor Publikum. Wenn ich sehe, wie die Zuhörer sich gruseln bei der Beschreibung, wie der abgeschnittene Kopf des Lehrers ans Heizungsrohr gehängt wird und unten der rosafarbene Schleim raustropft, dann macht mir das durchaus Vergnügen.

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