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Das sind die Gründe

Skilift Hundseck steht zum Verkauf

Was in den frühen 70er Jahren begann wird in absehbarer Zeit Geschichte sein: Für den Skilift auf Hundseck wird ein Nachfolger gesucht. Skiliftbetreiber Karcher bereitet sich auf den mittelfristigen Ausstieg vor, denn der Pachtvertrag mit der Gemeinde Bühlertal endet im Jahr 2029.

IDYLLISCHE IMPRESSIONEN von der Piste: Der Karcher-Skilift auf Hundseck rund zwei Kilometer vom Sand entfernt, lockt nach Schneefall immer Fans aus der Region an. Im kleinen Pavillon am Ende der Piste kann man sich aufwärmen. Foto: Margull Foto: A. Bühler

Der Skiliftbetrieb von Daniel und Nathalie Karcher auf Hundseck steht zum Verkauf. Spätestens, wenn 2029 der Pachtvertrag mit der Gemeinde Bühlertal endet, ist die Ära Karcher auf Hundseck Geschichte.

Die Schwarzwaldhöhen schimmern grün beim Blick vom Tal hinauf. Während in den vergangenen Jahren stets über Tage in Folge unbeschwerter Skisport möglich war, so geht in dieser Saison mit frühlingshaften Temperaturen gar nichts. „Wir haben immer mal wieder Probleme mit dem Wetter. Natürlich wäre es fatal, wenn wir in Folge so warme Winter wie jetzt bekämen. Das muss sich aber erst noch zeigen“, sagt Daniel Karcher.

Aus Altersgründen

„Nein, der Hauptgrund für den angebahnten Verkauf des Betriebes ist nicht die spürbare Klimaerwärmung, sondern die begrenzte Zeit bis zum Ende des Erbpachtvertrages im Sommer 2029. Den werden wir schlicht aus Altersgründen nicht verlängern“, nennt der Liftbetreiber die Gründe für das Verkaufsangebot im Internet.

Es habe eben alles seine Zeit, bilanziert Karcher, der sich an die Anfänge erinnert, als sein Vater mit einem Kumpel sozusagen als Skipioniere in den frühen 70er-Jahren die Sache in die Hand nahm.

Dann, ab 1978, haber er den Betrieb Stück für Stück um einen weiteren Lift und die Gebäude erweitert. Mittlerweile gibt es am Fuße des Skihangs ein Gebäudeensemble mit Skihütte, einer Betreiberwohnung und dauervermieteten Ferienwohnungen.

Einsatz mit Herzblut

„Vor rund zehn Jahren ist mein Vater dann ausgeschieden. Es gehört schon Passion dazu, wenn man so will richtig Herzblut, bis hier vor und nach dem Betrieb alles auf die Reihe gebracht ist. Dann ist schnell ein 15- bis 16-Stunden-Tag bei einer Öffnungszeit von 9 bis 22 Uhr für mich und meine Schwester Natalie beinander.“ Daniel Karcher sagt, er sei neben dem laufenden Geschäft mit seinem Ingenieurbüro „zeitlich sehr eingespannt. Das ist recht anspruchsvoll, wenn man bedenkt, dass es unter dem Strich kein Wochenende gibt.“ Mittlerweile sei er auch schon 57 Jahre alt; mit Blick auf den Erbpachtvertrag mit der Gemeinde Bühlertal sei es nur vorausschauend, sich rechtzeitig um die Ordnung des Betriebes für die Zukunft zu kümmern. „Ich werde auf jeden Fall nicht mehr mit 80 Jahren mit dem Betrieb beschäftigt sein“, bekräftigt er gegenüber dem Acher- und Bühler Boten.

Die Hütte läuft gut

Aus diesem Grund haben die Karchers auch die kleine Hütte direkt neben der Talstation seit April vergangenen Jahres verpachtet. „Die Hütte ist ganzjährig geöffnet und läuft gut in dieser Lage“, gibt sich Karcher zufrieden. Und wie sieht es mit dem Liftbetrieb aus, wenn kein Schnee fällt? „Sicher, dieses Jahr ist bis jetzt trotz der möglichen Beschneiung an Skifahren nicht zu denken. Ich habe über die Jahre Grafiken erstellt und festgestellt, es gibt Wellen, was die Temperaturen anbelangt.“

Das bedeute im Schnitt zwei Wochen Betrieb, drei Wochen zu oder eben auch umgekehrt. Um mehr Kontinuität zu erzeugen, sei 2011 die künstliche Beschneiung installiert worden, um für Vereine und Schulen verlässlichere Termine zu ermöglichen.

Chance für Event-Betrieb

Eines sei aber auch klar: „Dank der zunehmenden Besucherzahlen auch wegen des Nationalparks gibt es gute Chancen für einen Event-Betrieb. Hier kann man ja auch noch ausbauen. Man muss sich aber darüber im Klaren sein, dass es bei Neuschnee schon eine rustikale Nummer ist, bis alles auf Vordermann ist.“ Er sei mit den Planungen auf jeden Fall rechtzeitig dran und grundsätzlich für Konzepte in Absprache mit der Gemeinde Bühlertal für Ideen offen.

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