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Achern, Freistett und Honau

So lief das Wochenende an den Badeseen rund um Achern

Am Samstag, 1. August 2020, sind Rudi Schwindt (links) und Bogdan Mylovanow im Auftrag der Stadt Achern am Achernsee unterwegs. Sie sollen die Gäste auf mögliche Verstöße gegen die Corona-Regelungen hinweisen. Foto: Michael Brück Foto: Michael Brück

Von Michael Brück

Zu teuer, zu kompliziert, zu reglementiert. Nicht jeder, der den Sommer am Wasser genießen möchte, ist ein Freund von Freibädern. Der Besuch am Badesee ist da eine willkommene Alternative. Doch gerade in Corona-Zeiten will die Stadt Achern auf Nummer sicher gehen – und hat beispielsweise für den Achernsee rechtzeitig vor dem bislang heißesten Wochenende des Jahres die Besucherzahl eingeschränkt. Noch am brütend heißen Freitag galt keine Obergrenze. Samstag und Sonntag durften dagegen nur noch höchstens 1.500 Besucher auf das Seegelände.

„Am Freitag waren fast 2.500 Gäste hier, da wurde es schon eng“, berichtet Rudi Schwindt. Der Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma steht am Samstagnachmittag mit drei Kollegen vor dem Eingangstor zum beliebten Badesee vor den Toren Acherns. In der Hand einen Klicker, mit dem er die Gäste zählt, die an diesem schwül heißen Sommertag Abkühlung suchen. „Wenn es zu viel wird, müssen wir weitere Besucher abweisen“, erklärt er.

Diskussionen vor allem mit Jugendlichen

Doch so weit sei man bislang noch nicht. „Wir liegen jetzt gerade bei etwa 75 Prozent der Kapazität“, bestätigt Bogdan Mylovanow. Der 25-Jährige startet gerade zu einem kleinen Rundgang über das weitläufige Gelände. Bislang, so erzählt er, gebe es hier draußen keine Probleme mit Menschen, die sich nicht an die geltenden Abstandsregeln halten. „Zwar müssen wir gerade bei den Jugendlichen öfter mal diskutieren. Da fehlt es doch immer mal wieder an der nötigen Einsicht.“

Im Großen und Ganzen könne man da aber auch die nötige Überzeugungsarbeit leisten, sagt er. „Sie lassen mit sich reden und weitestgehend gibt es hier keinerlei Schwierigkeiten mit den Regeln. Die meisten älteren Besucher und Familien achten sowieso auf genügend Abstand.“

Tatsächlich verteilen sich die Lager der Sonnenhungrigen großzügig über die Liegewiese. Familien sitzen beisammen, daneben einige Meter Platz zum nächsten Grüppchen junger Leute, die gemeinsam am See abhängen. Und auch im Wasser verteilt sich die Masse der Badegäste gut und übersichtlich.

Badefreude in der Natur

„Die Atmosphäre ist entspannt, und ich habe das Gefühl, die Menschen achten schon ein bisschen aufeinander“, sagt Luise aus Achern. Die 69-Jährige verrät zwar nicht ihren Nachnamen, wohl aber, dass sie schon seit vielen Jahren einen großen Bogen um die Freibäder macht. „Hier am See ist man doch wirklich noch in der Natur – ohne gechlortes Wasser. Man kann sich sehr gut aus dem Weg gehen, weil das Gelände so groß ist.“ Und der kleine Strand erinnere ja auch ein wenig an Urlaub am Meer, sagt sie sichtlich gut gelaunt.

Vor dem See suchen derweil noch etliche Autofahrer einen Parkplatz. Dem sonst üblichen wilden Parken entlang der Großweierer Straße hat die Acherner Stadtverwaltung ein Ende gesetzt. Rot-weiße Leitbaken stehen rechts und links an den Seitenstreifen, verbunden mit Absperrband. Mit der jüngsten Bitte, den See doch möglichst per Fahrrad anzufahren, konnte man sich noch nicht durchsetzen. Die Idee mag gut erscheinen. Im realen Leben schleppt ein typischer Seebesucher vom Sonnenschirm über die Kühlbox bis zur Luftmatratze aber so viel Gepäck ans Seeufer, dass die Anfahrt auf dem Zweirad wohl eher schwierig werden könnte.

Deutlich entspannter verläuft die Parkplatzsuche am Badesee in Rheinau-Freistett. Rund um das idyllisch gelegene Seegelände, wo man sich laut Stadtverwaltung verbrieft auf eine „ausgezeichnete Wasserqualität“ freuen darf, tummeln sich bei 32 Grad etwa 300 bis 400 Gäste. Im Strandbereich wird gegrillt, Besuchergruppen haben Pavillons aufgebaut, andere bauen ihre Wasserpfeife auf – für einen entspannten Nachmittag am Baggersee. Auch hier sind die Abstände zu den Nachbarn keineswegs fließend. Man achtet auf Abstand und genießt den Sommer. „Es ist hier klein und familiär. Genau richtig für unsere Kinder“, schwärmt eine Mutter.

Eher ruhig geht es auch am Baggersee in Honau zu. Entlang des Seeufers haben sich vorwiegend Familien mit Kindern niedergelassen. Auch hier liegen die Menschen nicht dicht gedrängt, man kennt sich, plaudert, aber bleibt auf Abstand. Wie an den beiden Badeseen zwischen Achern und Rheinau hatte an diesem Wochenende auch in Honau die Vernunft die Oberhand. Von Corona-Hotspots keine Spur.



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