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Tropfen auf den heißen Stein

Stadtbäume in Achern leiden unter der anhaltenden Trockenheit

Auch wenn mit den Gewittern der vergangenen Wochen starke Regenfälle einhergingen - die Natur leidet Durst. Die Mitarbeiter des Acherner Bauhofs sind deshalb in den Sommermonaten praktisch jeden Tag im Einsatz und bewässern die Pflanzen im Stadtgebiet mit verschiedenen Methoden.

Manfred Hirt aus Tiergarten arbeitet als Gärtner bei der Stadt Achern. Im Hochsommer ist der gelernte Landschaftsgärtner ausschließlich für die Wasserversorgung der Pflanzen zuständig. Gemeinsam mit einem Kollegen bringt er täglich rund 15.000 Liter Wasser an die Pflanzen. Auf unserem Foto befüllt er einen 100-Liter-Wassersack an einem jungen Baum vor der Jahnhalle. Foto: Michael Brück

Von Michael Brück

Gut 17 Liter Regenwasser pro Quadratmeter sind in der Nacht zum Montag über Achern niedergegangen, begleitet von Blitz und Donner. Darüber, so sagt Martin Meier vom städtischen Bauhof in Achern, seien die Gräser und Blumen nach den heißen Hochsommertagen der vergangenen Wochen recht dankbar.

„Die haben jetzt wieder ein paar Tage Ruhe, und wir müssen auf den öffentlichen Flächen nicht so viel nachwässern“, erklärt er. Bei den Bäumen sehe das allerdings anders aus. „Da sind die Niederschläge eher ein Tropfen auf den heißen Stein. Insgesamt leidet die Natur unter der anhaltenden Trockenheit.“

Trockenheit lässt sich so schnell nicht wieder ausgleichen

Meier verantwortet als Vorarbeiter in der Gärtnerei das Wohl von rund 4.700 Bäumen, die derzeit im Acherner Kataster aufgeführt sind. Und er stellt fest, dass es den Regenmangel nicht nur in den Sommermonaten gebe. Auch in den anderen Jahreszeiten seien die Niederschlagsmengen in den vergangenen Jahren stark rückläufig gewesen. „Der Boden ist trocken, das lässt sich so schnell nicht wieder ausgleichen.“

Bereits seit 2018 setze die Stadt Achern deshalb Bewässerungssäcke ein, um vor allem die jungen Bäume im Stadtgebiet mit ausreichend Wasser zu versorgen. Eine Reaktion auf die immer trockeneren Böden, wie es aus dem Rathaus heißt.

„Die Säcke fassen rund 100 Liter Wasser und werden um die Stämme gelegt und dort fixiert“, erklärt Martin Meier. „Über kleine Löcher am Boden sickert das Wasser dann in acht bis zehn Stunden direkt bei den Wurzeln in den Boden.“ Gut eine Woche lang könnten die Bäume dann von dem Wasser zehren, bis die Säcke erneut aufgefüllt werden.

„Die Wurzelballen der jungen Bäume können auf diese Weise in der Anwachszeit effektiv mit Wasser und Nährstoffen versorgt und deren Wachstum positiv gefördert werden.“ Im Herbst, so erklärt Meier, würde man die Bewässerungssäcke wieder einsammeln und bis zum nächsten Frühjahr einlagern.

Bewässerungssäcke und Gießringe kommen nur im Sommer zum Einsatz

Gut 50 Bäume werden auf diese Weise im Hochsommer mit dem kühlen Nass versorgt. Dazu sind Manfred Hirt und einer seiner Kollegen aus der Gärtnerei des Bauhofes in den Sommermonaten praktisch jeden Tag im Einsatz. „Täglich bringen wir rund 15.000 Liter Wasser an die Pflanzen“, erzählt der 49-jährige Landschaftsgärtner.

Die Linden auf der Illenauer Allee verlieren bereits massiv ihre Blätter. Martin Meier vom Acherner Bauhof erklärte, dass allein die Baumneupflanzungen in der Illenau bewässert werden können. Foto: Daniela Busam

Neben den Bewässerungssäcken füllen sie Gießringe auf. „Das sind Kunststoffringe, die ebenfalls 100 Liter Wasser fassen. Mit ihnen werden beispielsweise die Bäume in der Martinstraße bewässert“, erklärt Hirt. Der Rest des Wassers werde für Blumen und Sträucher in den öffentlichen Anlagen benötigt.

Darauf verzichten, so sagt der Gärtner, könne man nicht. „Die Pflanzen, und ganz besonders die Bäume, brauchen in den warmen Monaten eine regelmäßige Versorgung mit Wasser, um gesund zu bleiben.“

Doch woher stammt das Wasser, das in den Erhalt der Pflanzenwelt fließt? „Im Moment haben wir durch die zwischenzeitlichen Regenfälle genügend Wasser in den Speichern, um dort zu entnehmen“, erklärt dazu Martin Meier. „Sollte es zu einer Wasserverknappung kommen, ziehen wir das Wasser aus einem Brunnen beim Klärwerk.“

Die Kosten für die Bewässerung könne man allerdings nicht ausweisen – sie würden üblicherweise nicht erfasst. Es werde lediglich ermittelt, wie hoch die Lohn- und Maschinenkosten seien, die für alle Bewässerungsmaßnahmen inklusive Staudenbeeten und Wechselflor anfallen, heißt es hierzu aus dem Acherner Rathaus.

Durstlöscher gesucht

Da die Stadt Achern nicht alle der rund 4.700 im Kataster verzeichneten städtischen Bäume mit Wasser versorgen kann, werden generell nur die jungen Bäume mit Wassersäcken und Gießringen ausgestattet. Bei den älteren Bäumen hofft Martin Meier auf die Mithilfe der Bürger: „Einmal in der Woche zwei oder drei Gießkannen voll Wasser hilft den Bäumen schon sehr. Wir würden uns freuen, wenn sich hier und da die Anwohner um einen Baum vor ihrer Haustür kümmern könnten.“

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