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Stadt wächst weiter

Strom, Wasser, Abwasser: 1.000 neue Wohnungen in Achern und die Folgen für die Versorgung

Achern ist auf dem Weg zu neuer Größe. Aber welche Auswirkungen hat es, wenn in nächster Zeit 1.000 neue Wohnungen fertig werden? Ein Blick auf die gegenwärtige Infrastruktur.

Das Klärwerk in Achern: Hier zeichnet sich vor dem Hintergrund der weiteren Entwicklung der Gesamtstadt langfristig Bedarf für eine bauliche Erweiterung der Belebungsbecken ab. Foto: Michael Moos

Das Wachstum scheint keine Grenzen zu kennen. Die Große Kreisstadt Achern ist auf dem Weg zu neuer Größe: Wenn die gegenwärtig entstehenden rund 1.000 neuen Wohnungen eines Tages fertig sind, rückt die 30.000-Einwohner-Marke in erreichbare Nähe.

Das wirft Fragen auf: Ist die gegenwärtige Infrastruktur, beispielsweise bei Strom, Wasser und Abwasser für die neue Größe gerüstet? Zumindest beim Klärwerk zeichnet sich auch mit Hinblick auf die gewerbliche Entwicklung Bedarf für eine bauliche Erweiterung ab.

Keine Probleme sieht das Elektrizitätswerk Mittelbaden für die Stromversorgung: „Das Umspannwerk Achern ist Teil eines Versorgungsverbunds, der über mehrere Umspannwerke und über ein leistungsstarkes Mittelspannungsnetz ausreichend dimensioniert ist und durch die Vernetzung eine hohe Versorgungssicherheit aufweist“, wendet sich EMW-Sprecherin Anthea Götz gegen Spekulationen, die etwas anderes sagen.

Umspannwerk in Achern bleibt erhalten – Erneuerung nach 2030

Wenn einzelne Unternehmen angesichts ihres gestiegenen Energiebedarfs allerdings über den Bau eigener Energieerzeugungsanlagen nachdenken, sei das im Sinne der Energiewende, die auf lokale Lösungen abzielt. „Der Betrieb von eigenen Gaskraftanlagen kann durchaus eine wirtschaftliche Alternative zu den Netzanschlusskosten sein, die zum Beispiel ein Industrieunternehmen bei stark erhöhtem Leistungsbedarf zu tragen hat“, betont Anthea Götz.

Das Umspannwerk am Freibad in Achern bleibe erhalten, allerdings sei die Erneuerung einzelner Komponenten aus technischen Gründen nach dem Jahr 2030 zu erwarten.

Für die Versorgung der zusätzlichen Haushalte mit Trinkwasser erwartet die Stadtverwaltung Achern keine Probleme. „Pro Jahr und Einwohner rechnet man mit einem Wasserverbrauch zwischen 30 und 40 Kubikmeter gerechnet, was bei einem rechnerischen Zuwachs von 2.000 Personen ohne weiteres durch die bestehenden Anlagen und Techniken geliefert werden kann“, so Rathaus-Sprecherin Helga Sauer.

Problematisch sei der zusätzliche Verbrauch allerdings im Sommer, wenn für die Bewässerung von Gärten und Rasenflächen sowie den Betrieb der von privaten Schwimmbädern viel Wasser benötigt wird.

Neue Wohnungen in Achern: So ist der Stand bei Trinkwasser und Abwasser

Um die Versorgung mit Trinkwasser zu sichern, geht die Stadt derzeit zwei Wege, so Helga Sauer. Zum einen soll der Verbrauch von Wasser zur Beregnung von Sport- und Reitplätzen deutlich reduziert werden. Vorgesehen ist der Bau von insgesamt drei Beregnungsbrunnen in Fautenbach, Wagshurst und Achern.

Die Spitzenverbräuche können damit deutlich reduziert werden.
Helga Sauer, Rathaus-Sprecherin

„Bei 30 bis 40 Kubikmeter Verbrauch pro Platz und Nacht können die Spitzenverbräuche damit deutlich reduziert werden“, so Helga Sauer. Wie berichtet, ist ferner die Erweiterung der Enthärtungsanlage im Wasserwerk „Rotherst“ um einen zweiten Reaktor geplant. Auf diese Weise könne man Ausfallzeiten der Enthärtungsanlage minimieren und in Zeiten mit hohem Verbrauch mehr Wasser aufbereiten. Mit dem Bau soll 2022 begonnen werden.

Das Abwasser von gut 20.000 Einwohnern aus Achern, Oberachern, Fautenbach, Gamshurst und Großweier wird in der Kläranlage Achern behandelt und gereinigt. Die Kennzahl für die Kapazität des Klärs ist der Einwohnergleichwert, die Anlage in Achern ist auf 30.000 Einwohnergleichwerte ausgerichtet. Das bedeutet laut Helga Sauer, dass unter Einbeziehung der gewerblichen Abwässer im Jahresmittel die Ausbaugröße der Kläranlage derzeit „gerade noch nicht überschritten“ wird.

Aktuell geht die Stadt Achern davon aus, dass die anstehenden Zuwächse im häuslichen Bereich für die Kläranlage keine Probleme darstellen. In Abhängigkeit der künftigen Entwicklung in den Gewerbegebieten müsse nach Darstellung von Helga Sauer jedoch mittelfristig von einer baulichen Erweiterung der Belebungsbecken ausgegangen werden.

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