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Nach Unfall mit Radfahrerin

Unterschriften für mehr Verkehrssicherheit am Dichmüllerplatz in Achern-Oberachern

Für mehr Verkehrssicherheit am Dichmüllerplatz in der Holzstraße in Oberachern setzen sich mehr als 280 Menschen ein. So viele Unterschriften kamen zusammen, nachdem an der Ecke ein Unfall passiert war.

Teresa Reinbold sammelt Unterschriften für eine Verbesserung der Verkehrssituation am Dichmüllerplatz in Oberachern. Foto: Michaela Gabriel

Am Dienstagmorgen sollen die Listen Oberbürgermeister Klaus Muttach (CDU) übergeben werden. Abends könnte das Thema in der Ortsratssitzung zur Sprache kommen.

Parkende und fahrenden Autos, Radfahrer, Traktoren und spielende Kinder treffen an der s-förmigen Verschwenkung der Holzstraße am Dichmüllerplatz zusammen. Wenn Müllabfuhr ist, verengen die Mülltonnen eines Mehrfamilienhauses die Kurve. Es gibt keinen Gehweg.

„30 Stundenkilometer sind hier zu schnell“, sagt Teresa Reinbold, die direkt am Dichmüllerplatz wohnt. Sie habe selbst schon Vollbremsungen machen müssen, weil unerwartet und zügig Gegenverkehr kam. Wenn am Straßenrand geparkt werde oder Mülleimer dort stünden, sei es zu eng, um aneinander vorbei zu kommen.

Auch Kinder sind gefährdet

Besonders heikel werde es, wenn vom Bienenbuckel her kommende Autos beim Linksabbiegen die Kurve schneiden müssten, weil die rechte Straßenseite in der Kurve von parkenden Autos blockiert sei. Das sei der Fall gewesen, als vor einigen Wochen eine von der Oberacherner Straße her kommende Radfahrerin unter die Räder eines Autos geraten sei, so die Anwohnerin.

„Das Auto kam ihr auf ihrer Seite entgegen“, habe sie beobachtet. Sie sei zu der verletzt auf der Straße liegenden Frau gelaufen und habe geholfen. „Das war ja selbstverständlich, aber man will sowas nicht erleben“, sagt sie. Auch Kinder seien an der Stelle gefährdet. „Und hier spielen viele Kinder.“ Deshalb habe sie nach dem Unfall zusammen mit ihrer Nachbarin Natalie Vogt Unterschriften gesammelt. „Es muss etwas passieren“, sagten sich die beiden Frauen.

Viele Oberacherner sehen das genauso. Sowohl in der Holzstraße als auch in benachbarten Straßen und in einer örtlichen Lotto-Annahmestelle kamen mehr als 280 Unterschriften für mehr Sicherheit am Dichmüllerplatz zusammen. Auch Besucher von Anliegern hätten unterzeichnet. Eine fertige Lösung für mehr Sicherheit hat Teresa Reinbold nicht: „Ich weiß, dass nicht alle Anwohner es gut fänden, wenn hier eine Spielstraße eingerichtet würde.“ Die Sichtverhältnisse zu verbessern und die Geschwindigkeit zu drosseln, wären ihr wichtig.

Um der Gefahrenstelle zu entgehen, wählt sie selbst mit ihrem kleinen Sohn alternative Wege. Sie überquert die Holzstraße in einem Abschnitt mit guter Sicht und wechselt über einen Fuß- und Radweg ins benachbarte Wohngebiet Dichmüllerstraße: „Dort gibt es beidseitige Gehwege und die Fahrbahn ist breiter als in der Holzstraße.“

Oberbürgermeister Klaus Muttach möchte die Überlegungen der Anwohner mit einem Vertreter der Straßenverkehrsbehörde besprechen, sagt er zu. Eine Bewertung könne er vorab nicht vornehmen, weil er die genauen Vorschläge noch nicht kenne und weil wegen der Zuständigkeit der Straßenverkehrsbehörde die kommunalpolitische Entscheidungskompetenz eingeschränkt sei.

Der Unfall mit der Radfahrerin am Dichmüllerplatz hatte nach Ansicht von OB Klaus Muttach nichts mit der baulichen Situation dort zu tun. Die Pkw-Fahrerin sei von der Sonne geblendet worden und habe die Radfahrerin deshalb übersehen.

Aufgegriffen hat das Thema auch Udo Tetzlaff, Anwohner in der Holzstraße und Mitglied des Ortsrates. Er habe Oberbürgermeister Muttach nach dem Unfall mit der Radfahrerin geschrieben und sich auch an das Ordnungsamt gewendet. Er betrachte es als ungünstig, dass in der Kurve geparkt werde. Möglicherweise werde am Dienstag ihm Rahmen der Ortsratssitzung darüber gesprochen.

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