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Frust über Sanitäranlagen

Warum es in den Rheinauer Realschul-Toiletten keine Seife mehr gibt

In der Toilette der Rheinauer Realschule gibt es keine Seife mehr. Das hat nicht etwa mit Geldproblemen der Schule zu tun, sondern mit dem Zustand der Sanitäranlagen an sich und dem Unmut der Schüler darüber. Von einem stillen Schülerprotest ist die Rede.

Die Rheinauer Realschule. Foto: kec

In der Toilette der Rheinauer Realschule gibt es keine Seife mehr. Das hat nicht etwa mit Geldproblemen der Schule zu tun, sondern mit dem Zustand der Sanitäranlagen an sich und dem Unmut der Schüler darüber. Die Toiletten sollen zwar in den Sommerferien kommenden Jahres saniert werden - die Schüler können es anscheinend aber nicht mehr abwarten, spielten etwa Fußball mit den Seifenspendern.

Von unserer Mitarbeiterin Karen Christeleit

Eigentlich war der öffentliche Teil der jüngsten Bezirksbeiratssitzung in Rheinau-Freistett  schon fast beendet, als eine einfache Frage der neuen Bezirksbeirätin Heiderose Keck für Aufregung sorgte. „Eine Mutter eines Realschülers fragte mich, ob es richtig sei, dass es auf der Toilette keine Seife mehr gäbe“, teilte Keck mit: „Seife gäbe es nur noch am Waschbecken in den Klassenzimmern.“

Einwand stößt nicht auf Gegenliebe

Nicht nur, dass das keine Frage für den Bezirksrat sei wurde sie belehrt, sondern auch aufs Heftigste angegriffen. „Das ist doch Blödsinn“, regte sich Bürgermeister Michael Welsche auf und sah sich schon den schlimmsten Schlagzeilen in den Zeitungen ausgesetzt: „Die Schulen haben Mittel, da wurde wohl nur das Auffüllen von der Putzfrau vergessen.“

Die Seifenspender sind derzeit in den Klassenzimmern anstatt in den Toiletten.
Realschul-Rektor Torsten Huber bestätigt das Gerücht

Der Rheinauer Realschul-Rektor Torsten Huber bestätigt auf Nachfrage: „Die Seifenspender sind derzeit in den Klassenzimmern anstatt in den Toiletten." Die Schülertoiletten der Realschule seien mittlerweile so alt wie die Schule selbst, nämlich über 50 Jahre. Sie seien in hygienisch gutem Zustand, die Optik lasse aber zu wünschen übrig.

Die fest an der Wand installierten Seifenspender seien bereits seit letztem Schuljahr defekt und hätten entfernt werden müssen. Da geplant sei, die Schülertoiletten in den Sommerferien 2020 zu entkernen und komplett zu sanieren, seien keine neuen, teuren Wand-Seifenspender aufgehängt, sondern als Übergangslösung Hand-Seifenspendern angeschafft worden.

Stiller Schülerprotest?

Doch die Schüler gingen derzeit nicht besonders achtsam mit den Toiletten um. „Es handelt sich hierbei wohl um eine Art stillen Schülerprotest“, vermutet Huber, „da die Schüler mit den alten Toiletten sehr unzufrieden sind.“ So seien laut Huber mehrfach mit den Papierhandtüchern Toiletten absichtlich verstopft und mit den Handseifenspendern Fußball gespielt oder Seife auf dem Boden verteilt worden. Die Problematik sei im Schülerrat besprochen worden und Lehrer gingen verstärkt in die Toiletten, um diese zu kontrollieren.

Es handelt sich hierbei wohl um eine Art stillen Schülerprotest, da die Schüler mit den alten Toiletten sehr unzufrieden sind.
Torsten Huber

Händewaschen in den Klassenzimmern möglich

Die absichtlichen Verschmutzungen und der Vandalismus ließen sich zwar vermindern, jedoch nicht komplett abstellen. „Ich habe daher mit dem Schülerrat besprochen, dass wir vorerst keine Handseifenspender mehr in die Toiletten stellen, sondern, dass die Schüler in jedem Klassenzimmer und Fachraum Handseifenspender und Papierhandtücher vorfinden und sich dort die Hände waschen können“, erklärte der Rektor, „diese Regelung funktioniert problemlos.“

Ferner befinde sich vor dem Sekretariat für jeden Schüler frei zugänglich ein Schrank mit Hygieneartikeln und Handdesinfektion. Dies werde von etlichen Schülern genutzt. Chronisch kranke Schüler, welche verstärkt auf Hygienemaßnahmen wegen einer erhöhten Ansteckungsgefahr angewiesen seien, hätten die Erlaubnis, die im Sommer 2019 neu installierte Behindertentoilette im Verwaltungsbereich zu nutzen. Diese Toilette habe einen eigenen Seifenspender.

Sanitäranlagen sollen saniert werden

„Für die neuen Toiletten sind selbstverständlich fest installierte Handseifenspender und Papierhandtuchspender vorgesehen“, so Huber, „Erfahrungen vergleichbarer Schulen zeigen, dass die Schülerschaft nach einer Generalsanierung der Toiletten wieder deutlich achtsamer mit dem Inventar umgeht, Verschmutzungen zurückgehen und Vandalismus komplett eingestellt wird."

Dieser Beitrag erschien am 22. November zuerst in der E-Paper- und Printausgabe des Acher- und Bühler Bote .

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