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Interne Feiern in den Kindergärten

Weil Martinsumzüge ausfallen: Das Alternativprogramm rund um Achern

Rund um Achern fallen in diesem Jahr viele Martinsumzüge aus, weil die Corona-Verordnung eine Durchführung kompliziert macht. Wo und wie wird dennoch gefeiert?

Martinsumzug alternativ: Mit selbst gebastelten Windlichtern werden heute die Schüler der 3. und 4. Klasse das Licht und die Freude mit den älteren Bewohnern des „Hauses am Marktplatz“ teilen - hier die Schüler beim Basteln der Windlichter mit ihrer Lehrerin Lena Dresel Foto: Roland Spether

In normalen Jahren würden an diesem Donnerstag, 11. November, Kinder in allen Orten der Region mit leuchtenden Laternen hinter „Sankt Martin“ hoch zu Pferd laufen, die vertrauten Lieder singen und in einem Spiel die Mantelteilung miterleben. Dies wird nur in den Pfarreien Fautenbach, Großweier und Mösbach jeweils ab 16.30 Uhr unter Einhaltung der aktuellen Corona-Regeln so sein.

In allen anderen Gemeinden des Acher-, Lauf- und Sasbachtals gibt es keine Martinumzüge. In Sasbachwalden findet unter der 3G-Regel eine Martinsfeier im Kurpark statt.

In den Kindergärten in Achern und in allen Umlandgemeinden finden interne Martinsfeiern statt, bei denen die Kinder etwas über das Leben und Wirken von Martin erfahren. „Stationen auf den Spuren von St. Martin“ können Familien am Sonntag, 14. November, von 16.30 bis 18.30 Uhr in Achern gehen. Start und Ziel ist auf dem Kirchplatz.

Keine öffentlichen Martinsfeiern in Sasbach

Die Verwaltung der Gemeinde Sasbach traf Anfang November die Entscheidung, keine öffentlichen Martinsfeiern abzuhalten. „Die Gesundheit ist unser aller höchstes Gut und wir danken für Ihr Verständnis für diese Entscheidung, welche den Verantwortlichen sehr schwer fiel“, so Bürgermeister Gregor Bühler.

Traditionell sind beim Martinsumzug in Kappelrodeck einige hundert Kindern und Erwachsenen dabei, versammeln sich um ein großes Martinsfeuer auf der „Herrenmatte“ und genießen mit Freunden Glühwein und Kinderpunsch. Doch erneut sorgt Corona für eine Absage, wiewohl ein Umzug unter Auflagen denkbar sei.

Doch nach Bürgermeister Stefan Hattenbach habe der Gemeindetag analog der aktuellen Verordnung Tests für nicht-immunisierte Besucher empfohlen. Ferner bedarf es „der Erstellung eines Hygienekonzepts sowie zur Sicherstellung der Kontaktnachverfolgung im Falle eines Covid-19-Ausbruchs einer Datenverarbeitung“. Dies sei bei den vielen Teilnehmern, bei Dunkelheit und bei einem Umzug durch den halben Ort nicht machbar, so Hattenbach. Doch in den Kindergärten würde mit eigenen Feiern an St. Martin erinnert.

Rote Herzen und gelbe Sterne werden aus besonderen Martinslaternen leuchten, die die Schüler der Waldulmer Grundschule an diesem Donnerstag zu älteren Menschen in das „Haus am Marktplatz“ in Kappelrodeck tragen.

„Wir möchten mit den selbst gebastelten Windlichtern das Licht und die Freude teilen“, so die Schulleiterin Jasmin Fischer. Mit ihren Kolleginnen und den Schülern der 3. und 4. Klassen hatten sie einen Plan für eine alternative Martinsfeier ausgearbeitet.

Als klar war, dass in Waldulm wie an anderen Orten coronabedingt kein Martinsumzug stattfinden kann, wurde ganz im Sinne des „Heiligen der Nächstenliebe und des Teilens“ eine Windlichter-Idee geboren.

Schüler bemalen Windlichter zu Sankt Martin

Die Windlichter haben die Schüler nach ihren Ideen bemalt und mit Sternen, Kerzen, Bäumen und Herzen verziert und dabei ganz viel Martinsfreude hineingelegt. Denn diese hatte auch der echte Martin und römische Soldat (316 bis 397), als er damals in der Stadt Amiens keinen großen Bogen um einen Bettler machte, sondern ihn wahrnahm, mit seinem Pferd anhielt und mit ihm seinen Mantel teilte.

Der frommen Legende nach soll ihm in der Nacht Jesus mit jenem Mantelstück erschienen sein, das er mit dem Bettler teilte. Martin quittierte den Militärdienst, wurde Christ und Einsiedler, doch seine Nächstenliebe, Bescheidenheit und Gerechtigkeit war im Volk so geachtet, dass ihn die Bürger von Tours 371 zum Bischof erwählten.

Fortan kümmerte er sich um die Kranken, Armen und Notleidenden. Er wurde zu einem richtig hell leuchtenden „Windlicht“, das seit 1.700 Jahren scheint und das die Schüler heute wie einst Martin zu den älteren und kranken Menschen tragen. Für ihren Martinsweg von Waldulm nach Kappelrodeck bekommen sie von der Gemeinde „Dambedei“ als Vesper in den Rucksack, die Ortsvorsteher Johannes Börsig in die Schule bringt.

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