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26. September

Kirche wird zum Fernsehstudio: ZDF überträgt Gottesdienst am Sonntag aus Achern-Fautenbach

Das ZDF überträgt am Sonntag den Fernsehgottesdienst aus der Kirche St. Bernhard in Achern-Fautenbach. Das bedeutete viel Vorbereitung – für Gemeindemitglieder, aber auch für den Pfarrer beim Sprechtraining.

ZDF-Übertragungstechnik kennenzulernen war für die Jugendlichen eigene Motivation, mitzuhelfen - David Falk (links) im Gespräch mit einem Kameramann. Foto: Michael Karle

Am Sonntag erlebt die Fautenbacher Kirche St. Bernhard einen Höhepunkt der besonderen Art. Bei der Übertragung des ZDF-Fernsehgottesdienstes aus der Jugendkirche der Seelsorgeeinheit Achern ist mit etwa einer Million Besuchern zu rechnen. Weder bei der Einweihung vor 65 Jahren, noch nach dem Umbau zur Jugendkirche vor vier Jahren waren solche Dimensionen vorstellbar.

Pfarrer Joachim Giesler erinnert sich an die erste Anfrage vor einem halben Jahr. Die Katholische Hörfunk- und Fernseharbeit hatte sich über die Pressestelle der Erzdiözese Freiburg an ihn gewandt. „Wir sind ja eine offene Gemeinde. Wir freuen uns, wenn viele mit uns Gottesdienst feiern“, schmunzelt der Pfarrer, der bisher nur theoretisch wusste, welche Besonderheiten eine Live-Übertragung im Fernsehen bringt.

Nur bedingt vergleichbare Erfahrungen hatten Giesler, die Mitwirkenden und die Gemeinde bisher mit den Livestreams, die in der Corona-Zeit auch in der Seelsorgeeinheit Achern viele Menschen medial in die Gottesdienste gebracht hatten.

Sprechtraining für den Pfarrer vor ZDF-Fernsehübertragung aus Fautenbach

Für die Fernsehverantwortlichen war die Fautenbacher Kirche so etwas wie Liebe auf den ersten Blick. „Kamerateam und Technik brauchen genügend Platz. Die Gänge müssen breit sein und der Raum soll gut inszeniert werden können“, führt Produktionsleiterin Sylke Hart vom ZDF wichtige Punkte an und spricht von einer „erfrischend anderen Kirche“, die man hier gefunden hat.

In der Gemeinde löste das Projekt Fernsehgottesdienst einmal mehr viel Einsatz aus. Musste Pfarrer Giesler seine Predigt nicht nur inhaltlich, sondern auch zeitlich sehr genau vorbereiten, so erhielt er eigenes Sprechtraining vor der Kamera. Zu Sprech- und Mikro-Proben war er ebenso wie die Lektoren eingeladen.

Sie dürfen im Ausdruck noch zulegen.
Ulrich Fischer, Leiter katholische Fernseharbeit

Nicht nur die Abläufe im Gottesdienst müssen genau geprobt werden, eine Kamera gibt auch dem Prediger spezielle Bedingungen. „Sie dürfen im Ausdruck noch zulegen“, meinte Ulrich Fischer, Leiter der katholischen Fernseharbeit, im Sprechtraining.

Kantor Frank Hodapp, der mit zwölf Jugendlichen aus dem Jungen Chor Fautenbach sowie als Organist für die musikalische Gestaltung verantwortlich ist, hatte viele Proben für die ausgewählten Lieder aus dem Gotteslob und den Chorsatz „Ubi Caritas“ von Ola Gjeilo, einem zeitgenössischen Komponisten aus Norwegen.

Zuschauer können während ZDF-Fernsehgottesdienst anrufen

Während des Gottesdienstes können sich die Zuschauer auch mit ihren Fragen telefonisch melden. 20 Gemeindeaktive wurden vorbereitet. „Wir rechnen mit etwa 5.000 Anrufen.“ Sabrina Sieber, Volontärin der katholischen Fernseharbeit, freut sich darüber. „Wir erfahren direkt, was die Zuschauenden an unseren Gottesdiensten schätzen und was ihnen wichtig ist. Die Zuschauer teilen uns auch ihre Sorgen und Nöte mit.“

Die erste Herausforderung hatte das ZDF-Team am Freitag schon bestanden, als die Wagen den endgültigen Standplatz einnehmen konnten. „Die Ü-Wagen dürfen keinesfalls schräg stehen“, sagt Sylke Hart. Zudem sei es aufgrund der zeitgleichen Bundestagswahl gar nicht so leicht, genügend Übertragungswagen zu bekommen.

Fautenbach soll dem Publikum, aber auch den Fernsehleuten vor Ort in bester Erinnerung bleiben.
Martina Jörger, Gemeindeteam Fautenbach

Bei so vielen Beteiligten stellte sich auch die Frage nach dem Catering. Luzia Mark und Martina Jörger, seitens des Gemeindeteams Fautenbach für die Koordination der etwa 80 ehrenamtlich Aktiven aus Pfarrgemeinde und dem Jugendkirche-Team verantwortlich, freuen sich über Unterstützung. „Fautenbach soll dem Publikum, aber auch den Fernsehleuten vor Ort in bester Erinnerung bleiben“, sagt Martina Jörger.

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