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Auch die "Piraten" sind dabei

Zwei Jahre nach Brand: Diese Stücke im Europa-Park wurden aus dem Feuer gerettet

Beim Großbrand im Europa-Park brannten vor zwei Jahren Skandinavien und Teile Hollands ab - inklusive der beliebten Attraktion "Piraten in Batavia". Ende Juli können Besucher in Erinnerung an die alte Fahrattraktion schwelgen und ein paar gerettete Piraten wieder treffen. Bis dahin hält unter anderem ein verbrannter Wikinger die Erinnerung hoch.

Zwei von sieben geretteten Piraten der Attraktion aus dem Jahr 1987. Foto: Europa-Park

"Rauch über dem Europa-Park", "Freizeitpark in Flammen", "Flammen-Inferno"  oder "verheerendes Feuer" - so lauteten die deutschlandweiten Schlagzeilen: Genau vor zwei Jahren, am 26. Mai 2018, brannten im Europa-Park die Häuser von Skandinavien und Teile Hollands ab. Noch immer sind nicht alle Bereiche wiedereröffnet. Parkfans warten seither auf die Rückkehr der "Piraten in Batavia". Die Eröffnung ist für Ende Juli angekündigt .

Corona außen vor gelassen, war der Brand die größte Katastrophe, die den Europa-Park seit seiner Eröffnung 1975 ereilte. Dabei entstand ein Sachschaden in Millionenhöhe durch einen technischen Defekt - wie es später hieß . Beim Bummel durch den Park erinnert den unbedarften Besucher heute aber nur noch wenig an die Zerstörungswut der Flammen vor zwei Jahren.

Die "Piraten in Batavia" mit geretteten Figuren zurück

Modell im Europa-Park der zukünftigen "Piraten in Batavia"-Szenerie Foto: Starck

Auf die Rückkehr der Attraktion, mit der viele Besucher liebgewonnene Erinnerungen verbinden, muss sowieso noch gewartet werden. Ende Juli sollen die "Piraten in Batavia" laut Roland Mack zurück sein - inklusive einiger geretteten Figuren. Die Parkfans haben sich direkt nach dem Brand für den Wiederaufbau eingesetzt - keine zwei Wochen nach dem Feuer wurde die Rückkehr bestätigt.

Die alten Piraten waren wesentlich billiger und weniger naturgetreu - Fans freuen sich aber auf ihre Rückkehr. Foto: Europa-Park

Die neuen Figuren sollen moderner sein und pro Stück 20 mal so viel kosten wie eine der alten Figuren. Dafür sollen sich die neuen Piraten so naturgetreu bewegen können wie ein Mensch, verspricht Roland Mack. Auch die Geschichte habe sich verändert: Die Reise beginne in Holland und führe nach Indonesien. Die Piraten vertreiben nicht mehr die Einwohner Indonesiens, sondern sie sind am Ende die Verlierer. Mittendrin werden sieben besondere Piraten sein: Gerettete Figuren der verbrannten Vorgängerbahn, die gemeinsam in einem "Survivor Boot" sitzen.

Erinnerung im Europa-Park an die "Piraten in Batavia" Foto: Starck

Der "verbrannte" und der "neue" Wikinger

Der Wikinger begrüßt die Besucher "Skandinaviens". Foto: Starck

Erinnerungsstücke gibt es auch jetzt schon im wiederaufgebauten Themenbereich "Skandinavien" . Wer den Bereich von "Holland" kommend betritt, wird von einer Wikinger-Skulptur begrüßt. Das war schon vor dem Brand so. Der Wikinger, der heute dort steht, ist jedoch so neu wie die Gebäude dahinter. Seinen Vorgänger, genaugenommen das was von ihm übrig geblieben ist, können aufmerksame Besucher in Skandinavien ebenfalls entdecken.

wikinger5 Foto: Starck

Etwas unscheinbar an der Wand eines überdachten Essbereichs, der an die neue Fahrattraktion Snorri grenzt, hängen die Skulpturenreste des einstigen Wikingers. Vor allem die rechte Holzkörperhälfte ist erhalten geblieben.

Der Wikinger ist eine Schnitzarbeit der russischen Handwerker, die heute noch im Russischen Themenbereich des Europa-Parks tätig sind. Wie die Skulptur einst ausgehen hat, verdeutlicht die Anfertigungsskizze der Figur. Die Zeichnung stammt aus der Feder von Ulrich Damrau.

Verbrannter Wikinger trifft Planunungsskizze. Foto: Starck

Damrau (1914 bis 2007) spielte im Europa-Park eine besondere Rolle. Er war Architekt, Szenograph, Maler und Zeichner und hat über 25 Jahre lang das Europäische Themenkonzept gestaltet. Sein Ziel war es laut Europa-Park, den Parkbesuchern das Gefühl zu geben, möglichst echte Reiseeindrücke zu sammeln. Für Themenbereiche wie Italien, Frankreich und Holland war er zuständig. Für das authentische Reisegefühl sorgen Ornamente in Italien oder ein selbst modelliertes Relief in Frankreich. Damrau ist auch für die szenischen Entwürfe der Original-„Piraten in Batavia“ verantwortlich. Die Attraktion öffnete 1987.

Neben der Wikinger-Skulptur konnte übrigens der Brunnen, der vor dem Fjord Restaurant steht, gerettet werden. Die Risse im Stein wurden repariert. Außerdem überlebten drei Hinweisschilder das Feuer. Auch sie sind laut Europa-Park für die Besucher zur Erinnerung aufgehängt.

Ob Skulptur, Schilder oder Figuren – alle geretteten Objekte haben für den Europa-Park eine große emotionale Bedeutung, erklärt eine Park-Sprecherin.

Schön ist auch, dass der Wikinger wieder einen Platz bekommen hat!
Beatrice Gyr, Parkfan

Und was bedeutet Wikinger für Parkfans? Beatrice Gyr formuliert es auf Facebook so: "Die Neugestaltung des skandinavischen Teils ist wunderschön geworden! Am besten gefällt uns das Fjord Restaurant mit seinen leckeren Smörrebröd. Schön ist auch, dass der Wikinger wieder einen Platz bekommen hat!"

Worüber Parkfans sich freuen: die verschonte Stabkirche

Vom Feuer verschont blieb damals übrigens die Stabkirche. In dem Holzgebäude können Hochzeiten gebucht werden. Mancher Parkbesucher hat zwischen Achterbahngekreische, Geisterbahngegrusel und Rundfahrt-Erholung schon einen Blick auf ein glückliches Brautpaar werfen können. Auf Facebook nach dem Lieblingsort in Skandinavien gefragt, antwortet deshalb Nutzerin Daniela Grab: "Die Stabkirche mit der Danksagung."

Maria hat geholfen!
In tiefer Dankbarkeit verneigen wir uns, oh heilige Maria.Du hast Menschenleben verschont - keiner kam zu schaden.Wir haben geerntet, was wir nicht selbst gesät haben,du gibst uns den Mut, erneut zu säen,Was Feuer und Glut zerstört haben."In Demut und Dankbarkeit Familie Mack mit allen Mitarbeiter des Europa-Park

Ein Foto hat ein User auf Facebook hochgeladen.

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