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Beratungsbedarf gewachsen

Astrazeneca für die über 60-Jährigen: Offenburger Impfzentrum wird auf Volllast hochgefahren

Seit Januar läuft das zentrale Impfzentrum für fünf Landkreise in Offenburg mit angezogener Handbremse. Das soll sich im April ändern. Vor allem Astrazeneca-Impfstoffe werden jetzt verstärkt geliefert.

Mehr Impfstoffe von Astrazeneca erwartet: Von Ende April an soll das zentrale Impfzentrum in Offenburg auf Volllast hochgefahren werden. Die Messe bereitet sich auf den Ansturm der über 60-Jährigen vor. Foto: Fabian Strauch/dpa

Das bereits im Januar eröffnete Zentrale Impfzentrum (ZIZ) des Landes in Offenburg soll vom 26. April an erstmals in Volllast fahren. Dies kündigte Messechefin Sandra Kircher an, die den Betrieb in der Messehalle 1 leitet. Ein erster Anlauf, alle 18 Impfstraßen im Drei-Schicht-Betrieb zu fahren, war am kurzfristigen Impfstopp mit Astrazeneca gescheitert.

Jetzt aber bereitet sich die Messe – wie auch der Kreis mit seinen beiden Impfzentren in Offenburg und Lahr – auf den Ansturm der über 60-Jährigen vor, die vom kommenden Montag an erstmals Termine regulär buchen können.

Bislang war diese Gruppe nur in begründeten Sonderfällen an der Reihe. Da gleichzeitig große Lieferungen von Astrazeneca-Impfstoffen erwartet werden und sich diese Präparate teilweise auch schon in den Kühlschränken stapeln, fährt man das Impfzentrum jetzt auf Volllast hoch.

Zuletzt 8.200 Impfdosen geliefert

Dass reichlich Impfstoff von Astrazeneca verfügbar ist, liegt laut Sandra Kircher keineswegs an den bekannten Vorbehalten, sondern an der zuletzt stark gewachsenen Liefermenge. Schon jetzt wird an Einzeltagen im Drei-Schicht-Betrieb geimpft, ab 26. April soll das ZIZ ständig unter Volllast fahren.

Laut der Messechefin, die als ZIZ-Leiterin mit ihrem Team die ständig wechselnden logistischen und organisatorischen Herausforderungen bewältigen muss, wurden in den vergangenen Wochen allein 8.200 Dosen von Astrazeneca geliefert.

Zum Vergleich: In den beiden Wochen davor waren es gerade mal je 700 und in Spitzenzeiten davor allenfalls mal 1.300 in einer Woche. Natürlich weiß auch Kircher um die Verunsicherung, von denen der Impfstoff von Astrazeneca begleitet wurde.

An „Astra-Tagen“ kam es zuletzt immer wieder einmal stoßweise und nicht planbar zu längeren Wartezeiten, weil der Beratungsbedarf größer ist. Nadelöhr sind dann die Arztkabinen, in denen über die Impfung persönlich beraten wird.

Deshalb wurden an solchen Tagen drei zusätzliche Arztkabinen geöffnet. Dass jemand nach ärztlichem Rat dem Impfzentrum kurzentschlossen den Rücken kehrt, komme allenfalls in Einzelfällen vor.

Dass nun die Impfungen für alle über 60-Jährigen geöffnet werden, sorgt bereits für erhöhte Nachfrage: „Es haben sich schon viele über 60-Jährige gemeldet und freuen sich, dass sie jetzt an der Reihe sind“, sagt Sandra Kircher.

Alle 18 Impfstraßen in Betrieb

Sorgen, dass sie auf Impfstoff sitzen bleibt, hat sie nicht: Am vergangenen Wochenende wurde das ZIZ erstmals auf einen Drei-Schicht-Betrieb hochgefahren.

Dann sind alle 18 Impfstraßen in Betrieb, zusätzlich drei ergänzende Aufklärungskabinen. Am Samstag wird erneut unter Volllast gefahren, ebenso am Freitag und Samstag darauf. „Ab 26. April werden wir permanent im Drei-Schicht-Betrieb arbeiten.“

Somit werden wir dem Hauptziel des Impfens gerecht. Denn wir wollen impfen, impfen, impfen.
Diana Kohlmann, für Kreisimpfzentren zuständig

Nicht nur mehr Impfstoff von Astrazeneca landet in Offenburg an, auch mehr Biontech und Moderna werden jeweils an bestimmten festen Tagen gespritzt. Ein vierter Impfstoff war mit „Johnson & Johnson“ in Sichtweite, bis am Dienstagnachmittag wegen Problemen mit speziellen Thrombosen ein vorläufiger Stopp auch für Europa kam.

Der Impfstoff war vor allem für Mobile Impfteams geplant gewesen, weil eine Impfung ausreicht.

Lob für Entscheidung des Landes

Dass das Vorziehen der über 60-Jährigen schon vor dem für Freitag anberaumten Impfgipfel des Landes verkündet wurde, freut nicht nur die ZIZ-Chefin. „Das ist eine sehr gute Entscheidung und hilft, den Impfprozess vor Ort weiter zu beschleunigen. Somit werden wir dem Hauptziel des Impfens gerecht. Denn wir wollen impfen, impfen, impfen“, so Diana Kohlmann, die für die Kreisimpfzentren zuständig ist.

Durch die großen Lieferungen Anfang April, mit denen der Hersteller Lieferkürzungen im März ausgeglichen habe, könnten nun ab Montag auch für die Kreisimpfzentren mehrere Hundert zusätzliche Termine ins Buchungssystem gestellt werden.

Wie es für die Menschen weitergeht, die bereits eine erste Impfung mit Astrazeneca erhalten haben und die unter 60 Jahre alt sind, soll voraussichtlich an diesem Freitag festgelegt werden – am frühen Nachmittag will das Landratsamt in einer Pressekonferenz das Ergebnis des Impfgipfels in Stuttgart und die konkreten Auswirkungen für die Menschen in der Ortenau erläutern.

Die Gesundheitsminister haben inzwischen den Wechsel auf einen mRNA-Impfstoff empfohlen. Nun ist noch unklar, wie das organisatorisch umgesetzt werden soll.

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