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Trachtentag am 3. Juli

Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach lüftet Geheimnis des Bollenhuts

Der Bollenhut: Für die Touristen steht er für den Schwarzwald. Aber ist das so? Der Trachtentag des Freilichtmuseums in Gutach am 3. Juli leistet da Aufklärungsarbeit.

Trachtenhandwerk: Beim Trachtentag am 3. Juli dürfen sich die Besucher des Freilichtmuseums Vogtsbauernhof auf Trachtenhandwerksvorführungen wie die der Bollenhutmacherin freuen. Foto: Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof, Hans-Jörg Haas
Am Trachtentag am 3. Juli dürfen sich die Besucher des Freilichtmuseums Vogtsbauernhof auf Trachtenhandwerksvorführungen wie die der Bollenhutmacherin freuen. Foto: Hans-Jörg Haas/Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof

Er ist mit der Kuckucksuhr eines der Dinge, die in aller Welt irgendwie für den Schwarzwald stehen: Der Bollenhut. Gar eine Badeente gibt es schon als Bollenhut-Trägerin.

Dass diese markante Kopfbedeckung allerdings nur zu einer ganz engumgrenzten Region, nämlich Gutach, Wolfach-Kirnbach und Hornberg-Reichenbach, gehört, wissen wohl die wenigsten. Und Tracht ist auch nicht gleich Tracht. Es ist ein spannendes Thema, in all seinen Facetten vielleicht eher etwas für Volkskundler, aber in seiner Faszination durchaus massentauglich.

Da bietet dann am Sonntag das Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach durchaus die passende Veranstaltung: der Trachtentag im Museum unter der launigen Schlagzeile „Tausendundeine Tracht“. Von 11 bis 17 Uhr erwartet die Besucher unter anderem Trachtenpräsentationen, Tänze, Musik und Trachtenhandwerk sowie Mitmachangebote, wie das Museum in seiner Ankündigung schreibt.

Der Bürgermeister von Gutach und Präsident des Bundes für Heimat und Volksleben, Siegfried Eckert, eröffnet den Tag um 11 Uhr mit einer Heuboden-Akademie auf dem Dachboden des Falkenhofs. Er spricht über die Bedeutung des Trachtenwesens sowie die vielfältige Trachtenlandschaft im Schwarzwald.

Buntes Programm am Trachtentag

Um 12 Uhr startet das Programm auf der Bühne vor dem Falkenhof. Zu Gast sind Trachtenträger sowie die Kindertanzgruppe der Trachtenkapelle Gutach, die Trachten- und Volkstanzgruppe Schutterwald und die Trachtengruppe Wildberg.

Neben regionalen Volkstänzen stellen sie den Zuschauern ihre historische Kleidung vor. Auch die 2016 gegründete Vogtsbauernhof-Tanzgruppe, bestehend aus Tänzerinnen und Tänzern verschiedener Trachtengruppen der Region, ist vertreten. Die Besucher dürfen sich zudem auf die Festspielgruppe Wildberg freuen. Für die musikalische Begleitung des Programms sorgt die „Badische Bratwurschtmusig“ aus Freiburg.

Wer will, kann von 11 bis 17 Uhr, der Schäppelmacherin (Brautkrone), der Trachenschneiderin, der Gollerstickerin (Halsbekleidung) oder der Rollenkranzbinderin (Kopfputz aus Perlen und Blüten) über die Schulter schauen. Und natürlich ist auch eine Bollenhutmacherin in Aktion. Eltern und Kinder können in der offenen Werkstatt für Familien von 11 bis 16 Uhr eigene Woll-Bollen herstellen. Die Teilnehmerzahl ist pro Zeiteinheit auf je zehn Kinder mit maximal einer Begleitperson pro Kind beschränkt.

Eine Teilnahme ist mit Voranmeldung über das Anmeldeformular im Kalender auf der Homepage www.vogtsbauernhof.de oder unter (0 78 31) 46 79 35 00 möglich. Restplätze werden am Veranstaltungstag vor Ort vergeben, heißt es seitens des Museums.

Es kommen wieder internationale Touristen ins Freilichtmuseum im Gutach

Dort kehrt nach zwei Jahren unter den Auflagen der jeweiligen Corona-Verordnung wieder die Normalität ein. Die ersten Gäste von den Kreuzfahrtschiffen auf dem Rhein kommen schon wieder, laut Tamara Schwenk derzeit vor allem Spanier, US-Amerikaner und Kanadier.

Zudem zählen inzwischen wieder Urlauber aus diversen europäischen Staaten zu den Gästen. „Allerdings sind wir noch nicht auf dem Niveau von 2019“, konstatiert die Pressesprecherin auf Anfrage der Redaktion. Die Kurse werden, themenabhängig, auch wieder gut gebucht. Hoch in der Gunst steht der Schmiedekurs, der sei immer so ziemlich als erstes ausgebucht, was allerdings auch mit dem Platzangebot zusammenhänge, erläutert Schwenk.

Einiges kam neu dazu, so gab es erstmals einen Bürstenbinder-Kurs. An diesem Samstag, 2. Juli, steht ein Käse-Workshop auf dem Plan, am 9. Juli ist Wolle färben mit Naturmaterial (zum zweiten Mal) und am 23. Juli ist Backen. Bei Letzterem handelt es sich um ein neues Angebot. Das Freilichtmuseum trägt da einem Trend Rechnung: Immer mehr Menschen versorgen sich wieder selbst, backen damit auch Brot, erklärt die Pressesprecherin. Da versuche das Museum, ein Angebot, passend zur Interessenslage der Menschen anzubieten.

Aktionen für Kinder auf dem Vogtsbauernhof

Die Kinder für die Geschichte der ländlichen Baugeschichte im Schwarzwald zu gewinnen, für altes Handwerk und Brauchtum zu begeistern, gehört für die Museumsmacher dazu. Deshalb gibt es vom 31. Juli bis 11. September, täglich von 11 bis 16 Uhr, im Zuge des Sommerferienprogramms im Vogtsbauernhof täglich Mitmachaktionen für Kinder und Familien.

Die Kinder dürfen zum Beispiel Bürsten binden, Bänder weben oder kleine Körbe flechten. Bei allen Mitmachprogrammen steht das museumspädagogische Team den Kindern helfend zur Seite. Höhepunkt des Sommerferienprogramms ist das „Sommer- und Familienfest“ am Sonntag, 28. August, von 11 bis 18 Uhr.

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