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Wahlkreis 284 Offenburg

Bundestagskandidat Martin Gassner-Herz aus der Ortenau: Kanzler-Brief legte den Grundstein

Ein Antwortbrief aus dem Bundeskanzleramt hat bei dem damals achtjährigen Martin Gassner-Herz mächtig Eindruck hinterlassen. Heute will er selbst in die Bundespolitik und tritt für die FDP im Wahlkreis Offenburg an.

Martin Gassner-Herz ist Bundestagskandidat der FDP im Wahlkreis 284 Offenburg. Foto: Jolin Held

Mit Tieren hat alles angefangen: Als Achtjähriger habe er im Fernsehen grausame Bilder von getöteten jungen Robben in Kanada gesehen und daraufhin einen Brief an den damaligen Kanzler Kohl geschrieben. Ob man da nichts machen könne?

Zurückgekommen sei eine ausführliche Antwort samt originaler Unterschrift, erzählt Martin Gassner-Herz. „Das Gefühl damals, wirklich ernst genommen zu werden, das hat mich geprägt.“ Heute will er den Spieß umdrehen und selbst in die Bundespolitik.

Ins Rennen geht der 36-Jährige für die FDP: Mit 16 Jahren sei er über seinen Bruder zu den Jungliberalen gekommen und eben geblieben, erzählt der gebürtige Tuttlinger, der vor dem Pressegespräch noch einen Wahlkampftermin im Renchener Stadtteil Ulm hinter sich gebracht hat.

Aufstiegsmöglichkeiten sind Bundestagskandidat Martin Gassner-Herz wichtig

Seit mehr als einem Jahr sei er so in der Region unterwegs – und beim Tabakbauern auf dem Feld zu stehen oder virtuell mit Verbänden zu diskutieren, das funktioniere auch unter den besonderen Corona-Bedingungen.

Einen symbolischen Wahlkampfauftritt hatte in dieser Zeit auch schon ein Gerät, über das Gassner-Herz immer wieder gerne spricht: eine Leiter, genauer die „Aufstiegsleiter“. Die brauche jeder, um darauf Schritt für Schritt voranzukommen. „Aber gerade die unteren Sprossen fehlen uns, oder es ist nicht klar, ob die nächste Sprosse überhaupt noch kommt“, sagt er.

Das Versprechen, dass jeder aufsteigen kann, gelte nicht mehr. Noch dazu komme ein Dschungel an schlecht aufeinander abgestimmten Sozialleistungen. Was das alles bedeutet, habe er in seinem Berufsalltag hautnah mitbekommen: Gassner-Herz arbeitet im Jobcenter der Kommunalen Arbeitsförderung im Ortenauer Landratsamt.

Wo der FDP-Kandidat aus dem Wahlkreis Offenburg Verbesserungspotenzial sieht

Was er in der täglichen Arbeit auch gesehen habe: In den Verwaltungen sei vieles verbesserungswürdig, unter anderem, was den Stand der Digitalisierung angeht, aber auch die Strukturen. „Wir müssen dort echte Probleme von echten Menschen lösen. Dafür brauchen wir nicht, wie bisher, noch eine dritte, vierte oder fünfte Kontrollinstanz.“ Hier solle neu geklärt werden, wer eigentlich wofür zuständig ist.

Wir haben eine schlechte Diskussionskultur.
Martin Gassner-Herz, Bundestagskandidat

„Außerdem müssen wir eine bessere demokratische Kultur entwickeln“, so Gassner-Herz. Während der Pandemie hätten viele Menschen sich, überspitzt gesagt, nur noch über die sozialen Netzwerke „angeschrien“, sagt er. „Wir haben eine schlechte Diskussionskultur. Noch dazu gibt es Menschen, die gezielt Zwietracht säen.“

Dabei habe Deutschland im kommenden Jahrzehnt genug große Herausforderungen vor sich, angefangen beim Klimawandel, beim Rentensystem und den Staatsschulden, sagt er. „Da müssen wir zusammenstehen, sonst geht das nicht.“

Was Martin Gassner-Herz aus der Ortenau mit nach Berlin nehmen würde

Es sei wichtiger, gemeinsam Probleme zu lösen, anstatt immer Recht haben zu wollen. Dafür brauche es engagierte Bürger, in Gemeinderäten oder Elternbeiräten zum Beispiel, und es brauche die demokratischen Parteien. „Die müssen ausstrahlen: Wir sind vernünftige Menschen. Die anderen sitzen da und hoffen, dass alles schiefgeht.“

Diese Stimmung sei auch im Wahlkampf spürbar: Mit den meisten Mitbewerbern sei der Umgang untereinander sportlich, bei anderen dagegen werde das Klima deutlich frostiger, wenn man sich zum Beispiel bei Auftritten auf Marktplätzen über den Weg laufe, sagt er.

Was er aus der Ortenau mit nach Berlin nehmen würde, sollte er es in den Bundestag schaffen? „Die Region ist unglaublich vielfältig, aber diese Vielfalt hat ein besonderes Gleichgewicht, sei es zum Beispiel die leistungsfähige Industrie neben der lieblichen touristischen Landschaft“, sagt Martin Gassner-Herz. „Dass man das Wissen um dieses besondere Gefüge in Berlin im Hinterkopf hat, das wäre schon ein Gewinn für die Ortenau.“

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