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Antrag beim Sozialministerium

Wegen großer Nachfrage: Ortenaukreis will vier Corona-Impfzentren einrichten

Lange Schlangen bei den Impfangeboten: Der Ortenaukreis reagiert auf die rasant gestiegene Nachfrage nach Corona-Immunisierungen. Er will insgesamt vier Impfzentren einrichten.

Neuer Anlauf: 18 Impfstraßen standen seit Januar in Offenburg bereit, waren aber kaum ausgelastet. Jetzt will der Kreis wieder ein Impfzentrum dieser Größe einrichten, dazu weitere in Lahr, Haslach und Oberkirch. Ein Antrag beim Sozialministerium wurde am Mittwoch gestellt. Foto: Frank Löhnig/Archiv

Der Ortenaukreis will vier stationäre Kreisimpfzentren einrichten. Geplant sind Standorte in Haslach im Kinzigtal, in Lahr, Oberkirch und Offenburg. Dabei soll in Offenburg der seit Montag bestehende Standort wieder auf 18 Impfstraßen ausgebaut werden. Dies entspricht der Kapazität des zentralen Impfzentrums, das seit Januar in der Messehalle 1 geöffnet war und im Spätsommer geschlossen werden musste.

Die anderen drei Zentren würden neu eingerichtet. Damit würde der Kreis Kapazitäten schaffen, die alles bislang Dagewesene übertreffen.

Mit einem entsprechenden Antrag an das Sozialministerium reagiert der Kreis auf die sprunghaft angestiegene Nachfrage nach Impfungen, die teilweise zu langen Schlangen bei offenen Terminen führt, wie sie weiterhin von den mobilen Teams des Kreises, aber auch von Ärzten angeboten werden.

18 Impfstraßen für Offenburg geplant

Erst in der vergangenen Woche hatte das Landratsamt angekündigt, dass die mobilen Impfteams von fünf auf zehn aufgestockt werden sollen. Trotzdem konnte man wie berichtet im sogenannten „Impfstützpunkt“ in der Offenburger Messehalle nur mit einem halbierten Angebot starten, viele Interessenten mussten wieder nach Hause geschickt werden.

Zur optimalen Abdeckung des Ortenaukreises beantrage man am Mittwoch beim Sozialministerium Baden-Württemberg vier stationäre Kreisimpfzentren. Das Sozialministerium hat den Landkreisen Mitte November die Möglichkeit eingeräumt, den Bedarf an zusätzlichen Impfkapazitäten zu melden.

In Offenburg soll als Erweiterung zu dem am Montag in Betrieb genommenen Kreis-Impfstützpunkt an der Messe ein Kreisimpfzentrum mit 18 Impfstraßen und einem Zehn-Stunden Betrieb eingerichtet werden. In den anderen Städten sollen jeweils sechs Impfstraßen nach Möglichkeit ebenfalls in einem Zehn-Stunden-Betrieb eröffnet werden.

„An allen Standorten könnten wir innerhalb von zwei Wochen die bereits bestehenden Strukturen wiederaufbauen und neue Kreisimpfzentren schaffen – und diese auch personell ausstatten. Derzeit gibt es viele kleingliedrige Angebote vor Ort. Diese sind sinnvoll, können die Nachfrage nach Impfungen aber nicht erfüllen“, sagt Diana Kohlmann, Projektleiterin Impfen im Ortenaukreis.

Derzeit gibt es viele kleingliedrige Angebote vor Ort.
Diana Kohlmann, Dezernentin

Gestartet werden kann, sobald die Finanzierungszusage des Sozialministeriums vorliegt. Die Prüfung der Anträge wurde noch für diese Woche zugesichert, so das Landratsamt in einer Pressemitteilung. Dabei will der Kreis in Offenburg erneut auf die Zusammenarbeit mit der Messe bauen.

Dort könnte, bei einer Zusage von 18 Impfstraßen, wieder eine größere Halle ausgebaut werden. Für das Kreisimpfzentrum in Lahr ist die Rheintal- oder die Großmarkthalle vorgesehen, während in Oberkirch auf die Infrastruktur im ehemaligen Krankenhaus zurückgegriffen werden kann. Auch für Haslach gebe es bereits Angebote der Stadtverwaltung.

Mobile Teams reichen nicht aus

Bei der personellen Ausstattung setze der Ortenaukreis auf seinen Mitarbeiterpool innerhalb des Landratsamts. Zusätzlich könne zumindest teilweise auf das bereits Anfang 2021 eingestellte Personal zurückgegriffen werden. Vonseiten der Ärzteschaft bestehe eine große Bereitschaft, im Kreisimpfzentrum mitzuarbeiten. Auch gibt es Angebote der Malteser und des Deutschen Roten Kreuzes, die bereits die mobilen Impfteams unterstützen.

„Die Organisation mit den mobilen Impfteams, wie wir sie in den letzten Monaten umgesetzt haben und die in dieser Phase auch passend war, bindet in der aktuellen Situation zu viel Zeit und Personal und ist trotz aller Bemühungen nicht ausreichend“, macht Kohlmann deutlich.

Derzeit keine Sorge wegen Impfstoffen

Eine spannende Frage ist angesichts der laufenden Diskussionen, ob der Kreis für diese Einrichtungen auch ausreichend Impfstoffe bestellen kann. „Wir sind im Moment versorgt und beantragen die entsprechenden Mengen“, sagt Ulrike Karl aus dem Projektteam Impfen beim Landratsamt. „Es ist, wie es immer war, wir bestellen und dann müssen wir sehen, was wir tatsächlich geliefert bekommen“, so Karl weiter.

Auch bei Einrichtung zusätzlicher Kreisimpfzentren sollen weiterhin Vor-Ort-Termine durch die mobilen Impfteams angeboten werden. Deren Angebote sowie Informationen zu weiteren Impfmöglichkeiten finden sich weiterhin auf der Internetseite des Ortenaukreises unter www.ortenaukreis.de/corona.

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