Skip to main content

Kritische Marke fast erreicht

Ortenaukreis steuert auf Corona-Beschränkungen zu

Eine einzige Großhochzeit könnte den Menschen im Ortenaukreis weitreichende Folgen bescheren. Vermutlich bereits an diesem Donnerstag wird der erste wichtige Warnwert bei den Corona-Neuinfektionen durchbrochen, es drohen erste Beschränkungen.

Bald hat es sich möglicherweise ausgefeiert: Der Ortenaukreis wird voraussichtlich bereits an diesem Donnerstag bei den Corona-Neuinfektionen den ersten kritischen Warnwert erreichen. Dann drohen Einschränkungen. Foto: Angelika Warmuth /dpa

Die Corona-Lage im Ortenaukreis wird zunehmend brisant. Voraussichtlich an diesem Donnerstag wird der Kreis bei der so genannten Sieben-Tages-Inzidenz die erste kritische Marke von 35 überschreiten.

Dies dürfte, ähnlich wie zuletzt im Kinzigtal , Einschränkungen des öffentlichen Lebens nach sich ziehen. Diese werden zunächst auf – dringenden – Empfehlungen des Gesundheitsamts beruhen, bei einem weiteren Anstieg der Inzidenz auf 50 folgen verbindliche Einschränkungen und Verbote.

Infektionen verteilen sich inzwischen flächendeckend

Der Kreis steht vor einem erheblichen Problem. Die Fallzahlen sind durch die von einer Lahrer Hochzeit ausgelösten Neuinfektionen nicht nur rasant angestiegen, die Fälle verteilen sich in zwischen auch flächendeckend. Damit wird es immer schwieriger, durch die Nachverfolgung einzelner Infektionsketten die Ausbreitung des Erregers gezielt zu bremsen.

Von Dienstag auf Mittwoch kam es im Ortenaukreis zu 43 Neuinfektionen. Wie viele davon, über die 50 bekannten Fälle hinaus, auf die Hochzeit am 25. September in Lahr zurückzuführen sind, ist unklar. Unter dem Strich steigt die Fallzahl der nach einem positiven Labornachweis bestätigten Corona-Infizierten auf 1.722.

Die an das Landesgesundheitsamt übermittelten neuen Covid-19-Fälle sind über das gesamte Kreisgebiet verteilt. Sie stammen aus Neuried (2), Lahr (20), Ohlsbach (3), Offenburg (7), Rust, Mahlberg, Nordrach, Seelbach, Friesenheim, Steinach, Kippenheim, Kappelrodeck, Kappel-Grafenhausen, Achern und Rheinau.

Schulklassen müssen in Quarantäne

Einige der Infektionen stehen im Zusammenhang mit der Hochzeitsfeier. Die genaue Zahl konnte noch nicht abschließend festgestellt werden, die Ermittlungen des Gesundheitsamtes dauern an. Unter den positiv Getesteten befinden sich auch wieder Kinder und Jugendliche, weitere Klassen von Schulen im Raum Lahr müssen deshalb in Quarantäne. Die Stadtverwaltung Lahr hat die Maßnahmen bereits verfügt und alle Eltern und Kinder informiert.

Insbesondere die Art des Ausbruchsgeschehens ist nach Angaben des Landratsamts entscheidend für die Frage, ob und gegebenenfalls welche Maßnahmen oder Empfehlungen zu ergreifen sind, um die Infektion unter Kontrolle zu bringen. Das Gesundheitsamt warnt davor, die so genannte Sieben-Tages-Inzidenz einzelner Kommunen als Grundlage für diese Entscheidung anzusehen.

Ein diffuses Ausbreitungsgeschehen liege vor, wenn mehrere voneinander unabhängige Infektionsfälle in einer Region auftreten. In diesen Fällen kann das Gesundheitsamt deren Ursache nicht immer lückenlos aufklären. Dies war beispielsweise Ende September im Kinzigtal zeitweise der Fall und wurde dort durch Beschränkungen unter Kontrolle gebracht.

Um bei lokalen Ausbrüchen den Überblick über Infektionsketten und Kontaktpersonen zu behalten, müssen Landkreise mit mehr als 50 Neu-Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage ein konsequentes Beschränkungskonzept umsetzen.

Für den Ortenaukreis beträgt die entscheidende Höchstzahl bei seinen rund 430.000 Einwohnern 215 positive Labornachweise innerhalb der letzten sieben Tage. Am 7. Oktober beträgt die Sieben-Tage-Inzidenz 30,8 pro 100.000 Einwohner bei 132 Fällen.

Das ist gefährlich nahe an der ersten Warnstufe, die bei 35 Fällen pro 100.000 Einwohner greift. Dass diese im Ortenaukreis noch im Verlauf der Woche überschritten wird, gilt bei Experten als sicher.

nach oben Zurück zum Seitenanfang