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Einbußen bleiben dennoch nicht aus

Die Freibäder in der Region Achern haben die Corona-Saison relativ gut gemeistert

Trotz Besucherbeschränkungen, Mehrarbeit durch Ticketsysteme und Hygieneauflagen zeigen sich die Freibäder in der Region Achern mit der Saison zufrieden - zumindest den Umständen entsprechend, denn Opfer mussten trotzdem gebracht werden.

Im Erlebnisfreibad in Sasbachwalden reinigt Bademeister Henning Roth die Steinböden am Nichtschwimmerbecken. Bis Sonntag, 20. September, soll das Bad für Besucher geöffnet bleiben - sofern das Wetter mitspielt. Foto: Michael Brück

Von Michael Brück

Meteorologisch hat der Sommer sich bereits mit dem 1. September verabschiedet. Kalendarisch allerdings bleibt noch etwas Zeit, nämlich bis zum 22. September. Und fast so lange sollen auch die Freibäder rund um Achern noch für ihre Badegäste offen bleiben. Das jedenfalls wünschen sich die Verantwortlichen in Achern, Sasbachwalden, Kappelrodeck und Ottenhöfen.

Demnach möchte Bürgermeisterin Sonja Schuchter etwa das Freizeitbad in Sasbachwalden noch bis Sonntag, 20. September geöffnet lassen. „Vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Aber im Moment sieht die Prognose ja noch ganz gut aus“, sagt sie.

Auch Ottenhöfens Bürgermeister Hans-Jürgen Decker hat den 20. September als letzten Öffnungstag des Naturerlebnisbads ins Auge gefasst. Auch er macht das letztlich von der Wetterlage abhängig. Sollte das Wetter unbeständiger und kühler werden, könne man den Termin eine Woche vorverlegen und am 13. September die Tore schließen.

Ein Datum, bis zu dem auch das Freibad in Achern auf jeden Fall geöffnet bleiben soll, wie die Stadtverwaltung informiert. Bis Mitte September will dann auch Bürgermeister Stefan Hattenbach das Freibad in Kappelrodeck noch geöffnet lassen.

Kappelrodeck rechnet mit einer Erhöhung des Defizits

Die Saison 2020, so ist sich Stefan Hattenbach sich, werde sowohl für die Badegäste, wie auch für die Betreiber in die Geschichte eingehen. In der verkürzten Saison unter Corona-Bedingungen müsse man mit einer Erhöhung des Defizits um rund 70.000 Euro rechnen, erklärt Kappelrodecks Bürgermeister in einer ersten Zwischenbilanz. „Dabei war bis zu einer einberufenen Sondersitzung des Gemeinderates an einem Freitagabend in den Pfingstferien noch gar nicht sicher, ob wir überhaupt öffnen – oder so wie andere kommunale Bäder im Kreis im Jahr 2020 geschlossen bleiben werden“, so Hattenbach.

Dennoch sei die Bilanz positiv zu werten. In einem Normaljahr koste der Freibadbetrieb die Gemeinde rund 300.000 Euro. Dem stünden üblicherweise Eintritts-Einnahmen von 60.000 Euro gegenüber. In diesem Jahr wurde aber beispielsweise auf die Ausgabe von Saisonkarten verzichtet. Normalerweise verkaufe man davon aber gut 1.400.

Nicht machbar bei einer Corona-bedingten Kapazität von 280 Besuchern, die gleichzeitig das Bad betreten dürften. Der Badebetrieb sei indes sehr gut angelaufen. Bis Ende August hätten rund 12.000 Besucher das Bad genutzt. In den Vorjahren habe diese Zahl allerdings bei 50.000 bis 60.000 gelegen. Die Rückmeldungen der Gäste seien aber durchweg positiv gewesen. Auch von aggressivem Verhalten der Gäste, wie in anderen Bädern gemeldet, sei man hier verschont geblieben.

Auch Ottenhöfen erwartet Einbußen

Maximal 360 Badegäste gleichzeitig konnte das Naturerlebnisbad in Ottenhöfen in der Corona-Saison aufnehmen, berichtet Bürgermeister Hans-Jürgen Decker. Angesicht der Tatsache, dass eine Öffnung in der Saison zumindest im März dieses Jahres noch gar nicht absehbar gewesen sei, wertet Decker das dann auch als einen großen Erfolg. Er spricht von einer wirklich guten Vorarbeit seines Teams vom Naturerlebnisbad, die eine Öffnung überhaupt erst ermöglicht habe.

Auch das „Ottenhöfener System“ mit Wertmarkten und der Übertragung der aktuellen Besucherzahlen durch eine Webcam auf die Gemeinde-Homepage habe sich bestens bewährt. Tagesbezogen habe man so bis zu 780 Badegäste begrüßen können. Rund 20.000 seien bis jetzt für die Saison gezählt worden.

Doch auch in Ottenhöfen sei das nicht ohne Opfer von Statten gegangen. Decker rechnet mit finanziellen Einbußen von etwa einem Drittel gegenüber den Vorjahren. Diese Gäste seien größtenteils sehr verständig gewesen. Probleme habe es keine gegeben. Derzeit rechnet Hans-Jürgen Decker für die kommende Saison mit ähnlichen Verhältnissen. Zumindest, wenn sich an den Vorzeichen nicht grundlegendes ändern sollte. Das sei aber letztlich ein Blick in die Glaskugel.

Gelungener Umgang mit der Außnahmesituation

Sehr zufrieden ist auch Sonja Schuchter mit dem Ergebnis des Erlebnisfreibads in Sasbachwalden. Natürlich, so sagt sie, werde man nicht annähernd an die Ergebnisse der letzten Jahre heranreichen können. Sie sei aber guter Dinge, in dieser Saison zumindest noch den 22.222 Besucher empfangen zu können, was dann auch mit einer kleinen Ehrung einhergehen solle.

Mit einem funktionierenden Ticketsystem habe man die Corona-Zeit gemeistert. Dabei habe sich die Festlegung auf Tagestickets sehr bewährt. Durch die ständige Aktualisierung der Zahlen und der damit verbundenen Freigabe von Plätzen habe man an manchen heißen Tagen bis zu 700 Badegäste verzeichnen könne. „Allerdings gab es auch Beschwerden, wenn das Ticketsystem nicht verstanden wurde oder das Bad mittlerweile ausgebucht war“, so Schuchter. „Dennoch, unsere Mitarbeiter an der Kasse haben tolle Arbeit geleistet und wirklich einen prima Service geboten.“

Von einem versöhnlichen Abschluss spricht man auch in Achern. Die Saison sei unter den Vorzeichen der Pandemie ohne Zwischenfälle verlaufen. Durch das Ticketsystem habe man jedem die Chance gegeben, sich einen freien Platz im Bad zu sichern. Insbesondere in den Abendstunden habe das System immer wieder Tickets freigeschaltet.

Dieses flexible System habe dazu beigetragen, dass auch viele Gäste von Außerhalb gekommen seien, die in ihren angestammten Bädern keine Tickets mehr erhalten hätten. So könne man jetzt auch auf immerhin 30.000 Besucher zurückblicken. Als erfolgreich wertet die Acherner Verwaltung auch den Einsatz von Lautsprecher-Durchsagen, die immer wieder an die Einhaltung der Hygiene-Vorschriften erinnert hätten. Und auch die Schwimmmeister hätten eine hohe Präsenz gezeigt, und bei Bedarf eingegriffen, um die Regeln durchzusetzen. Einzig im Nichtschwimmerbereich sei es zuweilen schwieriger gewesen, die Regeln einzuhalten.

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