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Sessellift wieder in Betrieb

Gastgeber entlang der Schwarzwaldhochstraße hoffen auf guten Sommer

Es war für Gewerbetreibende entlang der Schwarzwaldhochstraße eine lange Durststrecke. Nach dem Wegfall der meisten Corona-Auflagen herrscht Aufbruchstimmung. Doch es gibt ein paar Fragezeichen.

Luchs in der Dauerausstellung des Nationalparkzentrums am Ruhestein
Der Luchs in der Dauerausstellung im neuen Nationalparkzentrum am Ruhestein. Foto: Jörg Seiler

Es waren zwei Jahre mit Auflagen und Einschränkungen. Und während des Lockdowns dürfte es so manchem Gastronom oder Hotelier an der Schwarzwaldhochstraße wohl sehr weh getan haben, dass die Ausflügler in Scharen kamen, die Betriebe aber geschlossen bleiben mussten. Und nun?

Es tut sich was, nach dem Wegfall der meisten Beschränkungen. Seit 1. Mai hat das Ausflugszentrum Ruhestein den Sessellift in Betrieb. Nun hoffen die Betreiber auf schönes Wetter, denn der Sessel ist vor allem für Familien eine Attraktion, genauer gesagt, „die Kinder sind die Zugpferde, die wollen hoch fahren“, berichtet Josef Trayer.

Was den Seniorchef der Ruhestein-Dynastie besonders freut, „die Leute sind schon wieder offener“. Immerhin, bei allen Auflagen, die Bilanz zur Wintersaison fällt positiv aus. „Wir sind sehr zufrieden“, sagt Trayer, verweist auf 58 Betriebstage und das angesichts der Tatsache, dass der Ruhestein ausschließlich auf Naturschnee setzt. Das neue Nationalparkzentrum sieht Trayer als Zugewinn, „das merken wir“. Und auch die Tatsache, dass seit dem 1. Mai die Nationalpark-Buslinien wieder stündlich fahren, bringt Besucher.

Nationalpark Schwarzwald kehrt zur Normalität zurück

Im Nationalpark Schwarzwald freut sich das ganze Team „über die Rückkehr zur Normalität“, wie es Pressesprecherin Anne Kobarg formuliert.

Der Veranstaltungskalender ist prall gefüllt, die Nachfrage auf das facettenreiche Angebot groß. Vor allem Kindergärten und Schulen hatten in den vergangenen zwei Jahren unter den Einschränkungen zu leiden.

„Die Kinder und Jugendlichen haben große Sehnsucht nach einem Stück Unbeschwertheit“, sagt Kobarg. Die Nationalpark-Pädagogen sind bereits jetzt „total ausgebucht“, und auch die Ranger sind glücklich, den Gästen wieder die faszinierende Natur des nördlichen Schwarzwalds nahebringen zu dürfen, statt nur dafür zu sorgen, dass die Ausflügler auf den Wegen bleiben und sich anständig verhalten.

Denn die Corona-Pandemie beförderte einen enormen Besucherdruck, so die Nationalpark-Pressesprecherin, auch die Redaktion berichtete über die zugeparkte Schwarzwaldhochstraße und die temporären Sperrungen durch die Polizei.

Baustellen gibt es in diesem Zusammenhang auch: „Wir haben ein Müllproblem“. Nicht jedem Gast scheint bewusst zu sein, dass man den Müll wieder mit nimmt.

Und noch ein Punkt steht auf der Agenda: Das Wald-Café des Nationalparkzentrums ist derzeit geschlossen. Der Landesbetrieb Vermögen und Bau sowie die Nationalparkverwaltung suchen aktuell nach einem Pächter.

Das Veranstaltungsprogramm gibt es in diesem Jahr nur digital, nachdem die gedruckte Ausgabe von 2021 wegen der Corona-Pandemie eigentlich nur symbolischen Wert hatte. Es war der Fluch der notwendig frühen Vorplanung, und bevor es 2022 ähnlich läuft, verzichtete der Nationalpark auf Papier.

„Schliffkopf“ will noch mehr Anlaufpunkt für Aktivurlauber werden

Aufbruchstimmung herrscht im Nationalpark-Hotel Schliffkopf. Nachdem die Familie Fahrner, wie berichtet, das traditionsreiche Haus in 1.025 Metern Höhe an die Familien Schreiber und Lutzenberger (Ulm/Günzburg) verkaufte, konstatiert der neue Hoteldirektor Christoph Schug: „Wir können uns nicht beklagen“.

Was die Vorausbuchungslage anbelangt, sei der Mai schon besser als der April. Wie Schug berichtet, will der Schliffkopf auf mehreren Ebenen wieder durchstarten. Das Haus mit seinem ausgeprägten Wellness- und Spa-Profil möchte noch mehr Aktivurlauber locken, setzt auf seine Lage mit 360-Grad-Blick. Das Ostergeschäft sei gut gewesen, obwohl es im Vorfeld keine Werbung gegeben habe.

Auch auf dem Mehliskopf herrscht Personalmangel

Dass nun der überwiegende Teil der Corona-Regeln weg gefallen ist, eröffnet zusätzliche Möglichkeiten, so Schug. Der 52-Jährige bringt 30 Jahre Erfahrung in der Hotellerie mit, der Schliffkopf ist seine vierte Direktorenstelle. Die Schliffkopf-Gastronomie beschränkt sich mit ihren Öffnungszeiten derzeit noch auf das Wochenende nachmittags.

Nach dem Lockdown haben viele Betriebe eine ganz große Aufgabe zu lösen: geeignetes Personal zu finden. Das verdeutlicht Geschäftsführer Andreas Kern vom Freizeitzentrum Mehliskopf. Seine Bilanz zur Wintersaison fällt nicht so optimistisch aus. Schnee gab es, aber, so Kern, das wichtige Weihnachtsgeschäft habe gefehlt, denn da waren die Wintersportbedingungen suboptimal.

„Wir rennen einer Null hinterher.“ Und der Sommer? Der Mehliskopf bietet ja eine ganze Reihe von Attraktionen, darunter Bobbahn und Klettergarten. Doch Mangels Personal „können wir nicht immer alles anbieten“.

Manchmal riefen die Mitarbeiter kurzfristig an, verweisen auf einen positiven Corona-Test. „Wir müssen uns damit auf die Umsatzbringer konzentrieren“, so Kern.

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