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Fastnachtskampagne 2020/21

Gibt es im Ortenaukreis ein Narrentreiben in Corona-Zeiten?

Was wird aus der nächsten Fastnachtskampagne in Zeiten von Corona? Einerseits hatte Manne Lucha (Grüne), baden-württembergischer Sozialminister, erklärt, er gehe nicht davon aus, dass 2021 Fastnacht gefeiert werden kann. Auf der anderen Seite machen Zünfte der Region klar, dass Fastnacht auf keinen Fall ausfallen wird.

Vor Corona: Abstandsrichtlinien spielten 2019 beim Acherner Umzug natürlich noch keine Rolle – wie die „Germanen“ eindrucksvoll zeigten. Derzeit überlegen sich die Zünfte, wie trotz Pandemie gefeiert werden kann. Archivfoto: Spether Foto: None

Die Vorbereitungen für die nächste Narrensaison laufen an. In der Region sind sich viele Zünfte darüber einig, dass man nicht jetzt schon Corona-bedingt kapitulieren sollte. „Fastnacht kommt – und irgendetwas machen wir daraus“, hieß es bei einer ABB-Umfrage unisono. Auch wenn in Stuttgart eine andere Meinung vertreten wird: Der baden-württembergische Sozialminister Manne Lucha (Grüne) hatte erklärt, er gehe nicht davon aus, dass 2021 Fastnacht gefeiert werden könne.

Einig ist man sich bei den Zünften der Region aber auch darüber, dass es eine Fastnacht wird, bei der die Menschen keinen besonderen Corona-Gefahren ausgesetzt werden sollen.

Ortenauer Narrenbund will flexibel auf Corona reagieren

Fantasie und Flexibilität sind gefragt – das hat auch der Ortenauer Narrenbund (ONB) in einem Schreiben an alle angeschlossenen Zünfte verdeutlicht. „Wir sehen uns als Motivator, haben die Zünfte angeregt, kreativ zu sein, Lösungen zu suchen und sich Gedanken zu machen, wie und was gefeiert werden kann“, betont ONB-Präsidentin Silvia Boschert mit Blick auf die entsprechende Präsidiumssitzung.

Dabei solle man auch über den eigenen Tellerrand hinausschauen. Schließlich sei es von Vorteil, wenn man auf dem Weg der Verbandsarbeit voneinander profitieren könne.

Im allerschlimmsten Fall machen wir einen kleinen närrischen Trauerzug.
Silvia Boschert, Präsidentin des Ortenauer Narrenbunds

In dem Brief habe man den Zünften unter anderem mit Blick auf Buchungen oder Hallenmieten natürlich geraten, keine großen finanziellen Risiken einzugehen. Jeder müsse auch kurzfristig reagieren können.

Boschert ist sich in einem sicher – selbst, wenn das Schlimmste passieren würde und eine zweite Corona-Welle entsprechende Beschränkungen hätte: „Fastnacht kommt auf jeden Fall, wir werden nach Möglichkeiten suchen zu feiern, ohne jemanden in Gefahr zu bringen. Und im allerschlimmsten Fall machen wir einen kleinen närrischen Trauerzug“.

Narren in Achern und Kappelrodeck haben noch keine Pläne

Der Geschäftsführende Vorstand der Narrhalla Achern trifft sich noch in dieser Woche, um das Thema zu besprechen, erklärt Präsident Ralph Kiefer.

Trotz dem wechselhaften Wetter in Achern hatten die Narren viel Spaß. Foto: Benedikt Spether

Noch keine Stellungnahme gibt es derzeit von der Narrenzunft 1811 Kappelrodeck, heißt es vom Elferratspräsidenten Josef Müller.

Sasbachwaldener Narren sind zuversichtlich

„Wir blicken grundsätzlich optimistisch in die Zukunft. Eine Fastnacht 2021 wird es auf jeden Fall geben – wie Weihnachten und Ostern auch“, betont Markus Bruder, Vorsitzender der Narrenzunft „Germania“ Sasbachwalden.

Wie und in welcher Form Fastnacht dann begangen wird, dass werden wir zum gegebenen Zeitpunkt entscheiden.
Markus Bruder, Vorsitzender der Narrenzunft „Germania“ Sasbachwalden

Man habe diesbezüglich zwar noch keine Überlegungen angestellt, coronabedingt habe bisher noch keine Sitzung des Narrenrates stattgefunden. „Wie und in welcher Form Fastnacht dann begangen wird, dass werden wir zum gegebenen Zeitpunkt aufgrund der aktuellen Lage entscheiden.“

Narrhalla Renchen verschickt bereits Einladungen zum Umzug

Die Narrhalla Renchen verschickt bereits ihre Einladungen für den Umzug an andere Zünfte, sagt Elferratsvorsitzender Hubertus Schlack. Er betont, dass man Vorbereitungen treffen müsse und im schlimmsten Fall der Fälle eben flexibel reagiere. „Wenn eine zweite Corona-Welle kommt, wird der Gesetzgeber Vorgaben machen müssen.“

Generell fahre man in Renchen bei Planungsfragen natürlich auf Sparflamme, es gebe keine großen Investitionen, und mit der Bestellung der Jahresorden warte man so lange ab wie es geht. „Das haben wir mit der Firma so besprochen.“

Organisation in Rheinbischofsheim ist bereits fortgeschritten

Sehr weit in der Organisation ist bereits der Karnevalsverein Rheinbischofsheim: Verwaltungsvorstand Darline Ruffenach erläutert, dass man in einer Sitzung „natürlich per Videochat“ Entscheidungen getroffen habe. Die Einladungen sind in die Wege geleitet, Termine bereits festgesetzt – aber eben alles flexibel.

„Mit der Verwaltung haben wir besprochen, dass der Sturm auf das Rathaus am 11. November erst ganz knapp davor organisiert werden kann. Das gelte auch für die eine Woche später stattfindende traditionelle Siegesfeier, zu der die Halle gemietet werden müsste. „Die Verwaltung hat sich sehr kulant gezeigt.“

Ob Narrenfesteröffnung, die am 23. Januar stattfinden soll, oder Prunksitzung, Kinderfastnacht und Umzug – „das ist immer unter Vorbehalt, dass Corona das zulässt.“

Bund Deutscher Karneval will im Juli eine Erklärung abgeben

„Die Session/Kampagne 2020/21 findet genauso statt wie Weihnachten, Aschermittwoch und Ostern. Die Frage jedoch, wie sie stattfindet, kann jetzt noch nicht seriös beantwortet werden, denn der Verlauf der Pandemie ist uns so unbekannt wie den Wissenschaftlern und der Spitzenpolitik“, heißt es beim Bund Deutscher Karneval (BDK).

Der will frühestens im Juli eine weitere Erklärung zum Thema abgeben: Im Übrigen entscheide nicht der BDK über die Art von Veranstaltungen, sondern die Behörden und im Zweifelsfall die Gerichte. „Wir bitten um Geduld und Besonnenheit.“

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