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Schwereloses Geschäft

Ingenieurin aus dem Ortenaukreis entwirft für Nasa Weltraumtoilette

Eine Toilette zu entwickeln, die sowohl in Schwerelosigkeit als auch bei reduzierter Schwerkraft auf dem Mond funktionieren würde, klingt nach einer komplexen Aufgabe. Die NASA lobte deshalb 35.000 Dollar für die drei besten Entwürfe aus – und erhielt Vorschläge von insgesamt 20.000 Teilnehmern aus aller Welt.

Franziska Wülker entwirft am Computer den „Lunar Loo“. Foto: Leonie Wöhrle

Den dritten Platz verlieh die NASA am 22. Oktober an Franziska Wülker. Sie verantwortet die Entwicklung der Spülsysteme bei Designbadhersteller Duravit in Hornberg im Ortenaukreis.

Die ersten beiden Plätze belegen Expertenteams aus den Vereinigten Staaten. Franziska Wülker ist somit die einzige nichtamerikanische Teilnehmerin, Einzelperson und weibliche Ingenieurin, die es unter die Top 3 geschafft hat. Bei der Verleihung anwesend war auch Jonny Kim; Der NASA Astronaut ist in das Artemis Programm involviert, das 2024 den nächsten Astronauten und die erste Astronautin zum Mond schicken soll.

Thomas Stammel, Vorstand Technik der Duravit AG, freut sich: “Wir sind stolz darauf, dass Franziska Wülker, unsere Expertin für Spülsysteme neben ihrer Arbeit ein so anspruchsvolles Projekt erfolgreich gegen starke Konkurrenz bearbeitet hat. Der dritte Platz ist ein toller Erfolg, der unser Knowhow in Sachen WC-Technologie unterstreicht.“

So sieht die Toilette im Entwurf aus. Foto: BNN

Das Duravit-Weltraum-WC erlaubt eine komfortable Nutzung für den Astronauten und - dank optimierter Sitzgeometrie - auch für die Astronautin. Mittels Absaugung werden alle Ausscheidungen zuverlässig vom Körper des Benutzers entfernt. Um die fehlende Schwerkraft zu kompensieren, werden die Exkremente in eine Zentrifuge geleitet, wo sie entwässert werden und mithilfe einer Förderschnecke in einen Tank gelangen.

Ein in sich geschlossenes Toilettensystem

Die Geometrie von Konstruktion und Filter garantieren, dass weder unangenehme Gerüche noch Bakterien in die Kabine des Raumschiffs gelangen. Das Toilettensystem ist in sich geschlossen, sodass auch im Falle eines Stromausfalls die Sicherheit der Besatzung garantiert ist und sie nicht etwa einem Vakuum ausgesetzt wird. Trotz dieser ausgeklügelten Technik werden die Vorgaben der NASA hinsichtlich Gewicht und Energieverbrauch deutlich unterschritten.

Bei Forschung und Entwicklung setzt Duravit auf innovative Technik. Franziska Wülker arbeitet mit modernster Software, die in der Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt oder bei Universitäten im Rahmen von Forschungstätigkeiten zum Einsatz kommt. Mit ihr lässt sich zum Beispiel der Verlauf von Wasser realistisch simulieren und visualisieren.

Plus an Hygiene und Reinigungskomfort

So können neue Produkte noch schneller und effizienter entwickelt und optimiert werden. Eingesetzt hat das Unternehmen die Software unter anderem bei der Entwicklung der Duravit-Rimless-Technologie, die durch eine offene Gestaltung des Spülrandes ein Plus an Hygiene und Reinigungskomfort bietet.

„Bei der WC-Entwicklung achten wir auf zuverlässige Spülperformance und gute Hygiene. Neben Funktionalität und Design haben wir zudem stets aktuelle Themen wie beispielsweise den Wasserverbrauch im Blick. Bei unseren für die Erde gedachten WCs hilft uns natürlich die Schwerkraft, denn die Exkremente und Urin fallen automatisch in das WC-Becken. Bei der Konstruktion des Mond-WCs war eine der größten Herausforderungen das Umdenken auf Funktionalität auch bei Schwerelosigkeit“, so die verantwortliche Leiterin für die Entwicklung von Spülsystemen, Franziska Wülker.

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