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Öffentliche Verwaltung

Zeitgemäßes Marketing soll Attraktivität der Hochschule Kehl steigern

Die Hochschule Kehl hat in der Stadthalle darüber diskutiert, wie sie sich in den kommenden Jahren ausrichten möchte. Ein Konzept ist gefragt, denn in den Verwaltungen bleiben Stellen unbesetzt.

Über die Zukunft: Es diskutieren Hauptgeschäftsführer Alexis von Komorowsik, OB Julian Osswald, Absolventin Lisa Brunzel, Gemeindetags-Dezernentin Heidi Schmid und Rektor Joachim Beck (von links) mit Moderatorin Julia Klingmann (links).
Über die Zukunft: Es diskutieren Hauptgeschäftsführer Alexis von Komorowsik, OB Julian Osswald, Absolventin Lisa Brunzel, Gemeindetags-Dezernentin Heidi Schmid und Rektor Joachim Beck (von links) mit Moderatorin Julia Klingmann (links). Foto: Michael Brück

Mit fast 36.000 Quadratkilometern ist Baden-Württemberg hinter Bayern und Niedersachsen das drittgrößte Flächenland Deutschlands. Platz genug für 1.101 Gemeinden. Und die brauchen, um ihre Kommunen zu verwalten, bestens ausgebildete Fachkräfte.

Seit den frühen 1970er-Jahren kommen diese in nicht unerheblicher Zahl von der Hochschule für öffentliche Verwaltung in Kehl. Rund 1.400 Studierende sind dort derzeit in verschiedenen Studiengängen immatrikuliert.

Mehr als 90 Prozent von ihnen werden nach ihrem Studium in einer der vielen Kommunen einen sicheren Arbeitsplatz haben – als Beamte im gehobenen Verwaltungsdienst.

Bildung, Gleichstellung, Digitalisierung und Innovation stehen im Mittelpunkt

Ein Erfolgsmodell, das allerbeste berufliche Perspektiven bietet. Dennoch hatte die Kehler Hochschule am Samstag ihren Fokus auf die Zukunftsplanung gerichtet. Kommunale Spitzenverbände, Hochschulleitung, Dozenten und Studierende waren in die Kehler Stadthalle eingeladen, um über die großen Themen der Zeit zu diskutieren und so auch Handlungsempfehlungen für die kommenden Jahre zu erarbeiten.

Bildung, Gleichstellung, Digitalisierung und Innovation standen dabei genauso im Mittelpunkt der Gespräche wie Internationalisierung, Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Wertewandel und die Demografie.

Wir wollen uns hier mit dem Instrument für die Hochschulentwicklung der Zukunft befassen.
Julian Osswald, Oberbürgermeister

Forschung, Lehre und Weiterbildung waren die Schwerpunkte, für die es galt, in Arbeitsgruppen die Handlungsfelder anzugehen. „Wir wollen uns hier mit dem Instrument für die Hochschulentwicklung der Zukunft befassen“, erklärte Freudenstadts Oberbürgermeister Julian Osswald (CDU) als Vertreter des Hochschulrats.

Es gehe um ein Strategiedokument, das als Leitplanke die Entwicklung der Hochschule in den nächsten fünf Jahren festlege. Fünf Jahre, die durch große Veränderungen gekennzeichnet seien. Die Bedeutung von Corona, der Krieg in der Ukraine und vieles mehr würden Fragen zur gesellschaftlichen Entwicklung aufwerfen.

Insofern sei es notwendig zu hinterfragen, was sich bewährt habe, was weiter auszubauen sei, wo man Lücken erkenne, die zu schließen seien und welche Chancen der Hochschulstandort Kehl mit seiner Nähe zu Straßburg biete. Ideen seien allerdings auch davon abhängig, welche Ressourcen zur Verfügung stünden, mahnte Osswald.

Zahl der unbesetzten Stellen in Verwaltung nimmt zu

Hochschul-Rektor Joachim Beck präsentierte eine so genannte Swot-Analyse, die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken der Hochschule Kehl aufzeigen sollte. Man sei breit aufgestellt, erklärte Beck. Man bilde hoch qualifizierte Fachkräfte aus, biete ein gutes Rüstzeug und profitiere dazu von einem guten Ruf der Hochschule und einem hohen Praxisbezug.

Es fehle allerdings am zeitgemäßen Marketing und an der ausreichenden Zahl von Absolventen. Zukunftsmacher seien gefragt, und auch die beruflichen Chancen präsentierten sich sehr gut. Dem entgegen stehe allerdings die steigende Zahl unbesetzter Stellen in den Verwaltungen, das Image des öffentlichen Dienstes sowie die geringere Bezahlung im Vergleich zur freien Wirtschaft.

Eine Vielzahl von Handlungsfeldern für die Zukunft wurden dann auch von den Arbeitsgruppen vorgestellt, die der Hochschule ein großes Potenzial in den Bereichen von Digitalisierung und Innovation versicherten, aber auch Investitionen in Infrastruktur, Personal, Lehre und Prozesse forderten. Lücken seien im Bereich der Weiterbildung erkennbar.

Hier müsse man modernere und marktgerechte Angebote schaffen, auch in Verbindung mit Familie und Beruf. Echte Doktorandenstellen forderte Beck, um in Kehl einen Forschungscampus aufzubauen und für die Zukunft auch weiterzuentwickeln. Und in der Lehre sei eines der Zukunftsziele, den Fokus auf den Bereich Public Management zu lenken.

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