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Folge der Energiekrise

Kehl schaltet Warmwasser in Sporthallen und Beleuchtung von Gebäuden ab

Wegen der steigenden Energiepreise gibt es in den städtischen Gebäuden und Sporthallen in Kehl nur noch kaltes Wasser. Und auch an anderen Stellen wird gespart.

Abendrundgang Landesgartenschau
Mimram - Bruecke
Auch auf den Brücken nach Straßburg wird über eine Reduzierung der Beleuchtung nachgedacht. Foto: Peter Heck

Nicht nur Privathaushalte, auch die Stadt Kehl muss Energie sparen: Wer seit vergangenen Montag in städtischen Hallen Sport treibt, kann nur noch mit kaltem Wasser duschen und auch in den Verwaltungsgebäuden fließt kein warmes Nass mehr aus dem Hahn.

Auch die Stadt muss mit enormen Steigerungen bei den Energiekosten rechnen: Im besten Fall belaufen sich die Mehrausgaben im kommenden Jahr allein für Gas und Strom auf 2,5 Millionen Euro, wie die Stadtverwaltung mitteilte.

„Das ist viel Geld, das uns an anderer Stelle fehlen wird“, sagt Oberbürgermeister Wolfram Britz (parteilos) und hat deshalb die erste Stufe eines städtischen Maßnahmenplans bereits in Kraft gesetzt.

Stromsparen in Verwaltungsgebäuden der Stadt Kehl

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung dürfen beispielsweise Ventilatoren oder Kühlgeräte in den Büros nur noch bei Temperaturen von mehr als 30 Grad Außentemperatur betreiben.

Zudem sollen sie noch stärker als bisher darauf achten, dass Computer und Drucker ausgeschaltet werden und nicht im Stand-by-Modus verbleiben. Mobile Elektrogeräte sind nur noch zur Zubereitung von Essen und Getränken zulässig.

Nur noch kaltes Wasser: Ausnahmen möglich

In den Rathäusern und anderen städtischen Gebäuden wurde das warme Wasser abgestellt. Ausnahmen gelten für Kindertageseinrichtungen und können für Schulen zugelassen werden.

Die Sportvereine, die in städtischen Hallen trainieren, sind über die Zentrale Steuerung oder die Ortsverwaltungen darüber informiert worden, dass bis zum Ende der Heizperiode nur noch kaltes Wasser aus der Leitung fließen wird.

Gebäude werden nicht mehr angestrahlt

Auch die sogenannte Effektbeleuchtung wird abgeschaltet: Das Kulturhaus bleibt abends bereits dunkel; die Beleuchtung der Bäume im Rathausareal wird ausgeknipst.

Der Bereich Tiefbau hat sich mit den Kirchengemeinden darauf verständigt, die Beleuchtung des Turms und der Fassade der Johannes-Nepomuk-Kirche und der Friedenskirche auf voraussichtlich eine Stunde zu reduzieren; die Stromrechnungen für die Beleuchtung gehen ebenfalls bei der Stadt ein.

Auch die Villa Schmidt wird in den Abendstunden bald dunkel bleiben. Das städtische Gebäudemanagement ist zudem in den Ortschaften unterwegs und prüft dort mögliche Einsparungen – die Außenbeleuchtung der dortigen Rathäuser inklusive.

Straßenbeleuchtung soll gedimmt werden

Weil die Stadt die Straßenbeleuchtung gerne dimmen, also weniger hell erstrahlen lassen möchte, lässt der Bereich Tiefbau gerade vom Badischen Gemeindeversicherungsverband prüfen, in welchem Rahmen das versicherungsrechtlich möglich ist.

Sobald von dort das Okay vorliegt, geht der Auftrag ans Überlandwerk raus, die Straßenlaternen entsprechend umzuprogrammieren. Dazu sind Eingriffe an 40 Punkten im Stadtgebiet notwendig, erklärt Tiefbaubereichsleiter Hans-Jürgen Schneider. Mit den Sportvereinen laufen die Gespräche über den Betrieb der Flutlichtanlagen.

Brücken über den Rhein im Blick

Die Beleuchtung der Passerelle des deux Rives und der Trambrücke über den Rhein steuert die Eurométropole de Strasbourg. Weil die Strompreise in Frankreich deutlich niedriger sind als auf der deutschen Rheinseite, ist dort der Kostendruck bislang geringer.

Dennoch prüft die Eurométropole beispielsweise die Abschaltung der Beleuchtung der Schrägseile der Passerelle, weil diese nämlich nicht mit LED ausgestattet ist. Spätestens im Oktober wird dort die Entscheidung fallen, wie mit der Beleuchtung von öffentlichen Bauwerken verfahren wird. Die in die Handläufe beider Brücken integrierte Beleuchtung wird aus Sicherheitsgründen bestehen bleiben.

Heizungen werden zentral gesteuert

Das städtische Gebäudemanagement wird mit Beginn des Herbstes in städtischen Gebäuden, in denen das nicht bereits geschehen ist, sogenannte Behördenventile einbauen. Damit wird die Temperatur fest eingestellt; die Nutzerinnen und Nutzer der Räume können also die Heizungen nicht mehr selber steuern.

Auch in Fluren, Toiletten, Putz- und Abstellräumen kann damit die Temperatur – voraussichtlich auf 18 Grad – abgesenkt werden. Außerdem hat die Optimierung der Einstellung der Heizungsanlagen gemeinsam mit den Hausmeistern bereits begonnen.

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