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350 Kilo Bronze und 500 Arbeitsstunden

Grimmelshausen-Denkmal in Oberkirch enthüllt

350 Gramm Bronze und 500 Arbeitsstunden: Die Fußgängerzone von Oberkirch ziert jetzt ein neues Denkmal. Es erinnert an den Schriftsteller Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen.

In Oberkirch wurde ein Denkmal für den Schriftsteller Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen enthüllt.
In Oberkirch wurde ein Denkmal für den Schriftsteller Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen enthüllt. Bildhauer Gerd Dörflinger (links) freut sich gemeinsam mit Oberbürgermeister Matthias Braun darüber. Foto: Michaela Bross

Für Oberkirch war der Samstag ein besonderer Tag. „Was lange währt, wird endlich wahr“, betonte Oberbürgermeister Matthias Braun bei seiner Rede zur Enthüllung eines neuen Denkmals zu Ehren von Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen.

Gespannt warteten viele Bürger in der Fußgängerzone vor dem Museum. Wie wird das Denkmal wohl aussehen? Zum 400. Geburtstag des bekannten Schriftstellers finden viele Veranstaltungen in Oberkirch statt. Matthias Braun (CDU) erinnerte an die 20 Jahre, in denen Grimmelshausen in den Oberkircher Stadtteilen Gaisbach und Tiergarten gelebt hatte.

Dort schrieb er einen Großteil seines Romans über die Abenteuer des „Simplicissimus Teutsch“. „Mit dem Simplicissimus hat Grimmelshausen ein Werk geschaffen, das zu den herausragenden Romanen der Weltliteratur zählt“, unterstrich er.

Grimmelshausen ist kulturelles Erbe in Oberkirch

Vielen Generationen diente das Buch als Lektüre und vielen Schriftstellern auch als Inspiration. „Uns allen liegt das kulturelle Erbe dieses bedeutenden Barockdichters am Herzen“, betonte der Oberbürgermeister.

Das Denkmal, das nun vom Oberkircher Bildhauer Gerd Dörflinger in Kooperation mit seinem Kollegen Wolfgang Ducksch sowie dem Sockelbauer „huber art“ gestaltet wurde, sei inspiriert vom Titelkupfer des Romans.

Es sei nicht nur ein Denkmal, so Matthias Braun, sondern lade dazu ein, sich zu ihm zu setzen und in Dialog zu treten. „Im Roman hat Grimmelshausen seiner und unserer Heimat ein literarisches Denkmal gesetzt, und umgekehrt setzten wir nun ihm heute ein Denkmal“, schloss er seine Rede.

500 Arbeitsstunden für Denkmal

350 Kilo Bronze und 500 Arbeitsstunden ergaben nun ein Werk, das dauerhaft in der Fußgängerzone stehen werde. Darauf sei er stolz, erklärte Bildhauer Dörflinger. Die Figur sei eine Herausforderung gewesen.

Sie sollte auf keinem hohen Sockel stehen, sondern Nähe vermitteln, auf Augenhöhe mit dem Betrachter, erlebbar sein. Bewegt sprach der Künstler davon, dass er für seine Heimatstadt etwas schaffen durfte, das die Zeit überdauert. Er widmete sein Werk seinem Großvater Gerd Birner.

Ein großes „Aaah“ der Menge sowie langanhaltender Beifall begleitete die Enthüllung durch ihn und den Oberbürgermeister. Danach interpretierte Manuela Bijanfar, die Initiatorin des Denkmals und Leiterin der Grimmelshausen-Runde, das Wesen und zitierte aus dem Buch. Sie erinnerte an den Dichter und sein Leben sowie den Dreißigjährigen Krieg.

Umrahmt wurde die Feier durch ein Waldhornensemble (Josefine Arnold, Charlotte Schalk, Pirmin Maier, Holger Seifermann) der Musik- und Kunstschule Achern-Oberkirch unter der Leitung von Thomas Neuberth. Schon gleich nach der Enthüllung blieben interessierte Passanten stehen und Kinder nutzten die Gelegenheit, die Figur zu erklettern.

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