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Die Saison wird eingeleitet

Große Fragezeichen zum Start der Erdbeer-Saison in Oberkirch

Die Erdbeer-Ernte lässt sich vielversprechend an. Aber die explodierenden Preise und der Ukraine-Krieg stellen die heimischen Anbaubetriebe vor einige Unwägbarkeiten

Baden-Württembergs Erdbeerkönigin Tamara Sauter eröffnete die Saison in Oberkirch-Stadelhofen. Foto: Winfried Köninger

Die diesjährige Erdbeersaison 2022 wurde durch die Baden-Württembergische Erdbeerkönigin Tamara Sauter, Bad Wurzach, am Mittwoch eröffnet. Der Startschuss im Obstbaubetrieb Klaus Müller in Oberkirch-Stadelhofen in Anwesenheit zahlreicher Vertreter aus der Brache und der Politik stand unter dem Eindruck von einigen Unwägbarkeiten, deren Auswirkungen zu Saisonbeginn noch völlig offen sind.

Welche Folgen begleiten in der bevorstehenden Erdbeersaison der Ukraine-Krieg, die Corona-Krise, die explodierenden Produktionsmittelpreise und der Mindestlohn? Zuversicht bringt der Wunsch der Verbraucher nach mehr Regionalität bei Lebensmitteln und eine hohe Qualitätserwartung in diesem Jahr.

Ein Blick in die Folientunnel der Erdbeerkulturen lässt Freude aufkommen: Der Behang mit der Königin der Früchte könnte nicht schöner sein. Obstbauer Müller, wie auch der Anbauberater des Obstgroßmarktes Mittelbaden (OGM) Markus Litterst sprechen von bisher allerbesten Anbauvoraussetzungen im laufenden Jahr.

Der Anbau der Erdbeere im Folientunnel mindert Klima-Risiken

Vor allem haben die Spätfröste Anfang April keinen Schaden zugefügt. Der zunehmende Anbau im Folientunnel, wie es der Betrieb Müller auf zwei Hektar praktiziert, mindert Risiken. Im Hinblick auf den Klimawandel mit ihren Wetterkapriolen wird diese Anbaumethode immer mehr zunehmen und „ist im Hinblick auf die Produktionssicherheit und auf den gewollten Verzicht auf Pflanzenschutzmittel unabdingbar“, so Müller.

Die Regionalität steht beim Verbraucher immer mehr im Vordergrund, das ist in der Vermarktungsstrategie unser wertvollstes Pfund.
Ulrich Dahm, geschäftsführende Vorstand des OGM

„Auch wenn dadurch das Landschaftsbild sich verändert, und nach Außen ablesbar ist, wie die Landwirtschaft im Strukturwandel steht“, so wie es Oberbürgermeister Matthias Braun (CDU), Oberkirch, in seinem Grußwort darlegte.

Das Stadtoberhaupt ging auf die hohe Wertschöpfung der Erdbeere und des Obstbaues für die hiesigen Betriebe und der Region ein. „Die Regionalität steht beim Verbraucher immer mehr im Vordergrund, das ist in der Vermarktungsstrategie unser wertvollstes Pfund“, so der geschäftsführende Vorstand des OGM, Ulrich Dahm.

Frisch geerntete Erdbeeren liegen in Körben. Foto: Malte Krudewig/Malte Krudewig/Dpa/dpa/Symbolbild

Er sieht Lichtblicke für die kommende Obstsaison im Absatz und im Preisgefüge. „Wir hegen nach wie vor die Hoffnung, dass sich die gestiegenen Produktionskosten durch gute Auszahlungspreise unserer Partner des Lebensmitteleinzelhandels ausgleichen lassen“, so Dahm.

Im Gespräch mit Edeka erläutert deren Pressesprecher Florian Heitzmann, „dass unsere Märkte grundsätzlich keine importierte Ware mehr anzubieten, sobald saisonales Obst und Gemüse aus heimischem Anbau in ausreichender Menge verfügbar ist. Bei Erdbeeren handeln wir in dieser Saison ab dem 2. Mai ausschließlich heimische Ware“.

Die Erdbeer-Preise bleiben stabil

Verbraucher, wie auch Produzenten dürfen sich vermutlich darüber freuen, dass die Erdbeeren 2022 den Preis der Vorjahre halten. Damit könnten auch die Erzeuger leben, wie es aus dem Mund des Geschäftsführers des Verbandes Süddeutschen Spargel- und Erdbeeranbauer, Simon Schumacher, hervorgeht.

„Der Preis in den vergangenen beiden Jahren war auskömmlich, die jetzt höheren Produktionskosten könnten durch eine bessere Ernteerwartung in diesem Jahr ausgeglichen werden“. Der OGM erwartet eine hiesige Ernte von 3.000 Tonnen. „Die Märkte warten regelrecht auf regionale Ware“ so Dahm.

Zwei polnische Erntehelferinnen pflücken unter einem Folientunnel bei Oberkirch (Ortenaukreis) Erdbeeren. Foto: A2070 Rolf Haid

Das höhere Geschmackserlebnis der heimischen Erdbeeren honoriert der Verbraucher. Ortenauer Erdbeeren sind aromaintensiv und von hoher Fruchtsüße. Ursache ist das günstige Klima in der Ortenau. Die kühlen Nächte aus den Talwinden in Verbindung mit der Wärme der Oberrheinischen Tiefebene sind sehr förderlich für die Aromenbildung von Früchten.

Corona hat den Fokus auf heimische Ware gestärkt, sagt Diana Kohlmann, Dezernentin ländlicher Raum, Landratsamt Ortenaukreis. Baden-Württembergs Erdbeerkönigin Tamara Sauter will jedenfalls ihr erstes Regentenjahr intensiv nutzen, der heimischen Erdbeere bundesweit zu weiterem Ansehen zu verhelfen. „Der Verbraucher muss wissen, dass hinter einer tollen Qualität auch ein fairer Preis stehen muss“.

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