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Rund 450 Teilnehmer

Demo in Offenburg gegen die Maskenpflicht an Grundschulen verläuft friedlich

Die seit Montag gültige Maskenpflicht für Grundschüler hat in Offenburg mehrere Hundert Menschen zu einer Demo vor das Rathaus getrieben. Zu Auseinandersetzungen kam es zwar nicht – dennoch trugen die meisten Demonstranten weder Mund-Nasen-Bedeckungen, noch wurden Sicherheitsabstände eingehalten.

Viele Demonstranten trugen keine Maske. Auch Abstände wurden nicht eingehalten. Foto: Einsatzreport 24

Rund 450 Menschen haben nach Angaben der Polizei am Sonntagnachmittag vor dem Offenburger Rathaus gegen die Maskenpflicht für Grundschüler demonstriert. Eine Elterninitiative appelliert an Oberbürgermeister Marco Steffens (CDU) als Chef des Schulträgers.

Die große Mehrzahl der Demonstranten trug keine Maske und hielt keinen Sicherheitsabstand ein. Die Polizei schritt nicht ein - dies wäre unverhältnismäßig gewesen, hieß es am Sonntagabend aus dem Offenburger Polizeipräsidium.

Seit Montag gilt die Pflicht, medizinische Masken zu tragen auch für Kinder der Grundschulen. Einige Eltern wollten das nicht hinnehmen und haben die Zurücknahme dieser Verordnung für die Schulen in Offenburg gefordert. Mit einem Brief und einer Unterschriftenliste bitten sie den Offenburger Oberbürgermeister um Unterstützung.

Auch genereller Protest gegen Masken, Testen und Impfen

Zur Demonstration hatte die Offenburgerin Jenny Felde aufgerufen. Die dreifache Mutter war selbst überrascht von der starken Resonanz auf ihren kurzfristigen Aufruf. Noch nie sei sie politisch aktiv gewesen, sagte sie. Was nicht ganz richtig ist, war sie doch, bereits bei einer ersten corona-skeptischen Demonstrationen im Mai 2020 auf dem Rathausplatz dabei.

Jetzt habe die Verordnung des Staatsministeriums Baden Württemberg eine Grenze überschritten, begründet sie ihr Engagement. Die Demo sei keine ideologische Veranstaltung, so Felde, auch keine der Corona-Leugner oder Querdenker, es gehe einzig darum, dass betroffene Eltern diese eine Maßnahme kritisierten.

Dennoch nutzten einige, darunter der Offenburger Zahnarzt und Maskengegner Fritz Düker die Möglichkeit, generell gegen Masken, Testen und Impfen aufzurufen. „Lasst unsere Kinder frei atmen“, war auf den Protestplakaten zu lesen, oder „Kinder haben keine Schuld“, dazu eine Zeichnung, die ein Kind mit Maske hinter Gittern zeigt.

Auch Hubert Kraus, Veranstalter der corona-skeptischen Demos in der Region, warb nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung für seine Kundgebungen.

Da der vorgeschriebene Abstand zeitweise nicht eingehalten wurde und viele Teilnehmer keine Maske trugen, appellierten Polizeibeamte an die Versammlungsleiterin, sich an die Vorgaben zu halten.

Corona sei für Kinder kein Problem, meint Jenny Felde, die Masken dagegen seien für Sechs- bis Zehnjährige unzumutbar. Viele Kinder seien acht Stunden in der Ganztagsbetreuung, sie spielten und rangelten miteinander, da bringe keine Maske etwas.

Brief an Oberbürgermeister: Eltern kritisieren medizinische Masken

Das Verhältnis von Nutzen und Schaden sei nicht vertretbar. Einige Fünft-und Sechstklässler hätten Kreislaufzusammenbrüche erlitten und sich übergeben, andere hätten Migräne seit Monaten. Und Viertklässler hätten ein noch kleineres Lungenvolumen.

Die Eltern des Montessori-Zentrums, vertreten durch Martin Hülse, hat sich deshalb entschlossen, einen Brief an Oberbürgermeister Marco Steffens zu schreiben, gesammelte Unterschriften sollen den Forderungen Nachdruck verleihen.

Bei den sogenannten FFP2- und OP-Masken handle es sich um ein Medizinprodukt, das ausschließlich einer eindeutigen Nutzergruppe zugeordnet sei und nur unter genau definierten Bedingungen eingesetzt werden dürfe, heißt es in dem Papier. Eltern und Kinder gehörten nicht zu den Gruppen, für die medizinische Masken produziert würden.

Wir Eltern befürchten hohe gesundheitliche Risiken für Kinder.
Brief an Oberbürgermeister Marco Steffens

Auch könnten die Bedingungen, unter denen medizinische Masken gefahrlos eingesetzt werden dürften, nicht eingehalten werden. Dazu gehörten maximale Zeitdauer des Tragens, sicheres Wechseln der Maske und Pausen ohne Maske. Die gesundheitlichen Risiken, die das Tragen medizinischer Masken an den Schulen mit sich bringen könnten, würden in der neuen Verordnung ignoriert.

„Wir Eltern befürchten daher ernstlich, dass mit der Verpflichtung zum Tragen medizinischer Masken für Kinder hohe gesundheitliche Risiken verbunden sind und durch die Nicht-Gewährleistung wichtiger Bedingungen zum sicheren Tragen der Maske die erhoffte Wirkung sowieso nicht, beziehungsweise nur teilweise gegeben ist“, heißt es in dem Schreiben.

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