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Vier Männer angeklagt

Ermittler sagt bei aufwendigem Drogenprozess in Offenburg als Zeuge aus

Im bislang vielleicht aufwendigsten Verfahren vor dem Landgericht Offenburg, einem Drogenprozess gegen vier Angeklagte, hat erneut ein Ermittler der Kriminalpolizei Offenburg ausgesagt.

Im bislang vielleicht aufwendigsten Verfahren vor dem Landgericht Offenburg, einem Drogenprozess gegen vier Angeklagte, hat erneut ein Ermittler der Kriminalpolizei Offenburg ausgesagt. Foto: Steffen Schmidt/dpa

Detailliert schilderte dieser die Wohnungsdurchsuchung beim Jüngsten des Quartetts. Mehrere Verteidiger nutzten die Situation, den Wert seiner Aussagen kleinzureden.

Bereits am 17. September 2021 ist die Hauptverhandlung vor dem Landgericht eröffnet worden. Sie richtet sich gegen vier Männer, zum Zeitpunkt ihrer Verhaftung zwischen 20 und Mitte 30 Jahre alt. Vor allem wegen der coronabedingten Abstandsregeln findet die Hauptverhandlung weitgehend in der Oberrheinhalle statt.

Erfahrene Justiz- und Kripo-Mitarbeiter vermochten sich auf Anfrage nicht an einen ähnlich aufwendigen Prozess erinnern. Den vier Angeklagten zur Seite sitzen fünf Verteidiger. Des Weiteren zugegen: zwei Staatsanwälte, knapp zehn Justizwachtmeister und eine Protokollbeamtin und das fünfköpfige Richtergremium. Den Vorsitz führt Stephan Hofsäß.

Vier Männer sollen blühenden Drogenhandel betrieben haben

Das Quartett war im Februar 2021 aufgeflogen. Es soll einen blühenden Drogenhandel betrieben haben, mit 26 Kilo Marihuana, vier Kilogramm Haschisch, drei Kilo Kokain und weit über einem Kilo Amphetaminen. Dabei sollen 200.000 Euro geflossen sein.

Reichlich einschlägiges Material, so der Hauptkommissar als Zeuge, sei in der Wohnung entdeckt worden: in einer Geldbörse ein Zettel mit „vermutlich“ einer Schuldnerliste, zudem 2.230 Euro Bargeld, „vermutlich Deal-Geld“. Auf Nachfrage habe der Beschuldigte gesagt, die Schuldnerliste sei im Zusammenhang mit Spielschulden zu sehen.

In der Garage seien Marihuana, Haschisch und Kokain gefunden worden. Der Großvater des Angeklagten habe darauf gepocht, dass das Haschisch ihm gehöre, „wegen eines Rückenleidens“.

Beamte stoßen beim Auslesen von Handys auf Hinweise

Beim Auslesen zweier Handys des 20-Jährigen sei man auf Hinweise auf Drogenhandel gestoßen, so der Kripo-Beamte weiter. Auffällig auch: Ähnliche Tüten und Vakuumbeutel seien auch in der Wohnung eines anderen Angeklagten gefunden worden, auffällig auch die identischen Wirkungsgrade der bei den beiden Männern aufgefundenen Proben von „ungestrecktem“ Kokain, 78 Prozent. Beschlagnahmt worden seien auch eine Feinwaage, Schreckschusswaffen, Platzpatronen und Schlagstöcke.

Wie der Zeuge weiter mitteilte, laufen gegen weitere Personen im Umfeld des angeklagten Quartetts Ermittlungen. Weitere acht Verhandlungstage sind im aktuellen Verfahren bereits terminiert – bis Anfang April.

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