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Kreis stellt Details seiner großen Tarifreform vor

Große Tarifreform in der Ortenau: Im Nahverkehr wird vieles leichter

Der Ortenaukreis ist mit fast 2.000 Quadratkilometern der größte Kreis im Südwesten. Um so wichtiger ist der Nahverkehr, dessen Tarifwerk jetzt grundlegend reformiert werden soll.

Schneller und einfacher: Der Ortenaukreis plant für das kommende Jahr eine große Tarifreform für den Nahverkehr. Die soll unter anderem nur noch sechs Tarifzonen beinhalten. Foto: Sven Hoppe / dpa

Sechs Tarifzonen, billigere Fahrscheine, mehr Übersichtlichkeit: Das sind die Eckpunkte, mit denen der Ortenaukreis den öffentlichen Nahverkehr attraktiver machen will. Der Ausschuss für Umwelt und Technik des Kreistags billigte am Dienstag die Neuordnung, die den Kreis von August 2021 an mindestens 4,6 Millionen Euro jährlich kosten wird.

Vor allem von der Einteilung in sechs Tarifzonen mit Sonderfunktionen für das Oberzentrum Offenburg und den Verkehrsknoten Appenweier erhofft sich der Kreis, den Nahverkehr nicht nur billiger, sondern übersichtlicher und gerechter zu machen. Dies auch, weil die Fahrten innerhalb der Zonen dadurch deutlich billiger würden. Die Fraktionen signalisierten am Dienstag breite Zustimmung. Das letzte Wort hat der Kreistag.

Tarifzonen nach ihren Regionen benannt

Die sechs neuen Tarifzonen sollen nach ihren jeweiligen Regionen benannt werden, um die Orientierung weiter zu vereinfachen. Der Bahnhalt in Appenweier, für den Reiseverkehr ebenso wichtig wie für die Pendlerströme, soll nach den Vorstellungen der Verwaltung „zonenneutral“ sein, also keine weitere Tarifzone auslösen.

Der Preis des Einzelfahrscheins sinkt auf 3,50 Euro, eine Schülermonatskarte für 30 Euro (im Abo, beim Einzelverkauf 34,50 Euro) wird ein weiteres Standbein der neuen Tarifstruktur werden. Sie ist künftig eine Netzkarte, kann also auch über den Schülerverkehr hinaus genutzt werden.

Das Jobticket wird deutlich attraktiver

Deutlich billiger wird auch das Jobticket, das je nach Preisstufe 35 bis 55 Euro kosten wird, nach Angaben der Verwaltung auch deshalb ein besonders attraktives Angebot, weil viele Betriebe monatlich bis zu 25 Euro auf das Jobticket drauflegen, so dass man im günstigsten Fall für zehn Euro einen Monat lang mobil sein kann.

Das Seniorenticket soll für 47,50 Euro angeboten werden. Wer überwiegend in Preisstufe 1 unterwegs ist, wird dann vermutlich auf ein normales Monatsticket umsteigen.

Der Kreis geht angesichts der derzeitigen Nutzerzahlen davon aus, dass er im ersten Jahr 4,6 Millionen Euro zugeben muss, in den Folgejahren soll der Zuschuss mit der Tarifentwicklung fortgeschrieben werden, da ansonsten überdurchschnittliche Preiserhöhungen drohen.

Kreis fängt Erhöhung für 2020 auf

Weitere 670.000 Euro wird es kosten, die reguläre Tariferhöhung zum 1. August diesen Jahres durch den Kreishaushalt aufzufangen – viele Bürger, so argumentiert die Verwaltung, müssten durch die Corona-Krise Einkommenseinbußen hinnehmen, so dass eine Erhöhung der Preise im öffentlichen Nahverkehr ein „zum jetzigen Zeitpunkt falsches Signal“ sei.

Für „besonders wichtig“ hält die Verwaltung die Einführung eines Schülernetztickets, da man damit „die ÖPNV-Nutzer der Zukunft“ anspreche, die die Vorteile des öffentliche Nahverkehrs damit auch in der Freizeit erfahren könnten.

Zudem reduziere sich damit der Verwaltungsaufwand für die Schulträger, Schulsekretariate und Verkehrsunternehmen, da dann keine Berechtigungen für den Erwerb einer Schülermonatskarte mehr ausgestellt werden müssten.

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