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Baden-Baden bis Bodensee

Neuer Standort ab Januar: Wünschewagen des ASB kommt nach Offenburg

Ein letzter Wunsch am Ende des Lebens. Ein Wünschewagen, ehrenamtliches Projekt des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) Südbaden, wird ab Januar am Standort Offenburg seinen Dienst aufnehmen.

Zwei personen stehen vor einem Wagen mit ASB-Aufdruck
Der Arbeiter-Samariter-Bund freut sich auf den Start des Wünschewagen-Projekts in Südbaden. Foto: Barabara Puppe

Noch einmal das Elternhaus besuchen, den Sonnenuntergang im Schwarzwald oder am Bodensee genießen, den Geburtstag der Enkelin mitfeiern, einen Rundflug oder eine Fahrt im Heißluftballon machen oder den Eiffelturm ein letztes Mal sehen:

Oft fehlt sterbenskranken Menschen die Kraft, einen letzten großen Traum wahr werden zu lassen. Was immer es ist – der ASB will es möglich machen. Das Angebot ist für den Kranken und eine Begleitperson kostenlos.

Einzugsgebiet von Offenburger Wagen reicht bis zum Bodensee

Schwerstkranken Menschen in ihrer letzten Lebensphase einen Herzenswunsch zu erfüllen, das ist die Aufgabe des ASB-Wünschewagens, wie Projektleiter Yannick Kehrer vom ASB Südbaden erklärt.

Seit 2014 bringen engagierte ehrenamtliche sogenannte Wünsche-Erfüller mit Hilfe des ausschließlich aus Spenden finanzierten Projekts Menschen am Ende ihres Lebens noch einmal an ihren Lieblingsort.

Das Projekt wurde in Holland ins Leben gerufen und hat sich weltweit rasant verbreitet. Bundesweit gibt es inzwischen 23 Wünschewagen, 1.200 Wünsche-Erfüller engagieren sich, um Menschen kurz vor ihrem Tod diesen Dienst zu erweisen.

Nun wird auch Südbaden am Standort Offenburg einen Wünschewagen erhalten. Das Einzugsgebiet reicht von Baden-Baden bis zur Schweizer Grenze und zum Bodensee.

Fahrzeugflotte besteht aus fast 100 Fahrzeigen und drei Rettungswagen

Das Fahrzeug, ein Mercedes-Sprinter, verfügt über eine moderne notfallmäßige Ausstattung und ist gezielt auf die Bedürfnisse der Fahrgäste abgestimmt mit speziellen Stoßdämpfern, einer breiten Fensterfront und einem harmonischen Konzept aus Licht und Farben.

„Es gibt einen Monitor, damit der Fahrgast die Reise mitverfolgen kann, wir haben leise Musik jeder Musikrichtung, ein Lichterhimmel spendet sanfte Beleuchtung, auch das Sternbild des Großen Wagens ist als Lichtinstallation angedeutet“, erklärt Rainer Bernecker, der den Fahrdienst des ASB in Offenburg aufgebaut hat.

Wenn eine Anfrage reinkommt, müssen wir schnell handeln.
Yannick Kehrer, Projektleiter

Mittlerweile ist die Fahrzeugflotte auf fast 100 Fahrzeuge mit drei Rettungswagen angewachsen. Der Wünschewagen fehlt bislang noch, denn alle Lebensbereiche sollen abdecken werden, wozu auch das Lebensende gehöre.

Wunschziele bleiben dem Fahrgast überlassen

Das Wunschziel bleibe dem Fahrgast überlassen, Wunschanfragen könnten entweder von diesem oder den Angehörigen gestellt werden, so die Initiatoren.

„Wenn eine Anfrage reinkommt, müssen wir schnell handeln. Wir gehen hin, schauen, in welchen Zustand sich der Fahrgast befindet und besprechen die Details mit ihm oder den Kontaktpersonen“, erklärt Kehrer.

Da man es mit Menschen zu tun habe, die medizinisch betreut werden, müsse man sehen, was machbar sei. Alles, was an einem Tag erreichbar ist, sei prinzipiell möglich. Bei einer längeren Strecke von acht bis zehn Stunden Fahrt werde auch die Übernachtung im Hotel gebucht, auch die Dokumente, wie beispielsweise die Patientenverfügung, würden eingeholt.

Stets seien Ehrenamtliche aus Palliativmedizin, Hospizverein oder Notfallrettung als Begleiter dabei, bei leichterer medizinischer Betreuung reiche auch eine Pflegefachkraft.

Einsatz bereichert beim ASB auch die Helfer

Ehrenamtliche, die diesen Dienst übernehmen, werden gezielt geschult. Voraussetzung ist neben dem Führerschein ein polizeiliches Führungszeugnis und bevorzugt Kenntnisse im medizinischen Bereich.

Beim ASB hat man beobachtet, dass der Einsatz auch die Helfer bereichere, sagt Kehrer, es käme viel positive Resonanz von den Fahrgästen. Viele Ehrenamtliche hätten auch einen entsprechenden Hintergrund, etwa in der Familie ähnliche Situationen erlebt.

Für die Helfer sei es eine Herzensangelegenheit, bei der es nicht um Geld gehe, sondern darum, einfach da zu sein. Es sei noch nicht vorgekommen, dass jemand im Wünschewagen gestorben ist, wohl aber wenige Tage nach der Wunschreise, weiß Yannick Kehrer. Das zeige, dass der Mensch die letzten Reserven mobilisieren könne, um am Ende des Lebens seinen Herzenswunsch zu erleben.

Infos zum Fahrzeug

Das Fahrzeug wird voraussichtlich ab der zweiten Januarwoche bereitstehen und wird dann öffentlich eingeweiht. Bis dahin gelte es, neben den Mitgliedsbeiträgen auch Ehrenamtliche und Spenden zu rekrutieren. (Spendenkonto: Bank für Sozialwirtschaft, IBAN: DE92 6012 0500 0007 7410 00, BIC: BFSWDE33STG). Bereits ab sofort können letzte Fahrten möglich gemacht werden mit Fahrzeugen aus anderen Regionen.

Kontakt: Arbeiter-Samariter-Bund Baden Württemberg e.V., Region Südbaden, Heinrich-Hertz-Straße 30, 77652 Offenburg. Tel.0781/ 639 39 270, E-Mail: wuenschewagen@asb-suedbaden.de

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