Skip to main content

Ein-Euro-Busticket in Offenburg

Ortenaukreis reduziert Zonen für Bus und Bahn

Aus 50 mach sechs: Der Tarifverbund Ortenau (TGO) strukturiert zum 1. August sein Tarifgebiet zur Nutzung von Bus- und Bahnangeboten um. Zugleich wird das sogenannte Ein-Euro-Busticket in Offenburg eingeführt, in das die Stadt künftig 2,5 Millionen Euro jährlich steckt. Neu ist im Ortenaukreis zudem das 30-Euro-Schüler-Monatsticket.

Insgesamt werden im Ortenaukreis die 50 Tarifzonen zu sechs neuen und größeren Tarifzonen zusammengefasst. Die bekannten drei Preisstufen bleiben bestehen, lediglich die Tarifzonenanzahl je Preisstufe ändert sich wie folgt: Preisstufe 1 (Kurzstrecke) für die Fahrt in einer Tarifzone, Preisstufe 2 (Mittelstrecke) für die Fahrt in zwei Tarifzonen und Preisstufe 3 (Langstrecke gleich Netzkarte) ab drei oder mehr Tarifzonen. Die Fahrpreise vieler Produkte wurden stark abgesenkt und ergeben einer Pressemitteilung des TGO somit eine durchschnittliche Reduzierung des TGO-Tarifs von rund 22 Prozent

Die neue Tarifzonennummerierung (2,3,4,5,6,8) ergibt sich aus den alten Tarifzonennummern, so wurden zum Beispiel alle bisherigen 50er-Tarifzonen zur neuen, größeren Tarifzone 5 zusammengefasst.

Der Fahrpreis für einzelne Fahrten (Einzelfahrkarte Erwachsene und Kind, Punktekarte sowie Schul-/Kindergartengruppenkarte) ist in der ersten und zweiten Preisstufe gleich, um so preisliche Härten im Kurzstreckenbereich über eine Tarifzonengrenze hinweg zu vermeiden.

Eine weitere Änderung im TGO-Tarif ist der Entfall der verbundgrenzenüberschreitenden Fahrten mit Punktekarten. Das bedeutet, dass die TGO-Punktekarte ab 1. August nicht mehr für Fahrten in die angrenzenden Nachbarverbünde KVV, RVF, VGF und VVR verwendet werden kann. Hintergrund hierfür ist die Einführung des bwtarif. Dieser bietet bereits jetzt schon ein Angebot an Fahrscheinen für den verbundüberschreitenden Verkehr in Baden-Württemberg an.

4,6 Millionen Euro vom Ortenaukreis

In Zusammenarbeit mit dem Landratsamt und den Verkehrsunternehmen der TGO konnte die TGO diesen neuen Tarif gestalten. Der Ortenaukreis steuert hierfür jährlich rund 4,6 Millionen Euro zur Absenkung des TGO-Tarifs bei. Zusätzlich fördert das Verkehrsministerium Baden-Württemberg die Tarifreform nochmals mit Mitteln in Höhe von rund 4 Millionen Euro auf mehrere Jahre.

Offenburg ist nun die erste der drei Städte, die gemeinsam mit dem Landkreis liefert. „Im Idealfall machen auch die anderen großen Kreisstädte mit“, verklausulierte OB Steffens die Tatsache, dass Lahr und Kehl noch nicht so weit sind. Die Entlastung der Straßen sei ein Ziel dieser Attraktivitätsoffensive für die Busse, so Offenburgs Oberbürgermeister Marco Steffens (CDU).

Angebot wird ausgeweitet

Dazu zählen nicht nur die neuen günstigen Tarife, sondern auch eine Ausweitung des Angebots. Im Idealfall, so schilderte es Baubürgermeister Oliver Martini, sei irgendwann einmal das Ziel erreicht, dass die Offenburger einfach zur Bushaltestelle gehen, in dem Wissen, es kommt gleich ein Bus, ohne dass sie lange warten müssen.

Faktisch gibt es das Ein-Euro-Ticket allerdings nur als Viererpack. Der Vier-Fahrten-Streifen, Vierer genannt, der im Bürgerbüro am Fischmarkt zu kaufen ist, kostet 4 Euro. Der „Einer“, den es nur beim Busfahrer, bei der Busfahrerin, zu kaufen gibt, kostet 1,5O Euro. Laut der Tarifreform hätte ein Einzelfahrschein in Offenburg statt zuvor 2,65 Euro 2,50 Euro gekostet.

Die Stadt Offenburg subventioniert ab 1. August also jeden „Einer“ mit einem Euro und jeden „Vierer“ mit 6 Euro. Würden in einem Jahr alleine 50.000 Vierer verkauft werden, würde das die Stadt 300.000 Euro zusätzlich kosten. Einer und Vierer sind jedoch erst ab 9 Uhr morgens gültig, um anderen Mehrfahrtentickets wie Schülermonatskarte oder Jobticket nicht das Wasser abzugraben. Finanzbürgermeister Hans-Peter-Kopp verwies darauf, dass die zum Fahrplanwechsel im Dezember geplante Ausweitung des Buslinienangebots weitere 450.000 Euro pro Jahr kosten, die Gesamtkosten für den Busverkehr damit auf 2,5 Millionen Euro steigen würden.

Gegenfinanziert werden solle das in Teilen durch die Erhöhung der Parkgebühren ab 2023, so Baubürgermeister Oliver Martini. Man hoffe auf einen Schub für den Busverkehr. Ob es funktioniert soll unter anderem eine elektronische Fahrgastzählung ermitteln.

nach oben Zurück zum Seitenanfang