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Polizei appelliert, zu Hause zu bleiben

Ausflugsgebiete im Nordschwarzwald bereiten sich mit strengen Maßnahmen aufs Wochenende vor

Alle Appelle sind bislang verhallt. Nachdem sie schon am Mittwoch eingreifen mussten, bereiten sich Polizei und Feuerwehr erneut auf Straßensperrungen rund um die Schwarzwaldhochstraße vor.

Behält die Parkplatzsituation im Blick: Die Polizei will auch am Wochenende wieder dafür sorgen, dass es entlang der Schwarzwaldhochstraße nicht zu voll wird. Foto: Benedikt Spether

Das Polizeipräsidium Offenburg hat mitgeteilt, auch am kommenden Wochenende erneut strenge Maßnahmen gegen eine Überfüllung der Ausflugsgebiete im Nordschwarzwald bereitzuhalten.

Feuerwehr kann im Tal Zufahrtsstraßen sperren

Die gemeinsam mit den Landkreisen und Kommunen beschlossenen Einsatzmaßnahmen sollen konsequent umgesetzt werden. Bereits am Feiertag am Mittwoch hatten Gemeinden und Polizei Zufahrtsstraßen zur Schwarzwaldhochstraße gesperrt und Falschparker umgesetzt oder abgeschleppt.

Für das Wochenende wird im Schwarzwald kaltes, aber sonniges Wetter erwartet. Deswegen wollen die Verantwortlichen die Parkplatzkapazitäten entlang der Schwarzwaldhochstraße und an anderen beliebten Ausflugszielen im Blick behalten. „Sobald die Parkkapazitäten erschöpft sind und die Gefahr droht, dass Rettungswege und Durchgangsstraßen durch Falschparker blockiert werden, werden im Tal durch die Einsatzkräfte der Feuerwehren die Sperrstellen an allen Zufahrtsstraßen besetzt“, kündigte die Polizei an.

Eine Fahrt ins Höhengebiet sei dann nur noch für Anwohner ermöglicht. Die Polizei werde nach wie vor konsequent Verkehrsverstöße ahnden und, falls erforderlich, Autos abschleppen lassen.

Wir können den Drang der Menschen in die schöne Natur verstehen. Allerdings halten wir es auch angesichts der momentanen Corona-Pandemie für nicht angebracht.
Günther Preis, Einsatzleiter der Polizei Offenburg

Parallel sollen Polizeistreifen in den Ausflugsgebieten die bestehenden Corona-Vorschriften kontrollieren. Günther Preis, Einsatzleiter der Polizei Offenburg, wies darauf hin, dass es keinen Sinn mache, von weit entfernten Gebieten zum Ausflug in den Nordschwarzwald aufzubrechen: „Wir können den Drang der Menschen in die schöne Natur verstehen. Allerdings halten wir es auch angesichts der momentanen Corona-Pandemie mit hohen Infektionszahlen für nicht angebracht.“

Es sei unverantwortlich, gezielt die Ausflugshotspots aufzusuchen, gegebenenfalls aufgrund der beengten Parkraumsituation falsch zu parken und die Rettungswege für Feuerwehr und Rettungsdienste zu blockieren, so Preis weiter. Er appelliert erneut an die Bevölkerung: „Bitte akzeptieren Sie die Maßnahmen der Kommunen, Landkreise und der Polizei.“

Zustände im Schwarzwald werden auch in Stuttgart diskutiert

Die wiederholte Überfüllung der Ausflugsgebiete ist mittlerweile auch Thema in der Landesregierung.

Die Menschen müssen wissen, dass wir sie wieder nach Hause schicken, wenn es im Schwarzwald zu voll wird.
Winfried Kretschmann, Ministerpräsident

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) kündigte am Freitag im Landtag ein konsequentes Vorgehen gegen Überfüllung in den Schneeregionen im Land an: „Die Menschen müssen wissen, dass wir sie wieder nach Hause schicken, wenn es im Schwarzwald oder auf der Schwäbischen Alb zu voll wird“, sagte der Grünen-Politiker.

Zwischen den Jahren und an Dreikönig war es an beliebten Winterausflugszielen trotz des Corona-Lockdowns immer wieder zu chaotischen Szenen gekommen. Es gab Staus, überfüllte Parkplätze, zugeparkte Rettungswege und Menschenansammlungen. Tourismusminister Guido Wolf (CDU) rief die Bürger am Freitag erneut zum Verzicht auf.

Seebacher Bürgermeister fordert Ausflugsverbot

Die Regierung will die Landkreise in die Pflicht nehmen. „Wir werden die örtlichen Behörden anhalten, solchen Ansammlungen und Verstöße gegen das Abstandsgebot unverzüglich vor Ort entgegenzuwirken und sie mit entsprechenden Maßnahmen, wie etwa Parkplatzsperrungen oder Straßenkontrollen an touristischen Ausflugszielen, zu verhindern“, sagte Kretschmann.

Manch einem geht all das nicht weit genug. Reinhard Schmälzle, Bürgermeister der Schwarzwaldgemeinde Seebach, fordert ein Verbot von Ausflügen fernab des eigenen Wohnorts. „Wir haben lange genug appelliert“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die Ausflügler seien offenbar wie Kinder, die es zu erziehen gelte.

St. Blasien macht mehr Platz für Besucher

Eine ganz andere Strategie fährt man in St. Blasien im Hochschwarzwald. Hier habe man mehr Parkmöglichkeiten geschaffen, mehr Loipen gespurt und Rodelhänge eigens präpariert, sagte Bürgermeister Adrian Probst. Ziel sei es, mehr Platz für Besucher zu schaffen, damit es kein Gedränge gebe. Bislang klappe das gut.

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