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Nach Großfahndung im Wald

Yves Rausch nach einer Woche Großeinsatz in Oppenau vorläufig festgenommen

Der seit Tagen in den Wäldern um Oppenau abgetauchte Yves Rausch ist am Freitag von der Polizei vorläufig festgenommen worden. Die Einsatzkräfte haben vier Schusswaffen sichergestellt.

In dem Waldstück oberhalb des Gasthauses hat die Polizei den Flüchtigen gefasst. Foto: Benedikt Spether

Die Fahndung nach dem flüchtigen 31-Jährigen aus Oppenau hatte mehrere Tage gedauert. Am Freitag konnte die Polizei Rausch vorläufig festnehmen. Dabei wurden auch die vier Schusswaffen sichergestellt.

Offenbar haben die Einsatzkräfte den Mann nach einer sechs Tage andauernden Suche im Waldstück oberhalb der Gaststätte „Zum Bierhäusle” im Oppenauer Ortsteil Ramsbach festgenommen.

Rausch hatte vor fünf Tagen vier Beamte mit einer Waffe bedroht und ihnen ihre Dienstwaffen abgenommen als diese ihn in einer illegal von ihm genutzten Hütte kontrollieren wollten.

Am Freitagabend um 20 Uhr findet eine Pressekonferenz mit Polizeipräsident Reinhard Renter statt. Dann soll es weitere Details zu der Festnahme geben.

Polizisten des Sondereinsatzkommandos SEK stehen in einem Wohngebiet am Rand der Ortschaft Oppenau. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Rausch fiel als Jugendlicher durch antisemitische Äußerungen auf

Rausch hatte bereits als Jugendlicher Ärger mit der Justiz. Die Staatsanwaltschaft in Offenburg ergänzte am Donnerstag ihre bisherigen Angaben. Demnach war Rausch als Jugendlicher während des Aufenthalts in einem Jugendwerk durch rechtsradikale und teilweise antisemitische Äußerungen aufgefallen. Zudem habe er eine Bombenattrappe gefertigt, um den Erziehern im Jugendwerk Angst zu machen.

Das Amtsgericht Freiburg habe 2005 unter anderem wegen Volksverhetzung eine Jugendstrafe von acht Monaten ausgesprochen, die später nach einer Wohlverhaltensphase erlassen wurde.

Anschließend seien nach den bisherigen Erkenntnissen keine Ermittlungsverfahren wegen politisch motivierter Straftaten mehr geführt worden, so die Staatsanwaltschaft Offenburg weiter.

Seit vergangenen Sonntag suchte die Polizei mit enormem Aufwand nach dem Mann, der vier Beamen bei einer Personenkontrolle ihre Waffen abgenommen hatte und danach im Wald untergetaucht war. Der Fall erregte enormes Aufsehen, selbst in Afrika und den USA berichten Medien inzwischen über die „manhunt“ in den Wälder rund um Oppenau und vergleichen Rausch abwechselnd mit Rambo oder Robin Hood.

14 Waldhütten und zahlreiche Erdlöcher durchsucht

Die Polizei freilich sah die Dinge weniger romantisch, die Suche an den steilen Berghängen rund um Oppenau war schwierig, anstrengend und vermutlich auch enorm teuer. Auch wenn Renter sich zu den Kosten der nun fast einwöchigen Aktion nicht äußern wollte, die Zahlen sprechen für sich: Mehr als 2.000 Beamte waren bislang im Einsatz, darunter viele Spezialeinheiten, über Tage hinweg kreisten drei Polizeihubschrauber über Oppenau, inzwischen wurde sogar Verstärkung aus Bayern herangeführt.

Bis zum Freitagabend wurden 14 Waldhütten und zahlreiche Erdlöcher durchsucht, rund 30 Hinweise aus der Bevölkerung abgearbeitet sowie zahlreiche Wohnhäuser in der Nähe des Waldes überprüft.

„Ich will eine unkontrollierte Kontaktaufnahme mit der Polizei verhindern“, sagt Renter noch am Freitagnachmittag. Bislang habe man, auch angesichts des besonnenen Verhaltens der vier von Rausch bedrohten Beamten, verhindern können dass Menschen verletzt werden.

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