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857 Fälle gemeldet

Neue Rekordwerte bei Corona-Infektionen im Ortenaukreis am Wochenende

Die Ausbreitung des Coronavirus im Ortenaukreis geht ungebremst weiter. Die Inzidenz der Neuansteckungen liegt so hoch wie nie, während das Interesse an Impfungen weiter zunimmt. Das Landratsamt reagiert.

Es wird wieder mehr geimpft im Ortenaukreis: An diesem Dienstag stellt der Kreis vor dem Hintergrund rasant steigender Corona-Ansteckungszahlen den neuen Impfstützpunkt in Offenburg vor. Foto: Patrick Pleul/dpa

Das Coronavirus ist im Ortenaukreis weiter auf dem Vormarsch. Am Wochenende wurde erstmals die Sieben-Tage-Inzidenz von 400 durchbrochen, wie das Landesgesundheitsamt meldet.

Zwischen Freitagnachmittag und Sonntag wurden im Kreis nach Angaben des Landratsamts vom Montag 857 Neuinfektionen vom Landesgesundheitsamt bestätigt, das sind gut 250 mehr als im Vergleichszeitraum eine Woche zuvor. Damit liegt der Kreis im Landestrend, vom kommenden Mittwoch an gilt die Alarmstufe mit weiteren Beschränkungen.

Dabei handelt es sich nach Angaben des Gesundheitsamts keineswegs nur um statistische Fälle: „Die registrierten Neuansteckungen sind in der Regel symptomatisch“, sagt Evelyn Bressau, Leiterin des Gesundheitsamtes.

Bisher 613 Menschen gestorben

Seit Beginn der Pandemie haben sich im Ortenaukreis 27.388 Menschen mit dem Virus angesteckt, 613 sind an oder mit Corona verstorben.

Am Montag ist die Inzidenz der Neuansteckungen im Kreis zwar wieder leicht auf 385 gesunken, die Zahl der Neuinfektionen bleibt mit 1.688 in den vergangenen sieben Tagen aber sehr hoch. Allerdings sind die Zahlen nach Wochenenden mit Vorsicht zu betrachten, es kommt aus statistischen Gründen wegen der arbeitsfreien Tage zu starken Schwankungen.

Zwischen 100.000 und 150.000 Personen gelten je nach Darstellung und Berechnungsart im Kreis derzeit noch als ungeimpft. Sie stehen jetzt in einem Wettrennen mit dem Virus: Vor Impfterminen bilden sich plötzlich wieder lange Schlangen wartender Menschen.

Impfstützpunkt für Offenburg

Immer mehr solcher Termine werden angeboten, zudem hat das Landratsamt angekündigt, in Offenburg wieder eine Art Impfzentrum einzurichten. An diesem Dienstag soll die Einrichtung in der Messehalle 4 der Öffentlichkeit vorgestellt werden. In dem so genannten „Impfstützpunkt“ werden künftig wieder täglich mobile Immunisierungen angeboten.

„Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren“, so ein Sprecher des Landratsamts am Montag. Auch die Stadt Kehl hat angekündigt, in der Stadthalle wieder regelmäßig Termine durch mobile Impfteams anzubieten.

Zahl der Impfdurchbrüche unklar

Die Corona-Infektionen verteilen sich inzwischen wieder flächendeckend über den gesamten Kreis – allein aus Lahr wurden 110 Fälle am Wochenende gemeldet, 90 aus Offenburg, 69 aus Achern. Zur Zahl der Impfdurchbrüche macht das Landratsamt basierend auf den Vorgaben des Sozialministeriums keine Angaben mehr.

Da nicht mehr jeder Einzelfall durch das Gesundheitsamt ausermittelt werde, könne man dazu keine detaillierten Aussagen geben. An diesem Mittwoch wird das Gesundheitsamt einen neuen detaillierten Bericht zur Entwicklung der Corona-Zahlen im Kreis vorstellen.

Nach den jüngsten Zahlen waren im Kreis 30 besonders sensible Einrichtungen aus dem Bereich Medizin oder Pflege von Corona-Ausbrüchen betroffen. Erst am Wochenende hatte die Stadt Kehl angekündigt, einen Kindergarten wegen Corona-Fällen vorerst komplett zu schließen.

15 Covid-Patienten auf Intensiv

Auf den Intensivstationen im Kreis liegen derzeit 15 Covid-Patienten, ein Drittel von ihnen wird invasiv beatmet. Allerdings sei der Begriff der invasiven Beatmung in diesem Zusammenhang irreführend, so der medizinische Direktor des Klinikums, Peter Kraemer.

Anders als in der Frühphase der Pandemie sei man vermehrt davon abgekommen, die Patienten zu intubieren, oft werde ihnen auf anderem Wege und mit anderen Geräten der nötige Sauerstoff zugeführt.

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