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Workout von zu Hause

Ein Blick hinter die Kulissen bei einem digitalen Fitnesskurs im Renchner Sportstudio

Eine Trainerin im Studio „IQ - Fitness im Quartier“ in Renchen, zeigt, wie ein Sportkurs zu Corona-Zeiten aussieht. Ob die Mitglieder die Übungen zu Hause korrekt ausführen, bleibt ungewiss.

Im Unterarmstütz: Trainerin Sabrina Huber vom Studio „IQ - Fitness im Quartier“ in Renchen führt den zugeschalteten Mitgliedern die Sportübungen vor. Ob die Kursteilnehmer die Bewegungen korrekt ausführen, kann sie nicht kontrollieren. Foto: Julian Meier

Sabrina Huber setzt den Kopfhörer auf und prüft noch einmal, ob sich bereits genügend Personen zugeschaltet haben. Die Regler des Mischpults sind alle eingestellt. Die Kamera läuft und die zwei Baustrahler leuchten die Szene gut aus.

Es kann losgehen. Musik hallt mit beachtlicher Lautstärke durch den großen Raum. Sabrina Huber tritt vor die Kamera. „Test, Test“, sagt sie und justiert das Mikrofon ein letztes Mal.

Die junge Frau ist nicht etwa Sängern und gibt ein Live-Konzert, sondern Sport- und Fitnesskauffrau und Trainerin im Sportstudio „IQ - Fitness im Quartier“ in Renchen. Sie trainiert gemeinsam mit den zugeschalteten Mitgliedern – digital und räumlich voneinander getrennt. Die Redaktion durfte einen Blick hinter die Kulissen werfen.

„Es ist nicht das Gleiche“

„Es ist einfach nicht das Gleiche“, sagt sie. Unter normalen Umständen würde sie gemeinsam mit den Kursteilnehmern trainieren – in ein und demselben Raum. Das aber ist schon seit Wochen coronabedingt nicht mehr möglich. Dennoch bemüht sie sich, die Teilnehmer so gut es geht miteinzubeziehen. „Ich kenne die Mitglieder alle bei Namen“, erklärt sie. Ab und zu spricht sie die Personen auch während der Live-Übertragung an. Als Aufwärmübung lässt die Trainerin die Schultern kreisen und gibt Schritt für Schritt Anweisungen, wie die Teilnehmer die Übung korrekt ausführen.

Dennoch unterscheidet sich das Video-Training in einigen wichtigen Punkten vom normalen Kursgeschehen. „Ich kann niemanden kontrollieren und korrigieren“, betont Huber. Wenn jemand eine Übung beispielsweise falsch ausführt, schreitet die Trainerin normalerweise ein, um den Bewegungsablauf zu korrigieren.

Das ist per Videochat jedoch nur bedingt möglich, zumal die Kursteilnehmer ihre Kameras ausgeschaltet haben. Zudem können die Fitnessliebhaber Übungen einfach aussetzen und pausieren. „Das ist dann nicht so effektiv“, erklärt die Trainerin. Sie wechselt in den Unterarmstütz, diese Übung stärkt die Bauch- und Rückenmuskulatur. „Atmen nicht vergessen“, sagt sie mit ruhiger Stimme.

Benachrichtigung per App

„Der Muskelerhalt ist ein großes Thema“, betont Inhaber Klaus Anselm. Er möchte den Mitgliedern auch während des Lockdows helfen, ihre Grundfitness zu erhalten. Auch wenn die Übungen von zu Hause das Training im Renchner Studio nicht eins zu eins ersetzen können. Über die hauseigene App werden die Mitglieder jedes Mal benachrichtigt, etwa wenn ein neuer Videokurs verfügbar sei, erklärt er.

So auch Rainer Huber aus Stadelhofen. Ein bis zwei Mal die Woche nimmt auch er an einem digitalen Workout teil. „Die Voraussetzungen zu Hause sind anders“, räumt der 55-Jährige jedoch ein. Das merkt er schon an Kleinigkeiten wie dem Parkett in seinen eigenen vier Wänden, das sich von dem rutschfesten Boden im Studio unterscheidet. „Man muss selbstkritisch sein“, betont er zudem.

Damit meint der Selbstständige, dass man nicht „schummeln“, sondern die Übungen genauso ausführen sollte, wie man es auch im Studio machen würde. Alles in allem ist das Training vor dem Fernseher für ihn eine gute Ergänzung: „So kann ich mich fit halten“, sagt er.

Fest im Wochenplan

Auch bei Herbert Weber ist das Workout zu Hause fest im Wochenplan integriert. Im Fitnessstudio konzentriert er sich besonders auf eine ausgewogene Mischung aus Kraft-, Ausdauer- und Beweglichkeitsübungen. Zu Hause jedoch könne er sich größtenteils nur auf die Beweglichkeit konzentrieren, sagt er. Genauso effektiv wie das Training im Studio findet er die digitalen Workouts demnach nicht.

Auch bei der technischen Umsetzung habe es anfangs ab und zu kleinere Probleme gegeben. Das Mikrofon der Trainer sei demnach verrutscht, was zu akustischen Problemen geführt habe. Mittlerweile seien alle Trainer jedoch routiniert und hätten sich das technische Verständnis gut angeeignet. Was Weber jedoch fehlt, ist der soziale Kontakt während des Trainings – den kann kein Video-Workout der Welt ersetzen.

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