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Noch vor ein paar Jahren undenkbar

Renchen bekommt Mehrfamilienhaus mit 22 Wohneinheiten aus Holz

Mittlerweile in zweiter Generation ist das Unternehmen „Burkart-Haus“ Spezialist für Häuser in Holzbauweise. In Renchen versucht es sich demnächst an einem Mega-Projekt: Dort soll ganz aus Holz ein Mehrfamilienhaus für 22 Wohneinheiten entstehen.

Roland (links) und Berthold Burkart in der Werkhalle in Renchen. Hier werden die Fertigelemente gefertigt, aus denen die Holzhäuser der Holzhausmanufaktur Burkart entstehen. Pro Haus werden 30 bis 50 solcher Teile benötigt. Das neueste Projekt des Familienbetriebs, ein Mehrfamilienhaus mit 22 Wohneinheiten, wird dagegen deutlich mehr Bauteile brauchen. Foto: Burkart/Kückenthal

Ein feiner Geruch von frischen Hobelspänen dringt aus der Produktionshalle im Renchener Industriegebiet nach draußen. Auf dem Werksgelände der Holzhausmanufaktur Burkart in der Teichmatt in Renchen stehen schon wieder die nächsten Auflieger bereit, auf denen vorgefertigte Holzwände in weiße Folie verpackt darauf warten, an ihren neuen Bestimmungsort transportiert zu werden. Gut 30 bis 50 Wand- und Deckenelemente werden so pro Wohnhaus verladen.

„Jede Woche produzieren wir durchschnittlich 1,5 Häuser“, erklärt Verkaufsleiter Arndt Kückenthal. Auch die Corona-Pandemie kann den Erfolg der Öko-Häuser aus der Ortenau nicht stoppen. „Seit Februar dieses Jahres arbeiten wir in zwei Schichten“, sagt er. Die Schlagzahl bleibe konstant hoch. Tatsächlich stehen die Mitarbeiter von Burkart-Haus selbst bei Minusgraden noch auf der Baustelle. „Wir arbeiten durch. Egal ob Sommer oder Winter“, sagt Kückenthal. Und das sei auch kein großes Problem.

Auch Tiny Houses im Programm

Denn Fenster und Grundputz der Hauswände würden schon in der Produktionshalle angebracht. „So dauert der Hausaufbau in der Regel gerade einmal einen Tag.“ Das mache den Hausbau auch bei Schlechtwetter-Phasen ohne Kosten treibende Pausen möglich.

Häuser aus Holz baut das Familienunternehmen mittlerweile in zweiter Generation. Angefangen hatte Firmengründer Josef mit der Konstruktion und dem Bau von Dachstühlen. Später hatten dann seine Söhne, die heutigen Inhaber und Geschäftsführer Roland und Berthold, den Betrieb stetig ausgebaut und die ersten Häuser errichtet, die schnell mit ihrem gesunden Wohnklima punkten konnten. Heute beschäftigt sich das Unternehmen mit Sanierung und Renovierung von Häusern ebenso wie mit An- und Umbauten oder mit so genannten Tiny Houses, die auf übersichtlichen Raumgrößen möglichst hohen Wohnkomfort bieten sollen.

Wohnkomfort und Raumklima sind letztlich auch die Kriterien, die bei Burkart besonders großgeschrieben werden. Genauso wie die Ökologie. „Wir arbeiten nur mit ausgewählten und kontrollierten Hölzern und Materialien, die vorwiegend aus deutschen Wäldern kommen“, sagt Arndt Kückenthal. „Auch die kurzen Transportwege sind ein wesentlicher Teil der Baubiologie.“

Qualität, so erklärt der Verkaufsleiter von Burkart-Haus, beinhalte neben der Baubiologie aber auch Transparenz und Kompetenz. „Deshalb kann sich Jeder bei uns auch jederzeit davon überzeugen, dass wir nur die besten Materialien verwenden und mit welchen Qualitätstandards wir produzieren.“

„Mega-Projekt“ in Renchen geplant

Das gilt auch für das jüngste Projekt der Renchner Holzhausmanufaktur. „Ab Herbst kommenden Jahres werden wir in Renchen ein Mehrfamilienhaus mit 22 Wohneinheiten errichten“, erzählt Kückenthal und spricht von einem Projekt, das das Ortsbild auf seine Weise prägen werde. Mehr als 2.000 Quadratmeter Fläche, drei Geschosse mit großer Tiefgarage, drei Aufzugsanlagen und ein barrierefreier Zugang. Das sei schon etwas ganz besonderes.

So wird das neue Mehrfamilienhaus mit 22 Wohneinheiten aussehen, das ab 2021 in Renchen an der Ecke Renchtal- und Friedhofstraße entstehen soll. Visualisierung: Holzhausmanufaktur Burkart Foto: Visualisierung: Holzhausmanufaktur Burkart

Denn noch bis vor wenigen Jahren galt es als schwierig bis gänzlich unmöglich, Häuser dieser Größe in reiner Holzbauweise umzusetzen. „Mittlerweile gibt es aber neue Produktionstechniken, die solche Gebäude möglich machen.“ Einen ersten Testlauf mit solch großen Wohngebäuden setze das Unternehmen gerade in Bad Rappenau erfolgreich um. „Dort sind es zwar nur 19 Wohnungen. Die verteilen sich aber auf vier Geschosse“, erklärt Kückenthal.

Die Wohnanlage in Renchen entsteht an der Ecke Renchtal- und Friedhofstraße. Noch ist dort eine ältere Wohnbebauung vorhanden. Doch mittlerweile hat Burkart-Haus die Bestandsimmobilien gekauft, die dann im kommenden Jahr abgerissen werden sollen. Und das, so erklärt Arndt Kückenthal, habe auch neue Chancen für das ganze Areal eröffnet. So wird das Unternehmen ein Eckgrundstück auf einer Breite von 2,5 Metern verkürzen. „So kann die bislang sehr enge und gefährliche Einmündung in die Friedhofstraße endlich verbreitert werden“, freut sich Renchens Bürgermeister Bernd Siefermann.

Wohnungen für verschiedene Lebenskonzepte

An diesem Montag hatten die Gemeinderäte grünes Licht für die Baumaßnahme erteilt. „Einstimmig“, wie Siefermann betont. „Die Zufahrt zur Schule wird durch die Verbreiterung der Friedhofstraße in diesem vorderen Bereich deutlich übersichtlicher. So wird der Schulweg sehr viel sicherer und wir lösen ein Problem, für das es mit der bisherigen Bebauung keinen Lösungsweg geben konnte.“ Aber auch was den Zuwachs an Wohnraum angeht, ist Bernd Siefermann sichtlich zufrieden. „Das Projekt gibt Renchen mehr Wohnraum und dazu noch jede Menge wichtiger Impulse.“

Mit einer Größe von 65 bis 142 Quadratmeter bieten die neuen Wohnungen Raum für die unterschiedlichsten Lebenskonzepte. „Sehr gerne auch Generationenübergreifend“, wie Verkaufsleiter Arndt Kückenthal bemerkt. Und auch energetisch hat das Mehrfamilienhaus aus ökologischem Holzbau viel zu bieten. Beheizt werden soll es mit einer Pelletheizung. „Das Haus entspricht mindestens einem KFW 55 Haus. Insofern kann dann auch jeder Wohnungskäufer die entsprechende KFW-Förderung in Anspruch nehmen, was sich dann natürlich auch auf den Kaufpreis auswirkt.“

Noch sind die Preise noch nicht ganz durchkalkuliert. Das schreckt aber längst nicht jeden Interessenten ab. „Sieben Wohnungen sind bereits jetzt schon reserviert“, sagt Arndt Kückenthal und freut sich auf den Baubeginn im nächsten Herbst.

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