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Zweiter bei Jugend forscht

Chemiestudent aus Freistett entwickelt Messgerät für den Kampf gegen Wasserverschmutzung

Lukas Hamm aus Freistett hat beim Landeswettbewerb Jugend forscht den zweiten Platz belegt. Er überzeugte mit einem Messgerät, das Wasserverschmutzung bestimmt. Seine Vision: Die fortschreitende Verschmutzung der Gewässer eindämmen.

Lukas Hamm mit seinem weiterentwickeltem Modell der Mess-Sonde in der Hand. Damit möchte er nicht nur Preise gewinnen, sondern auch gegen Wasserverschmutzung ankämpfen. Foto: Karen Christeleit

Der 19 jährige Freistetter Lukas Hamm hat sein erstes Patent angemeldet. Nun sucht er eine Firma, die ihn unterstützt und die tragbare Mess-Sonde professionell herstellen will.

Er hat ein neues ressourcensparendes Verfahren zur Wasseranalytik entwickelt. „Bei meinem Verfahren werden im Wasser vorkommende Stoffe wie Calcium, Magnesium, Kupfer aber auch Phosphat, Nitrat und Ammonium, schnell vor Ort und kostengünstig durch eine Komplexbildung optisch sichtbar gemacht und deren Konzentration durch photometrische Messung bestimmt.

Anschließend werden die eingesetzten Messchemikalien regeneriert“, erklärt der ehemalige Schüler des Rheinauer Anne-Frank-Gymnasiums. Nun studiert er Chemie am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). „Zur Anwendung braucht man weder ein Labor, noch einen viel Abfall produzierenden Kit-Koffer, noch besonderes Fachwissen.“

Alles begann mit ein paar toten Aquarienfischen

Die Idee kam ihm und seinem Schulfreund Konstantin Sargsyan, als dessen Aquarienfische durch Überdüngung des Wassers verendeten. Die beiden Schüler nahmen 2020 am Jugend forscht-Wettbewerb teil und gewannen auf Anhieb den ersten Platz in der Regionalrunde.

Wegen der Pandemie wurden seinerzeit alle weiteren Wettbewerbe abgesagt. „Dabei überzeugte schon allein unser Konzept mit der Idee der Spannungsverstärkung“, erinnert sich Hamm und dreht die damals als Modell verwendeten Filmdosen lächelnd in der Hand. „Denn damals funktionierte die Sonde noch gar nicht, wir hatten sowohl Probleme mit der technischen Umsetzung der Methode als auch damit, den richtigen Farbstoff zu finden.“

Aber hoch motiviert, und von seiner Idee überzeugt, tüftelte der Nachwuchsforscher im folgenden Sommer zuhause und unter Projektbetreuung von Tobias Stadelmann und Daniel Heid im Black Forest Life Sciences Labor Ohlsbach des Schülerforschungszentrums Xenoplex, das vom Trägerverein „Forscher für die Region“ (FRO) betreut wird, alleine weiter.

„Ich habe inzwischen bestimmt über 20.000 Proben gemessen“, so Hamm. „Dabei nahm die Laborarbeit, eigentlich das Wichtigste am Projekt, gar nicht mal die meiste Zeit ein.“ Er musste viel organisieren, Sponsoren einwerben, planen, eine schriftliche Ausarbeitung und eine Präsentation machen.

Der Freistetter nahm mit seinem Projekt bei Jugend forscht teil

Im Frühjahr war er endlich soweit, die Methodik stand, die Elektronik passte und er konnte eine erste Sonde mit 3D-Druck replizieren. Damit nahm er dieses Jahr letztmals am Jugend forscht-Wettbewerb teil. „Corona bringt einem zwar mehr Zeit zum Experimentieren, doch das coolste an den Wettbewerben fällt nun durch die digitale Wettbewerbsaustragung aus.“ Nämlich zu schauen, was andere genauso begeisterte naturwissenschaftlich Interessierte so entwickeln, und Kontakte zu knüpfen.

Lukas Hamm gewann die Regionalrunde mit einem „Livestream im Labor“ und schied letztlich als Zweiter im Landeswettbewerb Baden-Württemberg aus. Er wurde zwar nicht zum Bundeswettbewerb zugelassen, doch das tat seiner Motivation keinen Abbruch.

Projekt soll helfen, Verschmutzung der Gewässer zu bekämpfen

In seinen Augen führt die fortschreitende Verschmutzung der Gewässer, bedingt durch die Überdüngung in der Umwelt, zu großen ökologischen Schäden. Von seiner Arbeit überzeugt, kniete er sich weiter in das Projekt. Seine Vision: einmal vollautomatisch großflächig Wasserverschmutzungen frühzeitig entdecken zu können.

Da sein Verfahren auf eine vollständige Regeneration der Mess-Chemikalien setzt, hat der Nachwuchsforscher sein nachhaltiges Verfahren zum Patent angemeldet. Noch hapert es mit der Zusammensetzung aller relevanten Komponenten in der filigranen Mess-Sonde. Doch Hamm ist überzeugt, dass er bis zum Sommer den ersten richtigen Prototyp in Händen hält.

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