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Neuanfang im Frühjahr 2022

Zukunft noch unklar: Das Hotel Talmühle in Sasbachwalden ist geschlossen

300 Menschen arbeiteten über die Jahre im Hotel und im Restaurant. Nun hat die „Talmühle“ in Sasbachwalden geschlossen. Wie es weiter geht, wollen die ehemaligen Inhaber noch nicht verraten.

Über 300 Mitarbeiter gehörten in den vergangenen Jahrzehnten zum Team der Talmühle von Irene und Gutbert Fallert (in der Mitte). Sibylle Decker (links) ist seit 51 Jahren dabei und Michael Maurer (rechts) seit 30 Jahren. Foto: Roland Spether

Die letzten Gäste der „Talmühle“ in Sasbachwalden wurden bewirtet. Das Restaurant und Hotel ist geschlossen. Zum Abschied luden Irene und Gutbert Fallert an zwei Tagen ehemalige Mitarbeiter und Geschäftspartner ein. Sie trafen sich noch einmal, um auf die Zeit in der Talmühle zurückzublicken und Geschichten in der Küche, im Restaurant und im Hotel lebendig werden zu lassen.

Es wurden keine großen Reden gehalten oder Erklärungen über das Wie und Weshalb der Schließung gegeben. In den Gesprächen wurde natürlich über die Zukunft der Talmühle gesprochen. „Die Gerüchte-Küche brodelt und es gibt viele Spekulationen“, so Gutbert Fallert, der auf Nachfrage keine aktuellen Details sagen wollte.

Nur so viel verriet er, dass aus dem Areal kein Pflegeheim wird, wie dies im Tal die Runde macht. „Es wird etwas im Gastronomie-Bereich geben und die Gebäude bleiben erhalten“. Der Neuanfang soll im Frühjahr 2022 sein.

Restaurant bekam regelmäßig einen Michelin-Stern

„Kennen Sie mich noch, Herr Fallert?“, wurde der Inhaber und frühere Sternekoch des Öfteren gefragt. So mancher Lehrling von einst nahm die Einladung an, um seinen früheren Chef zu danken und ihn vor allem kräftig zu loben.

Der begeisterte Koch Gutbert Fallert, dessen Restaurant zwischen 1977 und 2018 jedes Jahr einen Michelin-Stern erhielt, hat unzählig viele und erfolgreiche Köche ausgebildet.

Ich hoffe, dass es weiter geht, denn ohne die Talmühle fehlt etwas in Sasbachwalden.
Sibylle Decker, Hotelfachfrau

So war immer wieder zu hören, dass es in den Restaurants der Region viele Köche gebe, die in der Talmühle in die Geheimnisse des exzellenten Kochens eingeweiht wurde, viele gute persönliche und berufliche Erfahrungen sammelten durften und dann erfolgreich eigene Wege an der Herd gingen. Darüber wurde mit großer Dankbarkeit gesprochen, Fotos von früher machten die Runde. Das Ehepaar Fallert bekam viele Komplimente für ihre jahrzehntelange Arbeit.

50 Lehrlinge wurden in der Talmühle ausgebildet

„Wir hatten über 300 Mitarbeiter. 50 Lehrlinge haben wir ausgebildet“, so Gutbert Fallert. Er selbst begann 1964 seine Lehre und kam 1968 in den elterlichen Betrieb, der damals noch das „Café Fallert“ der Eltern Else und Hans Fallert mit Bäckerei und Konditorei war.

Danach wurde aus dem Café ein Restaurant und Hotel, das zu „Saschwalle“ gehörte wie die Blumen und der Wein. Diese Zeit hat Sibylle Decker miterlebt, die 1970 als Hotelfachfrau eine Lehre in der Talmühle begann und die Mitarbeiterin ist, die bei Weitem am längsten mit Familie Fallert zusammen arbeitete und noch von Senior Fallert ausgebildet wurde.

„Ich hatte nur schöne Erlebnisse in der Talmühle“, so Sibylle Decker, die aus Sasbachwalden stammt. „Ich hoffe, dass es weiter geht, denn ohne die Talmühle fehlt etwas in Sasbachwalden“, so die Hotelfachfrau, die hier ihre zweite Heimat hatte.

Fast 30 Jahre war Michael Maurer als Koch tätig, er war die rechte Hand von Gutbert Fallert und war nach Aussage seines Chefkochs ein Spezialist für Soßen. Nach einer so langen Zeit in der Talmühle erübrigte sich die Frage, wie denn das persönliche Empfinden sei. Alle mussten die Entscheidung schweren Herzens annehmen und hoffen nun auf eine gute Zukunft des markanten Areals.

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