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Nächtlicher Kampf gegen Eis und Schnee

Unterwegs mit dem Schneeräum-Dienst in Sasbachwalden

Bei andauerndem Schneefall sind die Räumdienste derzeit gefragt. Der Arbeitstag von Klaus Decker startet in Sasbachwalden, wenn die meisten Leute noch tief und fest Schlafen.

Klaus Decker ist Chef des Bauhofes in Sasbachwalden. Im Winter sorgt er mit seinem Team dafür, dass Straßen und Fußwege frei von Eis und Schnee sind. Foto: Michael Brück Foto: Michael Brück

Wenn Klaus Decker den Motor seines Unimogs startet, liegt rundum alles meist noch im Tiefschlaf. Um 4.30 Uhr hat er am Freitagmorgen den orangefarbenen Allradler mit dem riesigen Schneeschild Einsatzbereit gemacht. Im Winter ist der Leiter des Sasbachwaldener Bauhofs regelmäßig so früh auf den Beinen.

„Die Wohnstraßen müssen freigeräumt sein, damit die Leute sicher ins Tal kommen“, erklärt der Sasbachwaldener und lässt an einer Bushaltestelle den gewaltigen Schneeschieber ab, um gleich darauf den Neuschnee in Richtung Straßengraben zu drücken. „Dieses Jahr haben wir einen ganz ordentlichen Wintereinbruch.

Seit 20 Jahren im Einsatz

Schon ab der Halbhöhe gibt es ordentlich Schnee, ab Brandmatt ist dann tiefster Winter“, sagt der 56-Jährige, der mittlerweile seit über 20 Jahren bei Eis und Schnee die Räumarbeiten im Höhengebiet zur Chefsache macht.

Über die Jahre hat Klaus Decker das Schneeräumen für sich perfektioniert. Mit leichten Handbewegungen tippt er sachte gegen den Joystick, mit dem sich das Schneeschild in jede gewünschte Richtung bewegen lässt.

Geschickt rangiert er den Unimog vor und zurück, drückt die Schneemassen mal nach vorne, mal zur Seite und schafft so Meter um Meter Raum auf der Straße. Ärgerlich seien die Autos, die immer wieder entlang der Straßen abgestellt seien. Obwohl doch im Winter ein saisonales Parkverbot gelte. „Aber leider halten sich nicht alle Leute dran“, erzählt der Bauhof-Leiter.

Oftmals stehen Fahrzeuge im Weg

Für den Fall der Fälle hat er immer ein paar vorgedruckte Zettel dabei, die er auch schon mal an eine Autoscheibe heftet. Ein Hinweis, dass man doch bitte sein Auto entfernen solle, damit der Räumdienst auch durch die Straße kommt. „In der Regel bekommt jeder, der sich nicht an das Parkverbot hält, zwei Hinweise. Beim Dritten kann es dann schon mal sein, dass wir keine Rücksicht mehr nehmen. Dann landet der geräumte Schnee schlimmstenfalls auf dem Auto.“

Neben Klaus Decker sind an Schneetagen noch einige Mitarbeiter seines Teams unterwegs. Mit einem so genannten Ladog und einem Kleinschlepper, der vorwiegend die Gehwege räumt, sind die Bauhof-Mitarbeiter unermüdlich im Einsatz, damit morgens der Verkehr reibungslos laufen kann. Zudem hilft ein Privatunternehmer mit seinem Traktor dabei, die Straßen frei von Schnee und Eis zu halten.

„Der ist für das Revier Hörchenberg, Schönbüch und Hagenberg verantwortlich, wärhend wir vom Bauhof die drei anderen Reviere freihalten.“ Vom Sandweg bis hoch zum Brandrüttel werden grundsätzlich alle Straßen und Hofzufahren geräumt – sofern die Zeit das zulässt.

„Oberste Priorität haben dabei die Straßen im Dorf, die Bachmatt als Zuwegung zum ASB Heim und die öffentlichen Plätze wie Kirche, Rathaus, Schule, Kindergarten und das Kurhaus“, berichtet Klaus Decker. Gleiches gelte für Brandmatt und Brandrüttel. Nur die Kreisstraße, die bis zur Schwarzwaldhochstraße führt, gehört nicht zum Räumgebiet. „Dafür ist die Straßenmeisterei des Ortenaukreises in Achern zuständig“, erklärt der Bauhof-Leiter.

Für ihn ist es kurz nach acht Uhr an der Zeit, sein Arbeitsgerät wieder in Richtung Bauhof zu lenken. „Ich muss wieder Streusalz laden“, sagt er. 100 Tonnen Salz seien in Sasbachwalden eingelagert. „Das sollte für den Winter reichen“, sagt Decker –und Nein: Zugekauft habe man dieses Jahr eigentlich nichts.

Starker Winter in diesem Jahr

Der vergangene Winter sei so mild gewesen, dass man nur ein paar Mal zum Salzen habe ausrücken müssen. „Diesen Winter ist es wieder ein Winter“, stellt Decker sichtlich zufrieden fest. „Ich liebe den Schnee“, sagt Decker, der beim WinterSportClub (WSC) Sasbachwalden als Skilehrer auch die Ski- und Snowboard-Schule leitet. „Aber auch, wenn es jetzt gerade mal wieder ordentlich schneit.

Vor 20 Jahren hatten wir solche Schnellfälle auch noch im Tal. Insgesamt ist der Schnee also schon weniger geworden.“ Gegen neun Uhr ist Klaus Decker erst einmal fertig mit dem Schneeräumen. „Außer, es gibt auch über Tag noch weitere Schneefälle. Dann geht es, mit Ausnahme von ein paar Pausen, durchgehend weiter. Damit die Bürger möglichst sicher unterwegs sind.“

Kein Verständnis hat Klaus Decker übrigens für die vielen Touristen, die derzeit immer wieder die Schwarzwaldhochstraße stürmen. „Da wird oft so geparkt, dass wir kaum mehr durchfahren können. Und außerdem sind es ja viel zu viele Leute auf engem Raum.“

Gerade erst hätte er eine Familie getroffen, die zum Schlittenfahren aus Lörrach angereist sei. Das könne er nicht nachvollziehen, sagt Decker. „Da hätte es doch auch in der Nähe Möglichkeiten gegeben. Bei uns muss man übrigens nicht ganz so hoch fahren, um mit den Kindern ein bisschen Spaß auf dem Schlitten zu haben. Schon ab der Halbhöhe herrschen für Rodler beste Bedingungen.“

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