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Neues Ortenauhaus

Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof will 2023 schwarze Null schreiben

Pandemie und Hitze haben noch Auswirkungen: In diesem Jahr rechnet das Gutacher Museum mit einem Verlust von 200.000 Euro. Eine neue Attraktion soll Besuchermagnet werden.

Trachtenhandwerk: Beim Trachtentag am 3. Juli dürfen sich die Besucher des Freilichtmuseums Vogtsbauernhof auf Trachtenhandwerksvorführungen wie die der Bollenhutmacherin freuen. Foto: Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof, Hans-Jörg Haas
Besuchermagnet: Das Freilichtmuseum zieht Gäste mit verschiedenen Veranstaltungen an, zum Beispiel mit der Vorführung des Trachtenhandwerks. Foto: Hans-Jörg Haas/Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof

Lichtblick für das Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach: Nach zwei durchwachsenen Corona-Jahren schreibt es für 2022 erstmals wieder respektable Zahlen. Jetzt setzen die Verantwortlichen in Museum und Landratsamt voll aufs Prinzip Hoffnung.

Das aus Durbach stammende Ortenauhaus und eine nagelneue Winzerstube sollen ab dem 2. Juli 2023 neue Besucherquellen erschließen. Das erhofft man sich für 2024 auch vom Ortenauer Bürgerfest, das zum 60. Geburtstag des Freilichtmuseums auf dem Museumsgelände gefeiert wird.

Corona hat auch im dritten Jahr dem Freilichtmuseum Kopfzerbrechen bereitet. Für die eben zu Ende gehende Saison wird zudem auch wegen der Hitzewelle in den besucherstarken Monaten Juli und August mit einer – gegenüber einer üblichen Saison – um 20 Prozent niedrigeren Besucherzahl gerechnet. Negativ zu Buche geschlagen haben zuletzt auch die gestiegenen Kosten für Strom, Heizöl und Pellets.

Freilichtmuseum Vogtsbauernhof verzeichnet Verlust von 200.000 Euro

Finanzdezernentin Ulrike Karl und Museumsleiterin Margit Langer schrieben in der Vorlage an den Kultur- und Bildungsausschuss des Kreistags, dass das Museum wegen der fehlenden Umsatzerlöse aus dem Eintritt, den Führungen und den besucherabhängigen Nebenbetrieben Parkplatz, Kiosk und Shop sowie den höheren Aufwendungen für Energie einen Jahresverlust von 200.000 Euro erwarte.

Das Minus sei aber durch den Nachtragswirtschaftsplan von 2021 abgedeckt: Der ließ zunächst ein Defizit von 710.000 Euro vermuten, letztlich waren es aber „nur“ knapp 400.000 Euro. Langer zeigte sich mit den voraussichtlich 180.000 Besuchern in diesem Jahr insgesamt „sehr zufrieden“. Die Saison geht am 6. November zu Ende.

Karl ist aufgrund der geplanten Projekte optimistisch, bald wieder deutlich bessere Zahlen zu schreiben. Für 2023 wird mit einer schwarzen Null gerechnet, für 2024 mit einem leichten Gewinn von 20.000 Euro.

Werden die kommenden Saisons nicht erneut durch Extremwitterung und pandemische Einflüsse beeinträchtigt, geht sie von ähnlichen Besucherzahlen wie vor der Pandemie aus. Allerdings sei aufgrund der massiv gestiegenen Energiepreise ein Gewinn nur schwer zu erwirtschaften. Um die erhoffte Gewinnzone zu erreichen, müsste das Freilichtmuseum rund 7.500 Besucher zusätzlich begrüßen.

Umgebettetes Fachwerkhaus soll Besuchermagnet in Gutach werden

Die Hoffnung auf bessere Zeiten wird vor allem durch das schmucke Rebhaus von 1775 genährt, das bis zuletzt in Durbach stand: Das Fachwerkhaus soll in dem Museumsensemble künftig das Paradebeispiel für ein Ortenauhaus sein. Es wurde abgebaut und ins Gutachtal umgebettet. Im Erdgeschoss wird mit Originalgegenständen die Wohnungseinrichtung im Zustand von 1961 zu sehen sein – die letzte Bewohnerin hat diesen bis 2018 nicht verändert.

Im Keller und Dachgeschoss werden die Hausversetzung und der Weinbau in der Region dokumentiert. In der Nachbarschaft entsteht eine Winzerstube. Sie wird ebenfalls am 2. Juli 2023 eröffnet. Darin sollen Ortenauer Weine kredenzt werden. Parallel dazu wird im Hermann-Schilli-Haus eine Sonderausstellung über „WWW – Welt zwischen Wald und Wein“ eröffnet. Thomas Hafen, wissenschaftlicher Leiter des Museums, kündigte für Juli 2023 eine ganze Festwoche an, samt Open-Air-Aufführung des „Fröhlichen Weinbergs“ durch das Theater Baal Novo. Gerade von der Winzerstube erhofft sich Ulrike Karl spürbare Umsätze.

2024 soll das Areal rund ums Ortenauhaus weiter ausgebaut werden: Der angefallene Erdaushub soll als Basis für einen Weinberg dienen. Und weil das Museum in jenem Jahr 60 wird, findet auf dem Gelände das nächste Ortenauer Bürgerfest statt.

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