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Ansturm bleibt aus

Kein Verkehrschaos im Schwarzwald: Eisige Temperaturen hielten viele Ausflügler zuhause

Die Polizei fürchtete am Wochenende erneut ein Verkehrschaos in den Höhengebieten das Schwarzwaldes. Das blieb allerdings aus. Klirrende Kälte und Schnee-Alternativen in tieferen Lagen entspannten die Situation deutlich.

Die Parkplätze waren am  Fastnachts-Wochenende zwar gut gefüllt, aber die Lage war von „chaotischen Zuständen“ weit entfernt - hier Blick auf den Skihang Seibelsecke. Foto: Roland Spether

Die „Narretei“ entlang der B500 hat sich am Fastnachts-Wochenende in Grenzen gehalten. Das vermutete Verkehrschaos mit überfüllten Parkplätzen blieb aus. Viele potenzielle Ausflügler blieben trotz strahlendem Sonnenschein, knirschendem Schnee und herrlichem Winterwetter zu Hause.

Denn zum Schnee gesellte sich am Wochenende klirrende Kälte von über zehn Grad Minus im Höhengebiet - inklusive Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 70 und 85 Stundenkilometern auf 1.000 Metern Höhe. „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung“, meinten zwei junge Männer aus Karlsruhe, denen die orkanartigen Böen und die klirrende Kälte gerade recht kamen. Denn sie machten sich mit ihren Schneeschuhe vom Mummelsee aus auf den Weg hinauf auf die Hornisgrinde, was bei den wenigen Winterwanderern doppelt Spaß machte.

„Von chaotischen Zuständen sind wir auf der B500 weit entfernt“, fasste ein Sprecher aus dem Lagenzentrum des Polizeipräsidiums Offenburg die Situation am Wochenende zusammen. Am Sonntag war jedoch gegenüber dem Vortrag deutlich mehr los in den Höhengebieten. Die Parkplätze entlang der B500 waren am Sonntag „gut bis voll ausgelastet“, Sperrungen der Zufahrten durch das Achertal in Richtung Mummelsee oder Bühlertal zum Mehliskopf waren jedoch nicht nötig.

Einzig die Zufahrt zum Kaltenbronn (L76b) musste am Sonntag ab 11.46 Uhr gesperrt werden. Die Sperrungen am Samstag konnten aufgrund des geringen Verkehrsaufkommens um 13.30 Uhr wieder aufgehoben werden. Nach den Erfahrungen der vergangenen Wochenenden war die Polizei mit mehr Einsatzkräften vor Ort.

Langläufer zeigen sich unerschrocken

„Wenn es das Wetter erlaubt, laufen wir jeden Tag die zehn Kilometer lange Bettelmannskopfloipe“, sagte Petra Schmalz aus Bühl, die mit Halid Yücel die Langlaufski anschnallte. „Wenn wir Rückenwind haben, ist es für uns nicht schlecht“, meinte die Bühlerin, der die heftigen Böen und die Kälte eingepackt in warmer Langlaufbekleidung nichts ausmachten.

Beim Einstieg in die Loipe oberhalb des Parkplatzes Untersmatt trafen zwar immer wieder mehrere Läufer aufeinander, aber die zufälligen Begegnungen lösten sich schnell auf. Und unterwegs auf der Loipe waren Abstände schnell hergestellt. „Für einen Samstag ist es hier sehr ruhig“, meinte ein Langläufer aus Bühlertal, der oft diese Loipe von Unterstmatt nach Hundseck unter die Skier nimmt.

Schnee und Kälte bis in tiefe Lagen sorgten neben den Sturmwarnungen und den angekündigten Sperrungen der Zufahrtsstraßen dafür, dass sich an Fastnacht der Run ins Höhengebiet in Grenzen hielt. Die Lage hat sich somit im Vergleich zur Zeit um den Jahreswechsel und den schneereichen Januar-Wochenenden deutlich entspannt.

Denn durch die eisigen Temperaturen blieb der Schnee auch in tieferen Lagen lange liegen, die Kinder konnten vor der Haustür ihre Schneemänner bauen. Für fröhliche Schlittenfahrten gab es außerhalb der Orte jede Menge Gelegenheit. Deshalb war der Druck etwa für Familien nicht mehr so groß, mit ihren Kindern aus der grünen Rheinebene hinauf in das schneereiche Höhengebiet zu fahren und lange Anfahrtswege für ein kurzes Vergnügen im Tiefschnee in Kauf zu nehmen.

Attraktivität für Ausflügler gesunken

Das hatte zuletzt noch zu massiven Verkehrsproblemen geführt. Die Parkplätze und Seitenstreifen der B500 waren an den Januar-Wochenenden oft voll belegt, zwischen Untertsmatt und Seibelseckle staute sich der Verkehr häufig über mehrere Kilometer. Nun schmolz die Attraktivität für die Ausflügler mit dem Schnee dahin. Der Reiz des „Winterwunderlands“ mit Selfies vor schneebedeckten Tannen, weißer Pracht und zugefrorenem Mummelsee ist, zumindest vorerst, nicht mehr ganz so groß.

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