Skip to main content

Gefährliche Szenen

Ausflügler bringen sich am Mummelsee in Lebensgefahr

Weiterhin zieht es Menschen in Massen in den Schnee. Im Bereich des Mummelsees gibt es unterdessen inzwischen Ärger über Müll und Vandalismus - und manche Ausflügler brachten sich hier in Gefahr.

Betreten verboten: Johann Schnurr (links) und sein Sohn Michael Schnurr bringen am Rand des Mummelsees Hinweisschilder an, nachdem Ausflügler sich auf die Eisfläche gewagt hatten. Foto: Benedikt Spether

Während seit dem ersten Schneefall Ausflüger weiter in Massen zu den Wintersportorten im Nordschwarzwald strömen, haben einige im Bereich des Mummelsees Schäden angerichtet und andere sich auf der Eisfläche selbst in Gefahr gebracht.

Das beliebte Ausflugsziel ist wie alle Gastronomiebetriebe und Freizeitangebote aktuell geschlossen, Parkplätze sind gesperrt. Trotzdem kommen die Ausflügler in Scharen.

„Es ist respektlos, wie sich die Menschen entlang der Schwarzwaldhochstraße und gerade hier am Mummelsee verhalten. Ich habe so etwas noch nie erlebt“, ärgert sich Johann Schnurr, der seit Jahren erst als Hausmeister und jetzt als Rentner das Areal um den Mummelsee in Schuss hält: „Einfahrten und Wege werden zugeparkt. Müll wird wahllos in der Natur hinterlassen, und täglich laufen die Mülltonnen über.

Das Schlimmste ist aber, sie zerstören mutwillig und haben daran wohl große Freude“. So seien jüngst sogar massive Mülleimer und Sonnenbänke in den See geworfen worden, berichtet Schnurr weiter.

Der Mummelsee ist an der tiefsten Stelle immerhin 18 Meter tief.
Johann Schnurr, früherer Hausmeister

In ihrer Unvernunft brächten sich die Winter-Ausflügler mit dem Betreten der Eisfläche auf dem Mummelsee sogar in Gefahr. „Für mich ist es nicht nachzuvollziehen, dass sich Menschen so fahrlässig in Lebensgefahr begeben. Der Mummelsee ist an der tiefsten Stelle immerhin 18 Meter tief. Schnell ist man in das Eis eingebrochen“, so Schnurr.

Das sei unverantwortlich während des normalen Betriebs, aber umso mehr in der jetzigen Pandemie-Situation: Rettungskräfte haben wegen des hohen Verkehrsaufkommens eine erschwerte Anfahrt, Hilfe kommt womöglich zu spät.

Seebachs Bürgermeister Reinhard Schmälzle appelliert an die Eigenverantwortung der Menschen: „Sie sollten in diesen schwierigen Zeiten möglichst machbare Ziele vor dem Wohnort für die Bewegung an der frischen Luft und in der Natur aufsuchen und keine weiten Anfahrten mit viel Ärger und wenig Erholungsqualität auf sich nehmen“.

Ausflugsziele in der Natur seien für viele das noch mögliche Freizeit-Ersatzprogramm. „Dazu kommt die Schwierigkeit, dass die Verkehrsbehörden aus rechtlichen Gründen bisher keine Berechtigung der Totalsperrung unserer als Landes- und Bundesstraßen klassifizierten Straßen sehen“, so Schmälzle.

„Da es aktuell auch keine Beschränkung für Ausflugsfahrten gibt, müssen wir in der Region gemeinsam nach rechtlich legalen Regelungslösungen suchen.“

nach oben Zurück zum Seitenanfang