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Wanderrouten und Parkmöglichkeiten

Verwunschenes Ausflugsziel im Nationalpark Schwarzwald: der Wilde See

Unweit des Nationalparkzentrums Ruhestein liegt ein verwunschener Karsee, der Wilde See. Wer dort hin will, muss zu Fuß gehen und über Bäume klettern. Doch die Mühe lohnt sich. Alle Infos für Besucher.

Der Wald spiegelt sich im Wilden See. Foto: Petra Hirschel

Der Name täuscht. Wild ist der Wilde See keineswegs. Ruhig liegt er mitten im Wald; Bäume, Wolken und Gräser spiegeln sich auf seiner glatten Oberfläche.

Nur hin und wieder kräuselt der Wind das Wasser leicht. Wanderer sitzen am Ufer. Aber auch sie unterbrechen die Stille nicht, sondern genießen leise die Idylle während ihrer Rast.

Der Wilde See ist wahrlich kein Geheimtipp. Er zählt im Nationalpark Schwarzwald zu den bekannten Zielen. Und doch treffen Ausflügler hier auf eine weitgehend unberührte Natur. Das ist der Lage des Gewässers zu verdanken.

Infos zum Wilden See im Nationalpark Schwarzwald

Der Wilde See ist ein Karsee. Er liegt im Südteil des Nationalparks Schwarzwald, in der Nähe des Nationalparkzentrum Ruhestein auf 910 Meter Höhe und damit rund 120 Meter unterhalb des Seekopfgipfels.

Anfahrt: Über die Schwarzwaldhochstraße (B500) zum Ruhestein; fürs Navi: Ruhestein 1, 72270 Baiersbronn. Buslinien verbinden den Ruhestein mit verschiedenen Orten, etwa Baden-Baden.

Blick auf die Karte: Hier liegt der Wilde See. Foto: BNN

Parken: Zwei große Parkplätze, das Tagesticket kostet sechs Euro.

Sessellift: Bergfahrt drei Euro für Erwachsene, Kinder (vier bis zwölf Jahre) zwei Euro, Betrieb von 9.30 bis 18 Uhr.

Gastronomie: Café im Nationalparkzentrum am Ruhestein, Schänke neben dem Sessellift, zudem „Darmstädter Hütte“ etwas weiter nördlich (nur zu Fuß oder per Rad erreichbar).

Wandern: Die Beschreibung einer fünf Kilometer langen Wanderung zum Wilden See ist in der Broschüre „Unterwegs im Nationalpark Schwarzwald“ zu finden. Sie ist erhältlich unter Telefon (07449) 929980 oder unter www.nationalpark-schwarzwald.de.

Führung: Der Nationalpark bietet regelmäßig Rangerführungen zum Wilden See an. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, Anmeldung erforderlich unter www.nationalpark-schwarzwald.de.

Wandern zum Wilden See: Diese Routen gibt es

Der kleine See befindet sich zu Füßen des 1.054 Meter hohen Seekopfs. Steil fällt der Berg zu dem Kar hinab, das ein Gletscher während der Eiszeit geformt hat und nun mit braunem Wasser gefüllt ist. Keine Straße führt hierher. Wer die verwunschene Landschaft sehen will, muss zu Fuß kommen.

Die kürzeste Route beginnt beim Nationalparkzentrum am Ruhestein. Von dort aus geht es im Zickzack den Berg hoch. Zu anstrengend? Es gibt einen Sessellift, der Schwarzwald-Besucher auf den Seekopf bringt.

Eine Seilbahn bringt Ausflügler vom Ruhestein auf den Seekopf. Foto: Petra Hirschel

Der Weg schlängelt sich fast eben über den langgezogenen Gipfel. Rechts und links wachsen Heide, Latschenkiefern und Heidelbeeren – die typische Flora der waldfreien Grinden. Rund zwei Kilometer nach dem Start ist das Ziel bereits zu sehen: weit unten im Wald. Ein schmaler Pfad windet sich dorthin.

Doch Vorsicht: Die 800 Meter bergab haben es in sich. „Nur für geübte Wanderer. Rutsch- und Sturzgefahr“, warnt nicht ohne Grund ein Schild. Der Weg ist steinig, Felsen und quer liegende Baumstämme erschweren immer wieder das Vorankommen. Denn in diesem Teil des Nationalparks wird schon lange nicht mehr aufgeräumt.

Im Bannwald: Bäume liegen kreuz und quer auf dem Weg. Foto: Petra Hirschel

Ein Bannwald umgibt den Wilden See. Er ist der älteste Baden-Württembergs: Bereits 1911 entschied man, hier die Natur sich weitgehend selbst zu überlassen. Kurz vor der Jahrtausendwende folgte dann die Verdoppelung der Fläche. 150 Hektar stehen seither unter besonderem Schutz; alte Bäume und viel Totholz bieten seltenen Pflanzen und Tieren einen Lebensraum.

Einfachere Alternativ-Route zum Wilden See

So brüten etwa der Dreizehenspecht und der Sperlingskauz in dem unbewirtschafteten Wald. Vertreter der beiden Vogelarten zu sehen – dafür bedarf es viel Glück. Sicher machen Wanderer dagegen Bekanntschaft mit einem anderen besonderen Bewohner. Unweit des Sees reckt eine knorrige Weißtanne ihre Äste in die Höhe. Der Baum soll mehr als 200 Jahre alt sein.

Rund 200 Jahre alt: die Weißtanne im Bannwald. Foto: Petra Hirschel

Wer nicht klettern und kraxeln will oder kann, verpasst die betagte Tanne, hat aber trotzdem die Möglichkeit, an den See zu gelangen. Die Alternativ-Route ist zwar fast drei Kilometer länger, der Weg jedoch einfach zu gehen. Wanderer biegen dann nicht kurz hinter dem „Wildseeblick“ nach rechts ab, sondern erst 400 Meter später und orientieren sich anschließend an der Beschilderung.

So geschützt wie der Wald ist auch sein kreisrundes Gewässer. Menschen dürfen nur an einem kleinen Sandstrand ans Ufer – zum Rasten und Gucken. Den See zu umrunden, ist verboten. Er gehört schließlich den Fischen, Wasservögeln und Insekten.

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