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Schmerzen wie bei einem Wespenstich

Spinnenläufer breiten sich in der Ortenau aus

Der Spinnenläufer ist in vielen Häusern am Rhein zu einem Mitbewohner geworden, den man am liebsten gar nicht sehen möchte. Wirklich bedrohlich ist er aber vor allem für andere Insekten.

Sieht größer aus als er ist: Der Spinnenläufer kann einem einen ordentlichen Schreck einjagen, vor allem wenn er morgens über dem Bett an der Wand sitzt. Und er kann beißen. Hier ein in Freiburg gefangenes Exemplar. Foto: Claudia Gack

Für Brillenträger wird der Schock nach dem Aufwachen zumindest ein wenig abgefedert: Die erblicken zunächst nur einen dunklen Schatten neben dem Bett, der sich nach dem Griff zur Sehhilfe freilich als recht grausliche Entdeckung entpuppt: Ein Spinnenläufer.

Bis zu 15 Zentimeter lang können die Insekten werden, die in der Region schon weitaus länger heimisch sind, als man sich das vielleicht vorstellen mag. Und sie haben sich auf dem Weg in den Norden gemacht: Der nachtaktive Hundertfüßer kommt aus dem Mittelmeerraum und mag es warm. Deshalb hat er sich jetzt, dem Klimawandel folgend, ausgebreitet. Mehr als 250 Sichtungen hat der inzwischen kartiert – sie zeigen, dass es das flinke Tier nun selbst in Hamburg gibt.

Dort freilich, so sagt Manfred Verhaagh vom Naturkundemuseum in Karlsruhe, dürfte das Insekt wohl eher als blinder Passagier angekommen sein. Denn eigentlich brauchen die Tiere Wärme, „von Mai bis Juli muss es durchschnittlich 16 Grad geben, da kann er sich dauerhaft halten“. Wenn es zu kalt ist, zieht sich der durchaus giftige Gliederfüßler in die menschlichen Behausungen zurück – das ist auch der Grund, warum morgens manchmal einer neben dem Bett sitzt.

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