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Ortenaukreis

Zweites Windrad auf dem Langenhard abgebrannt: halbe Million Euro Schaden

Der Neuwert lag nach Informationen dieser Zeitung bei zwei Millionen Euro. Die Regiowind, an der 120 Bürger vor allem aus der südlichen Ortenau beteiligt sind, hat jetzt ein Problem: Bereits im Jahr 2013 war in unmittelbarer Nähe eine baugleiche Anlage abgebrannt.

UPDATE: Die halbjährlich fällige Wartung der in der Nacht abgebrannten Windkraftanlage war erst am Abend vorher abgeschlossen worden. Dies berichtete der Sachverständige für Windenergieanlagen Christoph Lobert aus Rennerod, der am Morgen nach dem Brand persönlich an der Unglücksstelle war. „Natürlich fragt man sich, wenn so etwas passiert, ob man nicht doch etwas übersehen hat. Doch Elektrobauteilen sieht man es meist nicht an, wenn sie kurz davor sind, kaputt zu gehen.“ Der Sachschaden lasse sich erst nach einer genaueren Inspektion eingrenzen, dürfte jedoch nach Meinung des Sachverständigen bei rund einer Million Euro liegen. Mit Hilfe eines Krans müsse die Anlage nun sukzessive von oben demontiert werden. Brände an Windkraftanlagen, so der Sachverständige, seien extrem selten. Dass gleich zwei von drei Windrädern auf dem Langenhard bei Lahr in Brand gerieten, sei kaum zu glauben. Einen Konstruktionsfehler schloss er jedoch aus, da dieses Modell bundesweit sehr oft im Einsatz sei. Am frühen Morgen war es durch brennende herabstürzende Teile zu einem kleineren Waldbrand gekommen, der von der bereitstehenden Feuerwehr schnell abgelöscht werden konnte. Die Feuerwehr errichtete im Umkreis von 500 Metern eine Absperrung und appelliert an die Vernunft von Fußgängern und Schaulustigen, den Sicherheitsabstand einzuhalten. Wir haben die Bilder (Tagbilder): Abgebranntes Windrad im Detail und Übersicht Bilder der benachbarten Windkraftanlagen Feuerwehr und Polizei an der Einsatzstelle Erstmeldung: In der Nacht auf Freitag ging auf dem Langenhard auf Gemarkung Seelbach ein Windrad in Flammen auf. Als die Feuerwehren aus Seelbach und Lahr um 2.40 Uhr alarmiert wurden, waren die Flammen schon bis weit in die Rheinebene zu sehen. Löschversuche konnten die alarmierten Wehrleute keine unternehmen, da der Brandherd zu hoch und die Eigengefährdung der Einsatzkräfte viel zu groß gewesen wäre. Starker, böiger Wind wehte Foto: Kamera 24

Völlig abgebrannt ist in der Nacht zum Freitag eine Windkraftanlage auf dem Langenhard zwischen Lahr und Seelbach. Der Sachschaden an dem fast 120 Meter hohen Windrad beläuft sich nach Angaben der Betreiberfirma, der Regiowind plus Lahr/Seelbach, auf rund eine halbe Million Euro.

Der Neuwert lag nach Informationen dieser Zeitung bei zwei Millionen Euro. Die Regiowind, an der 120 Bürger vor allem aus der südlichen Ortenau beteiligt sind, hat jetzt ein Problem: Bereits im Jahr 2013 war in unmittelbarer Nähe eine baugleiche Anlage abgebrannt. Ein weitaus leistungsfähigerer Ersatz wurde seinerzeit zwar auf dem Wege des so genannten „Repowerings“ gebaut, aber nicht von selben Unternehmen: „Das war unsere letzte Windkraftanlage“, sagt Unternehmenssprecherin Petra Zentgraf. Wie es nun weitergehe, sei offen.

Das Windkraftrad auf dem Langenhard nahe Seelbach im Schwarzwald brennt nicht mehr. Das teilte das Polizeipräsidium Offenburg jetzt mit. Foto: Kamera 24

Völlig unklar ist noch die Ursache des neuerlichen Brandes, der zu einem Großeinsatz von Feuerwehren aus der südlichen Ortenau geführt hatte. Der technische Defekt, der für das Feuer 2013 verantwortlich gemacht wurde, sei seinerzeit umgehend an den verbleibenden Anlagen des Typs Nordex S-77 beseitigt worden, sagt Zentgraf.

Feuerwehr kommt nicht ran

Für die Feuerwehr war bei dem Brand, der am Freitagmorgen gegen 2.30 Uhr entdeckt wurde, wenig auszurichten. Die Nabenhöhe der Anlage beträgt 90 Meter, so hoch reicht keine Leiter. „Es ist nicht das Konzept der Feuerwehr, in dieser Höhe zu löschen“, sagt der zuständige Dezernent beim Offenburger Landratsamt, Reinhard Kirr. Mit anderen Worten: Die Wehren lassen die Anlagen abbrennen.

Sechser im Lotto

Thomas Happersberger, Stadtkommandant der Lahrer Feuerwehr, hatte bereits 2013 die Löscharbeiten zusammen mit seinem Seelbacher Kollegen an der nur 150 Meter entfernten Brandstelle koordiniert. „Wir haben uns heute wiedergetroffen und haben nur den Kopf geschüttelt“, sagt er. Dass zwei Anlagen in unmittelbarer Nähe abbrennen, das sei so wahrscheinlich „wie ein Sechser im Lotto“.

Belastbare Zahlen?

Doch wie wahrscheinlich ist der Brand von Windkraftanlagen denn überhaupt? In der Ortenau sind nur die beiden Fälle vom Langenhard bekannt geworden, eine Statistik des Bundesverbands Windenergie weist bundesweit zwei Dutzend Brände seit 2013 aus – bei fast 30000 Windenergieanlagen im Land. Doch sind die Zahlen belastbar?

In der Samstagsausgabe der BNN gibt es einen weiterführenden Beitrag zum Brand des Windrads. Diesen können Abonnenten des BNN-Digitalangebots bereits am Freitag ab 21 Uhr in der Vorabendausgabe lesen. Das BNN-Digitalangebot kann 14 Tage lang kostenlos getestet werden .

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