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Besucher-Management kostet viel Zeit

Altenheim-Besuch im Landkreis Rastatt: Zutritt nur mit negativem Corona-Test

Mitarbeiter im Altenheim müssen sich derzeit nicht nur um die Bewohner kümmern, sondern auch um die Besucher. In manchen Häusern unterstützt die Bundeswehr das Personal.

Mund auf, Stäbchen rein: Für einen SARS-CoV2-Antigentest muss ein Rachenabstrich gemacht werden. Die beiden Seniorenhäuser in Muggensturm und Elchesheim-Illingen testen so Besucher. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Es ist zur Zeit kompliziert: Wer seine Verwandten im Pflegeheim besuchen will, muss sich testen lassen. Spontanbesuche sind oft überhaupt nicht möglich. Meistens fehlt das Personal. Entlastung haben in einzelnen Heimen Bundeswehrsoldaten gebracht.

Im Seniorenheim Haus Sibylla in Muggensturm ist beispielsweise seit Ende Januar ein Bundeswehrsoldat im Einsatz. „Der Einsatz erfolgt ausschließlich in pflegefernen Bereichen, hauptsächlich in der Unterstützung bei den notwendigen Testungen von Besuchern und Mitarbeitern“, sagt Einrichtungsleiterin Heike Schwebel.

Das Besuchermanagement ist sehr zeitaufwendig.
Heike Schwebel, Heimleitung „Haus Sibylla“

Um Angehörigen auch am Wochenende im Haus Sibylla Besuchszeiten zu ermöglichen, seien große Teile des Personal notwendig. Das umfasst sowohl Einrichtungs- und Pflegedienstleitung als auch Verwaltungsmitarbeiter. „Das Besuchermanagement unter Einhaltung aller geltenden Hygiene- und Schutzmaßnahmen ist sehr zeitintensiv und bindet personelle Ressourcen“, erzählt Schwebel.

Senioren-Zentrum in Elchesheim-Illingen noch nicht voll belegt

Im Senioren-Zentrum Haus Edelberg in Elchesheim-Illingen gestaltet sich die Situation anders. Dort wird auf Unterstützung aus der Truppe verzichtet. „Wir haben unser Senioren-Zentrum erst vor kurzem eröffnet. Deshalb ist es auch noch nicht voll belegt“, sagt Pressesprecher Bernhard Rössler. Die Einrichtung sei noch gut in der Lage, die Bewohner, Mitarbeiter und Besucher mit eigenem Personal zu testen. Der Pressesprecher teilt zudem mit, dass die Pflegefachkräfte in Sachen Schnelltests geschult seien. „Wir denken, dass die Bundeswehr dort unterstützen sollte, wo es zwingend notwendig ist“, erklärt er.

Abstrich wird in Nasen-Rachenraum genommen

Die Bewohner werden dort zweimal und die Mitarbeiter dreimal in der Woche mit einem Antigen-Schnelltest getestet. Die Besucher werden vor jedem Besuch getestet. Im Haus Edelberg müssen sie sich am Empfang anmelden und ein Formular ausfüllen. „Sie werden dann in einem separaten Raum mit einem Anitgen-Test getestet“, berichtet Rössler. Der Abstrich wird im Nasen-Rachenraum abgenommen. Dann warten die Getesteten dem Pressesprecher zufolge in einem Raum außerhalb des Wohnbereichs auf das Ergebnis. Zudem müssen alle Besucher des Altenheims eine FFP2-Maske tragen.

Zur Zuverlässigkeit der Tests kann Rössler keine Aussage treffen. „Erfolgt ein positives Testergebnis, verweigern wir den Zutritt in unser Haus“, erklärt der Pressesprecher. Die positiv getestete Person müsse dann an entsprechender Stelle einen aufwendigeren Test machen lassen. „Jeder Besucher wird schon bei Anmeldung auf die notwendigen Schnelltests hingewiesen“, berichtet Rössler. Bisher habe es noch keine Probleme gegeben, da den Besuchern die Sicherheit der Bewohner am Herzen liege.

Bewohner und Personal in Muggensturm hatte schon Zweitimpfung

Beide Pflegeeinrichtungen haben Personal und Bewohner bereits im zweiten Durchgang geimpft. „Die erste Impfung der Bewohner war am 5. Januar“, erzählt Schwebel vom Seniorenheim Haus Sibylla. Die Erstimpfung für die Mitarbeiter sei knapp eine Woche später, am 14. Januar, erfolgt. Am 26. Januar erhielten die Bewohner laut Schwebel dann ihre Zweitimpfung, für die Mitarbeiter war der Termin am 4. Februar geplant.

„Die Impfung ist auf freiwilliger Basis“, stellt die Einrichtungsleiterin klar. Bewohner und Mitarbeiter seien gleichermaßen gewillt, sich impfen zu lassen. Im Haus Sibylla konnte so früh geimpft werden, weil „die frühzeitige verwaltungstechnische Vorbereitung der Impfung schon vor Weihnachten abgeschlossen wurde“.

Unsere Mitarbeiter waren froh, die Impfung so unkompliziert erhalten zu haben.
Bernhard Rössler, Pressesprecher „Haus Edelberg“

Auch im Haus Edelberg in Elchesheim-Illingen war die Impfbereitschaft sehr hoch, betont Pressesprecher Rössler. Ein Großteil der Bewohner und Mitarbeiter ließen sich nach Angaben des Pressesprechers gegen das Coronavirus impfen. „Einige Mitarbeiter haben über verstärkte Müdigkeit kurz nach der Impfung berichtet“, so Rössler. Allen Bewohnern sei es nach der Impfung aber sehr gut gegangen. „Unsere Mitarbeiter waren froh, die Impfung so unkompliziert erhalten zu haben“, meint der Pressesprecher.

Das Impfteam sei sehr nett gewesen und habe die Mitarbeiter Bewohner einzeln befragt und mit jedem von ihnen ein Vorgespräch geführt. „Nach der Impfung wurden alle Bewohner und Mitarbeiter engmaschig beobachtet und nach 30 Minuten nochmals von der Ärztin besucht“, so der Pressesprecher.

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