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Vakzin ab Mittwoch verfügbar

Ansturm auf Astrazeneca-Impfstoff in Kreisimpfzentrum in Bühl bleibt aus

Der Impfstoff von Astrazeneca wird heiß diskutiert. Dabei sprechen sich Virologen wie Christian Drosten ausdrücklich für das Vakzin aus. Doch seine Beliebtheit lässt zu wünschen übrig. Das zeigt sich jetzt auch im Landkreis Rastatt.

Die Qual der Wahl? Drei Corona-Impfstoffe sind in Deutschland zugelassen – zwei davon werden ab dieser Woche im Kreisimpfzentrum in Bühl eingesetzt. Foto: Luka Dakskobler/SOPA Images via ZUMA Wire/dpa

Im Impfzentrum des Landkreises Rastatt in der Bühler Schwarzwaldhalle beginnt am Mittwoch die Impfung mit dem Vakzin von Astrazeneca. Dies erklärt die Pressestelle des Landkreises auf Nachfrage unserer Redaktion.

Allerdings scheint die Begeisterung für den Impfstoff wie vielerorts auch im Landkreis Rastatt eher verhalten zu sein: Von den 420 freien Impfterminen waren am Mittag erst 140 vergeben.

„Der ganz große Run bleibt erstmal aus“, sagt auch Pressesprecher Benjamin Wedewart. Die Terminvergabe-Ampel sei „sonst immer sofort auf Rot gesprungen“, wenn neue Terminchargen freigeschaltet worden seien.

Erstmals 420 Termine für Unter-65-Jährige im Landkreis

Er vermutet, dass die „mediale Berichterstattung und allgemeine Vorbehalte“ dafür sorgen, dass die Nachfrage nach dem Impfstoff bisher noch verhalten ausfällt. Bisher war im Kreisimpfzentrum lediglich der Biontech-Impfstoff verabreicht worden. Das Vakzin von Moderna kam im Landkreis noch nicht zum Einsatz.

Wir werden wöchentlich beliefert.
Benjamin Wedewart, Pressesprecher des Landkreises

Ab dieser Woche wird nun auch Astrazeneca verimpft – und das dauerhaft, vorausgesetzt, die Lieferungen kommen so regelmäßig wie angekündigt. „Wir werden wöchentlich beliefert“, so Wedewart. „Bei Biontech ist es aber schon vorgekommen, dass eine Lieferung angekündigt war, aber nicht gekommen ist.“

Wenn der Impfstoff von Astrazeneca verfügbar bleibt, dann wird das Kreisimpfzentrum künftig dauerhaft auch mittwochs geöffnet haben und zusätzlich zu den bisherigen Öffnungstagen von Freitag bis Sonntag Impfwillige empfangen.

Denn der Impfstoff geht nicht, wie in anderen Bundesländern teilweise praktiziert, an die mobilen Impfteams, die dann Pflegepersonal und Ärzte immunisieren. Dies wäre aufgrund des großen Fortschritts der Impfteams, die bereits die zweite Dosis verabreichen, nicht mehr zielführend gewesen, so Kreissprecher Wedewart.

Corona-Impfung: Online-Terminvergabe wird optimiert

Die Terminvergabe erfolgt auch für Astrazeneca über die Online-Plattform. Da der Impfstoff in Deutschland nicht für Menschen freigegeben ist, die älter als 65 Jahre sind, erscheinen nach der Eingabe des Geburtsdatums automatisch nur jene Termine, bei denen das entsprechende Vakzin vorgehalten wird, erklärt Wedewart. Eine Wahl zwischen den Impfstoffen besteht also nach wie vor nicht. Für die Impfung kann sich aber nicht jeder anmelden: Auch für Astrazeneca gelten die Priorisierungsgruppen und die vorgeschriebene Impfreihenfolge.

Danach gibt es die Termine nur noch im Doppelpack.
Benjamin Wedewart, Pressesprecher des Landkreises

Zudem wird es am Donnerstag ein Update für das Terminvergabe-Tool geben: „Danach gibt es die Termine nur noch im Doppelpack.“ Es ist also nicht mehr nötig, für die zweite Impfdosis einen erneuten Termin zu machen – er wird jetzt automatisch mit dem ersten vergeben.

An die geplante Auslastung von 700 Impfungen pro Öffnungstag kommt das Bühler Kreisimpfzentrum an seinen bisher drei Öffnungstagen pro Woche nach wie vor nicht heran. Am vergangenen Sonntag sind laut Wedewart knapp 500 Dosen verimpft worden, bis zum 14. Februar wurden insgesamt 4.680 geliefert, von denen 2.828 über das Impfzentrum und die mobilen Teams verteilt worden sind.

Wie viele Dosen über welchen Kanal verimpft wurden, kann der Landkreis nicht nachvollziehen. „Wir wollen hier keine Unterscheidung machen.“

Weggeworfener Corona-Impfstoff? Das passiert mit Impfresten

Und was ist mit Impfresten? Immer wieder wird von Fällen berichtet, bei dem die Impfteams der Zentren auf „Notfalllisten“ zurückgegriffen haben sollen oder Impfstoff weggeworfen worden sein soll. Auch im Zusammenhang mit dem Zentralen Impfzentrum in Rheinstetten taucht der Vorwurf immer wieder auf.

„Eine solche Liste gibt es nicht und die wird es auch nicht geben“, sagt der Kreis-Pressesprecher Wedewart. „Das wird organisatorisch so gelöst, dass quasi keine Impfreste übrig bleiben.“ Reste gebe es nur „in ganz minimalem Maße“. Sie würden Mitarbeitern des Impfteams verabreicht, die zur ersten Priorisierungskategorie gehörten. Wedewart betont: „Natürlich ist nichts weggekippt worden.“

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